„Let there always be neverending light.“

28 Sep

Nachdem ich gestern Nachmittag übel geschwächelt habe und kurz davor stand, das Konzert abzusagen, hab ich mich am Abend doch noch ordentlich berappelt. Das konnte ja nu auch nicht sein, dass ich ein gefühltes Jahrzehnt hoffe, eines Tages VNV Nation zusammen mit spinpoint zu erleben, ich die Karte von ihm und Babs zum Geburtstag geschenkt bekomme, spinpoint absagen muss und ich dann auch noch schlapp mache. Nee, so nicht. Nach dem Motto „Jetzt erst recht“ hab ich mich aller Übelkeit zum Trotz begleitet von VNV aus der Dose selbst ein bisschen aufgemotzt und bin zum FZW gestapft. AUSVERKAUFT, hieß es auf der Website. Und so sah es auch gleich aus: Die Schlange wurde immer länger. Und dunkler. Im Vorraum fand ich Stromfrau samt Anhang (der ebenfalls immer größer wurde – keine Ahnung, wie viele Leute am Ende dazu gehörten). Mit Sätzen wie „Boah, hammer, siehst du geil aus“ und „Hey, du hast die Haare schön, Schatzelein“ haben wir uns begrüßt und sind dann auch direkt rein in die Halle.

Ich hatte gar nicht vor, mich zu betrinken. Ich schwör. Aber irgendwie kam es dann anders als geplant. Was vor allem daran lag, dass ich es von mir selbst sehr schlau fand, mir immer gleich zwei Biere auf einmal zu holen, damit sich die Häufigkeit halbiert, die ich mich durch das Gedränge zur Theke quetschen muss. Und ein Bier in jeder Hand ist ja irgendwie auch nervig, also muss eins schonmal schnell weggetrunken werden… Und bevor es immer enger wird und das Konzert richtig losgeht, geht man dann ja auch lieber noch ein paar Mal. Damit man auch vorher noch aufs Klo muss und nicht mittendrin… Ich hab mich dann also beim immer wieder leckeren Anblick von Sven Friedrich (u. a. Solar Fake) und zu Rotersand quasi „aus Versehen“ druckbetankt.

Zum Glück fördert Alkohol meine Tanzfähig- und -willigkeit enorm und das ist bei VNV Nation sehr praktisch. Ich hab irgendwann um mich rum alles ausgeblendet. Jetzt erst recht. Ich hab das für uns beide zusammen genossen, spinpoint. Es wäre aber mit dir noch toller gewesen, weil ich mir denken kann, wie du mitgefiebert hättest und wir uns gegenseitig angesteckt hätten. Aber ich hab versucht, alles rauszuholen, was ging. Ronan war richtig gut drauf, manches Mal gab’s laute Lacher, weil er mal wieder irgendwas Lustiges von sich gegeben hat. Ich fand die Lichtshow ziemlich beeindruckend, weil das die Stimmung noch weiter intensiviert hat. Der Sound war der Hammer, das FZW ist ganz klar ein absolut toller Ort für kleinere Konzerte – endlich gibt’s sowas (wieder) in Dortmund! Und das Publikum war meiner Meinung nach super drauf. Meine Stimmung schwankte von einfach abtanzen über lauthals mitbrüllen („No Surrender!!!!“) bis hin zum Unterdrücken allzu großer Gefühlsausbrüche. Obwohl ich zum Beispiel „Beloved“ gar nicht mal so gerne mag, lösten Ronans Einstiegssätze dazu ganz schönes Herzflattern aus. Schluck! Überhaupt. Die Lyrics immer. Als würde die Seele singen. Einziger Song, den ich vermisst habe, war „Rubicon“, das für mich wegen dem Text eine ganz besondere Bedeutung hat.

