Wer in den letzten Tagen einen Blick in die Rubrik „Fremdlesen“ rechts gewagt hat oder wer mit mir bei Facebook oder Twitter in Kontakt steht, könnte bemerkt haben, dass ich ein Fan von Audio-Slideshows bin. Ich finde es absolut faszinierend, wie ausdrucksstark Fotos in Verbindung mit Audios sein können, wie viel mehr dieses Medium hergeben kann als zum Beispiel ein Video (von Text ganz zu schweigen).
Berühmt geworden ist beispielsweise die Serie der New York Times, „One in 8 Million“, über je eine interessante, aber nicht berühmte Person aus New York City. Ganz großartig und dank einer eingebetteten, interaktiven Infografik informativ finde ich „Surviving the Tsunami – Stories of Hope“, die als Kooperation der Agentur Reuters, des Internationalen Roten Kreuzes und Media Storm zusammengestellt wurde. Überhaupt gibt es bei Media Storm einige bewegende Audio-Slideshows. Wirklich, es lohnt sich, sich mal fünf, zehn oder zwanzig Minuten Zeit zu nehmen und darauf einzulassen.
Die meisten Audio-Slideshows kommen meinem Empfinden nach derzeit noch aus den USA, aber auch hierzulande gibt es die ersten Gehversuche von Medien und Medienmachern. So werden zum Beispiel bei FAZ.NET regelmäßig Audio-Slideshows veröffentlicht.
Ich selbst habe eine recht solide Medienausbildung genossen, mich aber während des Studiums konsequent an Print und Online gehalten. Online war jedoch „damals“, als ich noch wirklich aktiv studiert und einige Semester in Lehrredaktionen verbracht habe, eigentlich nur eine Kopie von Print im Internet. Mittlerweile weiß ich, dass Online ganz neue Medienformen hervorbringt – und bereue es, dass mir damals der Weitblick fehlte und ich es somit verpasst habe, mir Audio-Kenntnisse anzueignen. Vergangene Woche habe ich mir ein Diktiergerät gekauft, das man auch für normale Audio-Aufnahmen verwenden kann. Es hat 50 Euro gekostet, ist also kein richtiges Audio-Aufnahmegerät und bringt nur begrenzt Qualität hervor, aber ich möchte nur mal rumspielen und testen und dafür nicht Unmengen von Geld ausgeben.
Jedenfalls war ich am Wochenende unter anderem in der Ausstellung „Sternstunden – Wunder des Sonnensystems“ im Gasometer Oberhausen und hatte Kamera und Aufnahmegerät dabei. Es war wirklich zu kalt, um sich echte Mühe zu geben bei den Bild- und Ton-Aufnahmen, aber ich hab einfach mal draufgehalten und habe es dank hilfreicher Tutorials auch tatsächlich hinbekommen, daraus etwas zu basteln (ja, ich hatte da durchaus meine Zweifel).
Ich bin ganz froh, dass ich überhaupt so weit gekommen bin, ein Ergebnis zu haben. Das ist eine völlig neue Erfahrung gewesen für mich, denn ich habe nicht nur noch nie eine Audio-Slideshow gebastelt, sondern überhaupt noch niemals Audio-Aufnahmen gemacht oder bearbeitet, geschweige denn entsprechende Programme bedient. Und ich habe noch nie in solchen Dimensionen gedacht, wenn ich über etwas berichten wollte: Was ist mit Hintergrundgeräuschen? Was ist mit Atmosphäre? Was ist, wenn ich was rausschneiden will? Was ist mit Übergängen? Passen die Audios auch nacher zu den Fotos? Wie lang müssen Audios zu den einzelnen Fotos sein? Habe ich genug Fotos? Welche wähle ich überhaupt aus? Bringt das Ganze überhaupt was rüber im Vergleich zu einem Text mit Fotos? Muss ich jedes Audio in eine neue Datei packen oder kann ich’s alles aneinander hängen? Und wie funzt das mit meinem Gerät? Welche Formate brauche ich? Es gibt eine gefühlte Million Fragen. Auf den Großteil hatte ich keine Antwort vorher, jetzt bin ich zumindest ein bisschen schlauer. Learning by doing fand ich schon immer die beste Methode, was Internetdings angeht.
Zu meinem ersten, kurzen und etwas wackeligen Gehversuch in Sachen Audio-Slideshow geht’s hier entlang.
→ Ich danke Daniel (nein, der Link sagt nichts über meine eigene politische Orientierung aus) für einen schönen Tag, für O-Töne und das Herhalten als Fotomotiv; Ulrike Langer für äußerst hilfreiche Tutorials (nicht nur zu diesem Thema); Frank für das Hochladen, weil ich zu blöd bin, das auf meinem eigenen Webspace zu tun und Stromfrau für’s Weiterleiten an Frank.