Möp II – Die Lösung

18 Okt

Bevor ich über irgendetwas anderes blogge, hier erst einmal die Auflösung zum Waschmaschinen-Terror der letzten Woche. „Möp II“ sozusagen.

Nachdem die Vermieterin im Laufe der Woche angekündigt hatte, sich Mittwoch Abend, dann lieber doch erst Samstag, drum zu kümmern – also „zu gucken“, aber auf keinen Fall zu zahlen – und nichts geschah, hab ich am Mittwoch selber nen Kundendienst gerufen. Der sollte dann auch kommen, aber erst Freitag. Ich sagte, dass es wirklich dringend sei, weil ich Angst hätte vor Stockflecken und meine kompletten Klamotten schon seit fünf Tagen feucht in der Maschine lägen. Darauf meinte die Frau am Telefon furztrocken „Na, die Stockflecken können ja schon seit Samstag drin sein“ – und sie wolle „jetzt bitte den Freitag terminieren“. Meine Nerven!!

Der Kundendienst kam. Meine Wäsche lag zu dem Zeitpunkt seit 7 Tagen in der WaMa. Ich hatte aber brav jeden Abend alles nochmal gewaschen. Plus zwei Durchgängen am Samstag (Tag 1) machte das 9 Waschgänge. Von Tag zu Tag ging mir der Mist mehr auf den Keks. Meine Klamotten durch das mittlerweile ständig geschlagene WaMa-Fenster zu sehen, entwickelte sich zum Psycho-Terror, die Küche betrat ich nur noch mit einem tiefdunkel gebrummten „Grmmmmlpfpfpfgrmmm“. Mir abends was zum Anziehen für den nächsten Arbeitstag zusammen zu klauben ähnelte einem textilen Puzzle-Spiel, Handwäsche inklusive.

Der Kundendienst-Mann versuchte, eine Notentriegelung zu finden… Vergeblich, denn wie schon angedeutet ist die Maschine voll im Küchenschrank integriert und laut Anleitung im WWW gibt’s ohnehin keine Notentriegelung. Als er mit den Worten „Sie müssen dem Vermieter sagen, er muss die komplette Küchenverkleidung abnehmen“ anfing, seine sieben Sachen wieder einzupacken, entschied ich, den auf überhaupt gar keinen Fall so aus der Wohnung zu lassen. „Können Sie die Maschine nicht aufbrechen“, fragte ich nach einem heftigen, inneren Hin und Her von nutzlosen Argumenten und Fragen. Ja, dann würde aber vermutlich einiges kaputt gehen und er könne das nur mit meinem expliziten Einverständnis machen, weil er sonst selber Ärger bekäme. Egal, sach ich so, ich kann nicht länger warten.

Und dann ging es ganz schnell. Mit nem Schraubenzieher hebelte er gezielt ein bissken rum, nicht einmal sonderlich brutal und – „klack“ – sprang die Tür auf. Erleichterung pur, Weihnachten und Geburtstag zusammen, glückliche Muschelschubserin! Das Aufspringen der Tür werde ich noch ewig in Zeitlupe immer wieder erleben, in Momenten, in denen es mir schlecht geht. 😀

Dabei hat er nur kleine Spuren auf der Plastikverkleidung der Türe hinterlassen. Das Schloss sei kaputt – „eindeutig Verschleiß, kann schonmal vorkommen“, teilte er mir auf Anfrage mit. Und entschwand. Samt neuem Schloss wird das ca. 160 Euro kosten, die ich bar bezahlen muss. Aber ich denke, wir ziehen das einfach von der nächsten Monatsmiete ab (die ohnehin die letzte Miete ist, weil meine Mitbewohnerin auszieht) und fertig.

Und: Meine Sachen waren nicht stockfleckig, müffelten aber ohne Ende und unangenehm (so eine Art Geruch, der an einem selbst kleben bleibt war das), die Jeans sogar noch nach erneutem Waschgang im Salon mit doppelter Menge Waschpulver und Weichspüler. Nach einer Nacht auf dem Balkon und ein Mal tragen, ist aber auch das weg. Aber die Sache mit dem Waschsalon, das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte. 😉

6 Antworten to “Möp II – Die Lösung”

  1. quadratmeter Sonntag, Oktober 18, 2009 um 14:59 #

    Was für ein Drama – mit glücklichem Ausgang! Die Vermieterin finde ich reichlich schräg…

  2. Muschelschubserin Sonntag, Oktober 18, 2009 um 15:06 #

    Sie fragte meine Mitbewohnerin wohl auch: „Brauchen Sie denn wirklich unbedingt eine neue Waschmaschine?“ Muss man sich mal überlegen. Darum geht’s uns zwar gar nicht, denn sie zieht eh bald aus und insofern ist relativ wurscht, ob die nu funzt oder nicht (was sie ja tut, wenn auch mit Macken), aber so eine Einstellung ist schon krass, find ich.

  3. eyeIT Sonntag, Oktober 18, 2009 um 17:25 #

    Oh, ein Happyend, wie schön. Aber ein Cliffhanger! Wie geht die Geschichte denn jetzt weiter? Was ist im Salon passiert? Meine Nerven…

  4. Babs Montag, Oktober 19, 2009 um 09:03 #

    Puuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuiiiiiiiiiiiiiiiiigottseidankanderlieblingswäscheistnixdran-Seufzer

  5. Muschelschubserin Montag, Oktober 19, 2009 um 19:32 #

    @eyeIT
    Mal sehen, ob ich das noch verblogge, kommt auf den Schreibfluss und die Zeit an. 😉

Trackbacks/Pingbacks

  1. Das klingt jetzt wie ein Witz… « Muschelschubserin - Donnerstag, Oktober 29, 2009

    […] Das mit der Waschmaschine war nur ein kleiner Vorgeschmack. Nicht, dass die Sache schon komplett beendet wäre, aber lassen wir das mal beiseite. Der Silberwal und der Tausenstiefel? Pah! Alles Kinderkram, nicht der Rede wert eigentlich. Worüber genau hab ich mich da eigentlich aufgeregt? […]

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