Ich bin nicht gut darin, Setlists aufzuzählen und solche Dinge. Es war ein hammer Konzert, auch wenn da dieser kleine Schatten drüber lag, dass einer fehlte. Ich hab VNV ungefähr sechs oder sieben Mal gesehen würde ich sagen und das war sicher einer der besten Auftritte, die ich live miterleben durfte. Selten so geschwollene Finger gehabt vom Klatschen. Selten  so gedacht „Jetzt erst recht“. Selten so nen großen Schwall kühles Bier im Ausschnitt gehabt, der in Zeitlupe Richtung Bauchnabööööl sickert. Selten innerlich so locker und frei gefühlt. Und selten so nach Hause geschwebt wie heute Nacht.

Mein persönlicher Höhepunkt war das allerletzte Lied, auf das ich seit der „Matter & Form“ bei jedem VNV Auftritt sehnsüchtig warte: „Perpetual“ (s. Video). Was für ein Oberhammer, das als Abschluss zu bekommen! Das Lied endete in einem vom Publikum minutenlang gesungenen „Let there be, let there always be, neverending light“. Ohne Musik. Nur diese Worte und ein den Kopf schüttelnder und sich nen Ast abfreuenden Ronan. „We’ve always wished the audience to just keep on singing at the end of this song. This is the first time it worked.“

Ich weiß nicht, ob das stimmt oder ob er das auf jedem Gig sagt. Ich jedenfalls hab noch immer nicht aufgehört. Na na nana nana na, na na nana nana na… 🙂

Perpetual:

Vodpod videos no longer available.

Das Ende, wie es gestern klang (Video von Stromfrau, danke dafür!!):

Vodpod videos no longer available.

Offizielle VNV Nation Website.

Offizielle deutsche Fanseite.

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7 Antworten to “„Let there always be neverending light.“”

  1. Babs Montag, September 28, 2009 um 17:26 #

    Hehe. Fein!

  2. spinpoint Montag, September 28, 2009 um 18:58 #

    schon beim Lesen läuft es mir die ganze Zeit eiskalt den Rücken runter, so eine Gänsehaut, weil ich genau das an VNV so liebe. Ich kann mir das so gut vorstellen. Als ich VNV zum ersten Mal in Düsseldorf vor 10 Jahren gesehen hab, kannte ich sie gar nicht. Und trotzdem haben sie damals das Gefühl ausgelöst und mich mit Ihrer Musik und Live-Show sofort süchtig gemacht. Und ich wäre wirklich gerne dabei gewesen. Aber lass uns einfach hoffen, dass es sie noch länger gibt (sonst trete ich Ronan und Mark persönlich in den Allerwertesten), so dass wir einfach spätestens bei der nächsten Tour dabei sind. Frei nach dem Motto „Let there alway be an neverending light“….

  3. Babs Montag, September 28, 2009 um 20:32 #

    Hehe. Noch feiner! :o)

  4. Muschelschubserin Montag, September 28, 2009 um 21:56 #

    10 Jahre. Schon heftig. Als ich vor neun Jahren in den Urlaub gefahren bin, kannte ich diese und ein paar weitere Musik-Kapellen auch noch gar nicht. 😉
    Was sich da so alles an angenehmen Langzeit-Terminen ankündigt derzeit, es könnte schlimmer sein, ihr zwei. 🙂

  5. Stromfrau Dienstag, September 29, 2009 um 11:23 #

    🙂

  6. frank Mittwoch, September 30, 2009 um 18:41 #

    ein weiser mann pflegt zu sagen, dass konzerte, auf die man sich im vorfeld allzusehr freut dann letztlich gar nicht so toll werden. dieser logik entsprechend krachen dann die „so-la-la“-events im endeffekt immer richtig rein. und es scheint sich ja für uns beide hier bewahrheitet zu haben – nicht, dass ich mich nicht gefreut hätte, aber es war ja bei mir schließlich auch bis zum letzten moment fraglich, ob ich hinfahren würde…

  7. Muschelschubserin Donnerstag, Oktober 1, 2009 um 17:50 #

    Ja, gewissermaßen hast du Recht, denn nicht nur meine Gesundheit, auch meine Lust hielt sich bis kurz vorher in Grenzen. Umso schöner, wenn’s dann rummst. 🙂

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