Tauchen in Exmouth: Lighthouse Bay

2 Aug

Exmouth ist weit ab vom Schuss. Nicht, dass das eine wirklich ueberraschende Erkenntnis gewesen waere, so viel haben wir auf den paar tausend Kilometern bis zur Halbinsel, auf der Exmouth liegt, ja auch schon kapiert. Exmouth ist aber so weit ab vom Schuss, dass es hier nur einen einzigen Arzt gibt, der Tauchtauglichkeitsuntersuchungen durchfuehrt. Und da Exmouth der Ort ist, an dem sich die Taucher und somit auch die Tauchbasen tummeln, ist die Warteliste bei besagtem Arzt lang. Bei saemtlichen Tauchbasen bekamen wir immer die selbe Antwort: Den naechsten Termin fuer ein Dive Medical gaebe es in drei Wochen! Sabines Tauchertraeume – sie hatte sich wochenlang darauf gefreut, hier einen Tauchschein zu machen und ich hatte sie wochenlang angefixt – haben sich damit in Luft aufgeloest. Unglaublich. Exmouth ist weltweit bekannt fuer das Tauchen am direkt vor der Haustuere liegenden Ningaloo Reef und zu unserem Verdruss und offenbar auch Aergernis der Tauchcrews ist es dort in der Hochsaison unmoeglich, in halbwegs akzeptabler Zeit eine Tauchtauglichkeit machen zu lassen. Und kein Reisefuehrer klaert einen darueber auf, dass man die in Perth oder Darwin problemlos und obendrein ca. 100 AUS-Dollar billiger bekommt. Was den Unternehmen dort an Geld durch die Lappen geht, kann man sich kaum vorstellen. Allerdings herrscht in ganz Western Australia erheblicher Aerztemangel. Wer einen Doktor braucht, ist haeufig auf den Royal Flying Doctor Service angewiesen oder muss tage- oder wochenlang auf umherreisende Spezialisten warten… In einem Tauchcenter wurde vorgeschlagen, wie koennten ja weiterreisen, unterwegs die Untersuchung machen lassen und dann zurueck kommen. Auf die Frage, wie weit es denn sei bis zum naechsten Arzt hiess es ohne mit der Wimper zu zucken „Six hours – one way.“ Entfernung ist relativ in Australien.

Sabine war aber geduldig und Exmouth hat in der naeheren Umgebung genug zu bieten, um auch Nichttaucher eine Weile zu beschaeftigen. So kam ich zum Tauchen und Sabine hatte trotzdem auch eine gute Zeit. Naja, meistens zumindest. Ich war wie geschrieben laengst reif fuers Tauchen und nach ein paar Tagen gingen die ersten Ausfahrten los. Da der Trip zu den Muiron Islands auf Grund heftigen Seegangs gecancelled wurde, ging es in die Lighthouse Bay an der Westkueste der Halbinsel, vorm Cape Range Nationalpark, in dem wir immer schnorcheln waren. Riffhaie ohne Ende, Wobbegongs (Teppichhaie), viel Buntes Allerlei und schoene Korallen. Im Gegensatz zu meinen letzten Tauchgaengen in Perth waren dies zwei aeusserst entspannte Tauchgaenge. Auf dem Boot habe ich eine Gruppe netter Jungs aus Perth kennengelernt, mit denen wir die naechsten Abende verbracht haben. An ihrem letzten Abend haben sie eine Runde frisch gefangenen und gegrillten Fisch geschmissen und den haben wir bei hunderten selbst gemachter toller Tauchfotos und -videos und Wein genossen.

Spaeter in der Woche nochmal zwei Tauchgaenge in besagter Bucht, aber an anderen Tauchplaetzen gemacht. Noch schoener! Grossartige Unterwasserlandschaft mit kleinen, stark bewachsenen Canyons und Swim-Throughs, bunten Korallen und grossen, bunten Fischschwaermen, Schildkroeten, Riffhaien, guter Sicht. Die andere Gruppe, die gleichzeitig im Wasser war, hat – eine absolute und von allen beneidete Seltenheit bei Tauchgaengen – beim Tauchen einen Buckelwal in voller Laenge erleben duerfen. Strahlende Gesichter sag ich nur.

Pure Entspannung unter Wasser auch beim zweiten Tauchgang, zumal ich in eine kleine Gruppe erfahrener Taucher gepackt wurde und der Tauchtag damit umso schoener, ruhiger, entspannter wurde. Sogar eine Manta-Putzstation haben wir betaucht und dort einem Manta sicher 15 Minuten lang dabei zugesehen, wie er sich putzen laesst, kreist, immer wieder zurueck kehrt und direkt ueber uns drueber schwimmt. Dann hiess es Luft anhalten, um ihn nicht durch die Luftblasen zu verschrecken. Und spaeter, gegen Ende des Tauchgangs, noch ein zweites Mal fuer etliche Minuten zurueck gekehrt, bis wir alle laengst unter Reserve (50 bar Restdruck in der Flasche) waren. Grossartig. Damit war mein grosser Wunsch, in Australien noch einmal Mantas erleben zu duerfen, mehr in Erfuellung gegangen, als ich je gehofft hatte (s. auch naechster Beitrag). Danke, Neptun.🙂

Uneingeschraenkte Empfehlung in Sachen Tauchveranstalter in Exmouth: Ningaloo Whaleshark’n’Dive und Exmouth Diving Centre (mit grottenschlechter Website) – meiner Erfahrung nach hoch professionell in und ausserhalb des Wassers, ausnahmslos sympathische Crewmitglieder, tolle Boote, gute Ausruestung, gute Briefings und hohe Sicherheitsstandards. Was ich persoenlich ebenfalls toll finde: Erfahrenen Tauchgaesten wurden nicht weniger erfahrene Taucher als Buddy „aufgezwungen“, sondern alle wurden von guten Guides betreut, ohne dabei streng irgendwem hinterher tauchen zu muessen. Ich fand das als allein reisende erfahrene Taucherin ganz toll und habe das bisher in Australien vermisst, weil ich fast immer den Guide spielen durfte. Ich kann das, aber ich will vielleicht auch einfach mal Urlaub machen und mich um nichts und niemanden kuemmern muessen, als waere ich ebenfalls ein Crewmitglied.

Unterwasser-Fotos zu Exmouth gibts im Album, allerdings nur vom Schnorcheln, da (ich kann mich gar nicht genug drueber aufregen) meine nagelneue UW-Kamera am Abend vor den ersten Tauchgaengen kaputt gegangen ist.

3 Antworten to “Tauchen in Exmouth: Lighthouse Bay”

  1. Torsten Montag, August 2, 2010 um 07:17 #

    Weiter so, wir möchten mehr hören, lesen, erleben…
    Echt schade mit der Kamera, da wären bestimmmt noch tolle Bolder gefolgt.
    LG,
    Torsten

  2. Muschelschubserin Montag, August 2, 2010 um 07:47 #

    Ja….. Allerdings…. *grummel*

Trackbacks/Pingbacks

  1. Muschelschubserin - Montag, August 2, 2010

    […] Noch einmal die Empfehlung des Tauchveranstalters Ningaloo Whaleshark’n'Dive. Preislich tut sich bei den Veranstaltern nicht viel, sie haben mir bzw. uns ein nettes Tauch-Schnorchel-Paket mit Rabatt geschnuert und ich bin beeindruckt von der Leidenschaft, mit der die Crew ihren Beruf ausuebt (unten links der Captain, angeblich ein „richtiger Pirat“, rechts der Unterwasserfilmer). […]

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