Kalbarri – Weiiiiitblick und Schluchtenwandern

16 Jul

Das erste wirkliche Highlight und der erste Ort, an dem ich das abgelutschte Wort „atemberaubend“ benutzen muss, ist Kalbarri mitsamt seinem Nationalpark und den dem kleinen Oertchen vorgelagerten Buchten. Von Geraldton aus haben wir – um schnell aus dieser haesslichen Stadt herauszukommen – in Northbridge uebernachtet, nur wenige Kilometer noerdlich. Bis Kalbarri waren es dann nur noch 100 Kilometer, aber wir haben uns den ganzen Tag dafuer Zeit gelassen. Grund sind sechs Abzweige kurz vor Kalbarri, die man unbedingt mitnehmen muss. Zunaechst hat es gestuermt und leicht geregnet – eigentlich umso beeindruckender, weil das Meer unter den hohen Sandstein-Klippen tost und braust und faucht und wildes Wetter dazu einfach passt. Dann riss ploetzlich, genau als wir einen kleinen Walk entlang der Klippen machen wollten, der Himmel auf, die Sonne kam raus – und wir hatten einen Weitblick in saemtliche Richtungen, wie ich ihn noch nie erlebt habe. Cap de Creus an der Costa Brava (einige von euch wissen genau, was ich meine), mein bisheriger Weitblick-Lieblingsort, ist nichts dagegen. Man kann tatsaechlich deutlich die Erdkruemmung sehen (s. Foto 2). Jeder einzelne Abzweig vor Kalbarri eroeffnet tolle neue Aussichten und ist die kurzen Umwege wert. (Und mit kurz meine ich durchaus auch das europaeische „kurz“, nicht nur das australische…)😉

Von Kalbarri und Kalbarri Nationalpark
Von Kalbarri und Kalbarri Nationalpark

Wer sich davon bewegte Bilder ansehen moechte:

Kalbarri an sich ist klein und beschaulich, wenn auch laut Reisefuehrer in der Hochsaison etwas ueberlaufen. Bei uns war’s noch beschaulich. Es ist ein guter Ausgangspunkt in den Kalbarri Nationalpark, der zu unserem Glueck auch per Zweiradantrieb erreichbar ist. Zwar haben wir fuer die 20 Kilometer harter Waschbrettpiste eine ganze Stunde gebraucht, unser Campervan hat gerappelt und geaechzt unter der Huckelpiste, aber der schon herbei gefuerchtete Achsbruch ist ausgeblieben. (Mittlerweile fahren wir solche Pisten ohne Angst und haben die wildesten Dinger mit dem Auto angestellt letzte Tage… In Kalbarri war das alles aber noch neu – und auf dem Video sieht es halb so wild aus, wie es war.)

Vom Parkplatz im Nationalpark geht’s einige hundert Meter ueber einen Sandweg und eine kleine Kletterpartie zum „Nature’s window“, das keinen anderen Namen als genau diesen verdient hat. Plichttermin Foto-Session, mit Anstehen. (Auf dem Foto Sabine und ich.)

Von Kalbarri und Kalbarri Nationalpark

Die meisten Touris drehen dann ab zurueck Richtung Parkplatz – mit Flipflops auch dringend ratsam. Tz. Wer halbwegs fit ist, Natur liebt und gerne wandert, sollte den ca. 8 Kilometer langen Walk „The Loop“ machen. Grandios, zumindest im Winter. Im Sommer bis zu 50 Grad heiss… Zunaechst vorbei am „Nature’s window“ am Rand der Schlucht entlang mit tollen Aussichten auf die Schlucht und den dahin plaetschernden Fluss. Keinen Zweifel hat man daran, dass Wasser alleine diese tiefen Furchen geformt hat. Dass Wasser alles formen kann. Im Stein Wellenstrukturen. Vogelrufe, ansonsten absolute Stille. Die Schlucht und die gewaltigen Kraefte, die sie geformt haben und beinahe noch immer vorstellbar sind, ruecken alles in neue Relation. Wie herrlich winzig ich mich fuehle.

Von Kalbarri und Kalbarri Nationalpark

Irgendwann Abstieg in die Schlucht, ueber das mal steinige, mal sandige Flussbett und teilweise unter Felsvorspruengen her um die Flussbiegung herum. Dann vorbei an irgendwann herangeschwemmten Wurzelgeflechten, vorbei an aschblau verkohlten Baumresten und Eukalyptus-Baeumen, immer umgeben von den roten, rostroten, braunen, curryfarbenen, orangenen Schluchtenwaenden und das ein oder andere am Gras mampfenden Kaenguru anschmunzelnd. Staendig wechselnde Landschaften und Farben. Am Ende auf kurzer Strecke Aufstieg zurueck zum „Nature’s window“.

Von Kalbarri und Kalbarri Nationalpark

Welche Reisenden man auch immer fragt: Alle sagen, wenn man gen Norden reist, wird nicht nur das Wetter besser (wir hatten viel Regen die ersten paar Tausend Kilometer und haben oft gefroren – beim Campen alles etwas anstrengend), sondern steigert sich auch die Schoenheit der Nationalparks. Kaum zu glauben, denken wir, nachdem wir den „Loop“ gelaufen sind.

Mehr Fotos wie immer im Album.

4 Antworten to “Kalbarri – Weiiiiitblick und Schluchtenwandern”

  1. Kathi Freitag, Juli 16, 2010 um 20:44 #

    woah…hier wird man ja förmlich (positiv!) erschlagen. Erstmal durchwuseln hier *zeitnehm* aber die Bilder sind ja schon mal tooooooooooooll, ich will da auch mal hin🙂

    Grüßle nach Downunder!

  2. Muschelschubserin Sonntag, Juli 18, 2010 um 05:20 #

    Ich waere mittlerweile eine gute Tipp-Geberin.🙂

  3. Andrea (die andere) Montag, Juli 19, 2010 um 10:40 #

    das haben wir jetzt schriftlich. sehr gut!
    ich bin mittlerweile nämlich auch mehr als angefixt. *sparstrumpfauspack*😀

    alles toll, toll, toll! weitermachen!🙂

Trackbacks/Pingbacks

  1. Carnarvon: Alternatives Campen und fauchende Blowholes « Muschelschubserin - Freitag, Juli 16, 2010

    […] es sei bestimmt „ganz nett“. Statt dessen empfanden wir beide die Blowholes neben dem Kalbarri Nationalpark als zweiten Hoehepunkt der Reise. Haben etliche Fotos gemacht und einige Videos gedreht. Und […]

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