Coral Bay und Exmouth – Schnorcheln, Nationalpark und Sonnenuntergaenge

16 Jul

Weiterreise nach Coral Bay. Dort zunaechst mal herausgefunden, warum der Tee, den wir mit dem Wasser aus unserem „Frischwasser-Tank“ im Auto gemacht haben, so „komisch“ schmeckte. Wir dachten, es laege daran, dass wir das Wasser wochenlang mit uns herum gefahren haben und der Tank einfach seinen ranzigen Plastik-Geschmack ans Wasser abgegeben hat. Naja, stimmte auch. Nur dass vor uns irgendjemand diesen „Frischwasser-Tank“ als Ersatzkanister fuer Benzin benutzt hat. Beim Erneuern des Wassers war das eindeutig zu riechen. Grosses Kino. In ein paar Jahrzehnten wird sich diese Tasse Tee raechen fuerchte ich…

Nur kurz in Coral Bay geblieben, zum Schnorcheln. Eine zweite, widernatuerliche Algenbluete hat die Korallen dieses Jahr – so wurde es mir gesagt – erstickt. Lasterweise wurden Algen-Spermien und -Eier weggekarrt, um dies zu verhindern, aber gebracht hat es nicht viel. Wir konnten noch sehen, wie bunt es gewesen sein muss. Ganze Korallenwaelder sind wenige Meter vom Strand entfernt zu sehen, leider aber recht grau und abgestorben. Dennoch flitzt einiges Fischiges durch die Windungen. Ich freue mich auf Exmouth und das Ningaloo Reef. Bin reif fuers Tauchen, obwohl das Wasser eisig ist.

Von Exmouth und Coral Bay

Erst einmal stehen in Exmouth aber einige Schnorchel- und Strandtage an. Wir haben einiges zu organisieren und das dauert und die Zeit dazwischen ueberbruecken wir mit Schnorcheln ohne Ende. Das geht in Exmouth nur im angrenzenden Cape Range Nationalpark, in den wir dank Nationalparkpass beliebig oft ohne Bezahlung rein und raus fahren koennen. Lohnt sich, aber man muss unbedingt auf den Spritverbrauch achten, die hunderte Kilometer summieren sich wie nix! Wir sehen einen Blaupunkt-Stachelrochen, jede Menge bunter Fische, winzige weisse Muraenen, Oktopusse, Welse und lebendige, farbenreiche Korallen. Eine Schnorchel-Bucht ist schoener als die andere. Das Ningaloo-Reef reicht hier bis zum Ufer. Besonders zu empfehlen: Oyster Stacks und die bekannte Turquoise Bay.

Von Exmouth und Coral Bay

Auch eher grosse Fische bekommen wir zu sehen, wie bunte Papageienfische, Makrelen und ich weiss nicht, was noch alles. In der Turquoise Bay geht man am einen Ende rein und laesst sich von der starken Stroemung zum anderen Ende treiben. Und guckt einfach nach unten. Toll! Wenn man am Ende angekommen ist, gleich nochmal von vorne.🙂

Von Exmouth und Coral Bay
Von Exmouth und Coral Bay

Als wir am Strand liegen, schwimmen ein Riff- und spaeter sogar ein Hammerhai DIREKT am Strand entlang. Entgegen aller meiner bisherigen Erfahrungen in Queensland und New South Wales, was die Hai-Panik der Australier angeht, hoert man keine Schreie und sieht man keine Menschen aus dem Wasser eilen, sondern nur ein lachendes „Put your bloody head down“, gerichtet an die Schnorchler, die den direkt hinter ihnen her schwimmenden Hammerhai uebersehen. Im Wasser sehen wir beim Schnorcheln keine Haie. Dafuer schnorchle ich einmal nichts ahnend vor mich hin, bin auf dem Rueckweg zum Strand. Auf einmal wird es vor mir rabenschwarz dunkel, wie eine Wand sieht das Meer auf einmal aus. Unheimlich, ich kapier’s fuer Sekunden nicht… Dann sehe ich hunderte Augenpaare, die mich anglotzen – und naeher kommen! Bauchkribbeln! Ein riesiger Schwarm dicht gedraengter Fische schwimmt auf mich zu und das Kopfkino suggeriert mir, dass die gejagt werden und dahinter ein riesiges, hungriges Maul auf mich wartet. Aber da wartet nichts und der Schwarm weicht kurz bevor er mich streifen wuerde, endlich aus. Und es wird wieder hell. Hui!

Ein anderes Mal ist ploetzlich Sabine weg. Gerade war sie noch neben mir. Ich sehe sie einfach nicht mehr, nicht ueber und nicht unter Wasser. Sie hat gerade erst mit dem Schnorcheln angefangen. Oh Gott! Ich male mir aus, wie ich ihrer Familie und der Polizei das erklaeren soll, waehrend ich mich im Wasser drehend die Oberflaeche absuche. Minutenlang nichts. Viel zu lange, um davon auszugehen, dass sie nur mal kurz abgetaucht ist. Stroemung? Haie? Mir pfeift ein Wind um die Ohren und mein gerufenes „Sabiiiineeee?“ klingt wie ein im Wind zerlaufendes Fluestern. Herzklopfen. Und dann sehe ich sie ploetzlich am Ufer. Erleichterung ohne Ende. Spaeter erzaehlt sie mir eine aehnliche Geschichte, denn auch sie hat mich aus den Augen verloren. Wie auch immer wir das hinbekommen haben…

An einem Tag wandern wir morgens durch die „Mandu Mandu Gorge“. Wir schwitzen und springen anschliessend wieder mit Maske und Schnorchel ins Meer. So koennte es ewig weitergehen. Und wird es, wie ich mittlerweile weiss. Westaustralien ist Kontrastprogramm und genau deshalb so toll.

Wir uebernachten auch eine Nacht im Nationalpark, wieder nur mit Bush-Toilette und sonst nichts.

Von Exmouth und Coral Bay

Ich gucke mir vom steinigen Strand aus den Sonnenuntergang an. Grosses Kino. Der Himmel glueht orange, minuetlich aendern sich die Farben. In der Ferne prallt die Brandung auf das Ningaloo Reef, vor dem gluehenden Himmel spritzt die Brandung auf. Wie Flammen lodert die Gischt nach oben. Und weil das noch nicht perfekt genug ist, sehe ich ploetzlich 20 Meter vor mir, wo wir vor wenigen Stunden noch schnorcheln waren, Haiflossen aus dem Wasser gucken. Ruhig, aber gezielt patroullieren Riffhaie im nicht einmal einen Meter tiefen Wasser, beginnen ihre naechtliche Jagd in der Daemmerung. Ich bin geruehrt, bin in diesem Moment angekommen in diesem Land, habe diesen Moment fest eingebrannt ins Herz. Kann ein Sonnenuntergang aufregender sein?

Von Exmouth und Coral Bay

Mehr Fotos im Album.

2 Antworten to “Coral Bay und Exmouth – Schnorcheln, Nationalpark und Sonnenuntergaenge”

  1. spinpoint Samstag, Juli 17, 2010 um 11:34 #

    …der Trip scheint alles zu haben, was Du Dir gewünscht hast, oder? Fische, Abenteuer, tolle Leute und Kontrastprogramm… Glückwunsch zu dem tollen Trip!

  2. Muschelschubserin Sonntag, Juli 18, 2010 um 05:18 #

    … nur der Goldesel und eine gute Connection zur Einwanderungsbehoerde fehlen.🙂

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