Moby: Haben! Müssen!

16 Jun

Mein Herz geht gerade schon wieder auf, bumpert, tut weh, fühlt sich gut an, weint, freut sich, badet in Erinnerungen – alles gleichzeitig! Es gibt ein neues Moby-Album, „Wait for me“. Nun verbinde ich mit Moby unzählige tolle Momente und bin deshalb schon lange Moby-Fan. Sobald ich die Musik höre, kann ich mich in bestimmte Situationen zurück versetzen. Ich will ihn schon viele Jahre live sehen und krieg’s irgendwie nie hin. Moby ist für mich der Inbegriff dafür, niemals unscheinbare Menschen zu unterschätzen, immer einen zweiten Blick zu wagen. Ein Genie im Normalo-Pelz. Wie kann aus einer so grauen Maus so unendlich viel Tolles heraus kommen? 🙂

Sein Disco-Album gefiel mir allerdings nicht so gut. Ich mag von Moby eher die melodiösen Stücke, von mir aus auch ganz ohne Gesang. Das sind die Stücke, zu denen man tagelang Auto fahren kann, zu denen man sich in einer Hängematte die Nase von der Sonne kitzeln lassen und dabei tagträumen kann und die Stücke, für die der Sternenhimmel so aussieht, wie er aussieht. „Play“ war für mich deshalb immer das beste Album und ich halte Lied Nummer 14 auf dieser Platte – „Everloving“ – für eines der besten Musikstücke. Ever. (Loving.)

Mit „Wait for me“  kehrt Moby meiner Meinung nach genau zu dieser Stärke zurück. Sorry, aber ich bin noch einmal wegen Musik ganz hin und weg.

Ach ja, es wäre irgendwie nicht Moby, gäbe es nicht irgendeinen ungewöhnlichen Fakt zum Album. Dieses Mal ist es dieser: Das Album wurde in Mobys Schlafzimmer aufgenommen. (Ich spar mir jetzt mal die dummen Schlafzimmer-Witze, die mir auf der Zunge liegen…)

Anhören! Das ganze Album, HIER. (Entdeckt via @coffeeandtv.)

Vodpod videos no longer available.

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6 Antworten to “Moby: Haben! Müssen!”

  1. spinpoint Mittwoch, Juni 17, 2009 um 09:03 #

    …hab nur den Song hier gehört, den Du hier verlinkt hast. Wirklich gut, erinnert mich auch an die Play, mit der ich auch eine Menge verbinde. Also werde ich mich auch mal der ganzen Platte widmen. Allerdings bin ich zur Zeit eher auf ein anderes Release fokussiert….ich bin gefangen vom Vertrauen, der Macht und dem Ruhm… 😉 die Previews hören sich auch durchaus vielversprechend an… Lg

  2. truetigger Mittwoch, Juni 17, 2009 um 13:32 #

    Moby ist ein Phänomen. Hab ihn in meiner Berlin-Zeit (muss so 99 oder 2000 gewesen sein) mal in der Columbia-Halle live gesehen, da hatte er noch viel Elektronik im Programm, war aber auf der Bühne auffallend introvertierter als damalige Techno-Grössen. Und in Reportagen, wenn man ihn durch SoHo schlendern sieht, mit seiner Brille und seiner Schüchternheit, dann mag man ihn einfach spontan.

    Musikalisch erfindet er sich eh auf jeder Scheibe neu, was ihn auf angenehme Weise mit Künstlern wie Beck verbindet und ihn auch dann vom Mainstream abhebt, wenn seine Songs in der MTV-Hotrotation landen – „Why does my heart feels so bad?“ ist 10 Jahre alt, und ich hör es noch immer gern im MP3-Player, denn es entführt einen noch immer ins Land der Melancholie.

    Auch die Geschichte seines Namens ist witzig. Thx für den Hinweis, das Album ist gleich mal auf die Kauf-Liste gesetzt.

  3. Muschelschubserin Mittwoch, Juni 17, 2009 um 18:11 #

    @spinpoint
    Ich finde, das ist nicht einmal der beste Song auf dem Album. (Gibt aber k. Videos von meinen Favoriten.) Sag mal, von wegen VNV: Ich hab jetzt auch mal Schnipsel gehört. Die machen ja gar kein Noise mehr. Und auch nicht mehr so viel Techno. 😉 Hmpf. Und spielen Samstag nach Pitchfork und Diary of Dreams, um die Ecke. Gewissenskonflikt!! Ich war doch grad dabei, mir das Blackfield aus diversen Gründen so schlecht zu reden, dass ich ohne negative Gefühlsregung durcharbeiten kann am Wochenende.

    @truetigger
    Ich bin etwas neidisch jetzt. Wieso hab ich den noch nicht live gesehen? Und außerdem fühle ich mich nach einem ungläubigen Blick auf die „Play“ grad steinalt – die ist echt schon 10 Jahre alt. Aber zeitlos, da haste schon Recht. Und stimmt, von der Namensgeschichte hatte ich auch schonmal gehört, sehr lustig! 🙂

  4. frank Mittwoch, Juni 17, 2009 um 19:04 #

    ui, das hört sich echt nach was an… der mensch hats echt drauf.

    die „play“ hatte damals – vor 10 jahren (man, ist das echt schon so lange her?!) – wie arsch auf eimer in mein gefühlsleben gepasst; ob es jedoch wirklich so gut war / ist, in zeiten des wandels musik zu hören, die einen derartig runterzuziehen vermag…?

  5. spinpoint Mittwoch, Juni 17, 2009 um 21:05 #

    …hmm, Du machst es einem aber echt schwer. Das Blackfield hatte ich noch gar nicht auf dem Schirm. Bin am Samstag aber leider schon verplant, sonst hätte ich Dich einfach mit dahingeschleppt. Sind am 27.9. in Dortmund, das ist sogar noch ein bißchen näher… 😉

  6. Muschelschubserin Donnerstag, Juni 18, 2009 um 09:30 #

    @Frank
    Hm, weiß nicht. Mich persönlich zieht Moby eigentlich nicht runter, im Gegenteil. Aber es gibt auch für mich Sachen, die ich nicht immer hören kann, weil zu viel Negatives dran hängt.

    @spinpoint
    Ja, das wäre was gewesen, oder? Dumm gelaufen… Brmpfl! Soll ja auch eh regnen. Und dann isses kalt. Und iiieehh. Und nee, da will man gar nicht hin. Arbeiten ist eh viel schöner. Und so trocken. Möp.

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