Kimberleys (3): Halls Creek & Kununurra

30 Aug

Langsam wird uns klar, dass wir mit unserem Auto-Mietvertrag zeitlich nicht hinkommen. Wir verlaengern um zehn weitere Tage. Trotzdem stehen wir unter Zeitdruck, muessen Kilometer abreissen und kleine Nationalparks links liegen lassen. Von Fitzroy Crossing aus fahren wir durch bis Halls Creek. Dieses winzige Dorf hat nur etwa 1.200 Einwohner und ist doch die einzige groessere Ortschaft auf einer Strecke von 600 Kilometern. Wieder beinahe unbegreiflich fuer europaeische Verhaeltnisse. In Halls Creek wohnen mehr Ureinwohner als weisse Australier. Es gibt nicht viel  sehen. Der Reisefuehrer preist die so genannte „China Wall“ an. Hier fuehrt eine Quarzader, deren Gesamtlaenge bisher unbekannt ist, bis ueber die Oberflaeche. Die Quarzbloecke sehen aus wie von Menschenhand zu einer Mauer aufgetuermt. Von australisch-penetranten Fliegen geplagt schiessen wir ein paar Fotos. Nette Farben, wie so oft in diesem Land.

Wir uebernachten an einem nahegelegenen, inoffiziellen Campground direkt an einem Fluss. Am „Caroline Pool“ gibt es keinerlei Einrichtungen, nicht einmal eine Buschtoilette. Dafuer muss man aber auch nichts bezahlen. Abends brechen wir spontan zu einer Nachtwanderung auf. Vollmond. Drei Kilometer entfernt befinden sich Ruinen aus der Goldgraeberzeit. Die sollen unser Ziel sein. Wie schon frueher als Kinder kommen wir auf Gruselgeschichten. Termitenhuegel verwandeln sich im Zwielicht in starrende Gestalten und ein Schild, das mitten auf der unebenen und von Steinen uebersaehten Gravelroad vor Roadtrains warnt, gibt uns ein ungutes Gefuehl. Als wir bei den Ruinen ankommen, gruseln wir uns so sehr, dass wir uns gar nicht richtig hin trauen. Abweschelnd albern wir lachend herum, machen uns gegenseitig Angst und huepfen, als wir ploetzlich Autoscheinwerfer sehen, vor lauter Schiss inne Bux aneinander geklammert ins Gebuesch. Unsere winzige Funzel schwenkend hoffen wir, den bestimmt auf uns zurasenden Road Train von unserer Anwesenheit ueberzeugen zu koennen. Es kommt nur ein Pkw, der seine Fahrt deutlich verlangsamt, weil er sich wohl fragt, was diese beiden Gestalten mitten in der Nacht ohne Auto in der Einoede zu suchen haben.

Am naechsten Tag Weiterfahrt nach Kununurra. Dies soll unser letzter Stopp in Western Australia sein. Da wir die beruehmten Bungle Bungles zu meiner absoluten Enttaeuschung nicht mit unserem Campervan anfahren koennen, wollen wir ersatzweise den direkt hinter unserem Campingplatz gelegenen Mirima Nationalpark besuchen. Es ist heiss, mittlerweile auch nachts. Wir haengen erstmal faul am Pool ab. Schlafen mit geoeffneter Seitentuer und verschieben saemtliche Aktivitaeten auf den spaeten Nachmittag. In Westaustralien ist das immer eine gute Idee, denn hier bekommt man immer und ueberall zum Sonnenuntergang das beste Licht zu sehen, leuchten die Farben noch intensiver als zur Tageszeit. Passt.

Das war’s fuer uns leider auch schon in Sachen Kimberley Region. Den gesamten Norden koennen wir mit unserem Auto nicht befahren. Dabei handelt es sich sicherlich um den schoensten und urspruenglichsten Teil der Kimberleys. Wir haben sicherlich viel verpasst. Muss ich halt nochmal mit nem allradangetriebenen Fahrzeug, Swag und einem Dach voller Vorraete wiederkommen. Eines Tages…

Mehr Fotos im Album. Meine Reisepartnerin Sabine hat aus ihrer Sicht darueber gebloggt.

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