Muschelschubserin mit Placebo-Effekt

9 Jun

Beim allerersten Hören ging mir das Lied auf den Keks. I, I, I, I, I… You, You, You, You, You… Beim zweiten Mal hören fing die hypnotische Wirkung an und mittlerweile hab ich das Stück auch dann im Kopf, wenn es nicht läuft.

Ich fand Placebo mal ganz gut. Damals. Als Black Market Music rauskam und davor. Die Platte lief bei mir rauf und runter – bis ich sie tot gehört hatte. Bis mir Brian Molkos Stimme auf den Geist ging. Immer dieses Quäken, ich konnt’s nicht mehr hören. Und bis ich zu viele schmerzhafte Erinnerungen mit Placebo verband. „Battle For The Sun“, das frisch erschienene Album von Placebo, hab ich mir letzte Woche als Mp3-Album zugelegt. Ich dachte, ich könnte ja mal… Ich wünscht, ich hätte es mit allem drum und dran gekauft.

Ich tu mich wirklich schwer damit, etwas so subjektives wie Musik zu kritisieren und mache das deshalb so gut wie nie hier im Blog, aber dieses Album gefällt mir so gut, dass ich quasi nicht an mich halten kann. Mir kommt es so vor, als hätten Placebo seit Black Market Music einen riesen Sprung gemacht. Das ganze Album halte ich für dicht und ausgereift. Es gibt so gut wie kein Stück, das mir nicht gefällt. Alle sind typisch Placebo und doch sind überall kleine musikalische Gadgets und Leckerlis versteckt. Mal ist es der etwas andere Drumbeat, mal sind es gefühlsbetonte Flächen, mal lassen mir die Streicher und andere klassische Elemente eine Gänsehaut über den Rücken laufen. Dabei gibt es nie ein zu viel oder zu wenig an Effekten. Brian Molko spielt meiner Meinung nach sehr viel mehr mit seiner Stimme als früher, setzt sie viel pointierter ein (ich mag’s ja, wenn er dunkel singt) und er singt mit einer Leidenschaft, die man hören kann. Man beachte zum Beispiel das Ende des folgenden Stückes – wer da keine Gänsehaut kriegt, der muss ein Fisch sein. Zudem kommen mir die Texte weniger kryptisch vor als früher und ich finde mich in etlichen Passagen wieder. (Wobei ich mich auch ein bisschen amüsiere: Ich habe bisher fünf Lebensweisheiten gefunden, mit denen Placebo da um sich schmeißen. Das find ich irgendwie süß. Placebo wisdom.)

Ich bin ja derzeit auf einem ziemlichen Richard Ashcroft / The Verve-Trip, aber den ersten Platz in meinem muskalischen Herzen teilen sich ab sofort zwei Bands. Hach!

Vodpod videos no longer available.

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8 Antworten to “Muschelschubserin mit Placebo-Effekt”

  1. Veconja Mittwoch, Juni 10, 2009 um 00:42 #

    Die haben auf Einlive vor ein paar Tagen ein halbes Konzert übertragen, ich glaube aus Köln war das. War ganz cool…

  2. Kassiopaia Mittwoch, Juni 10, 2009 um 11:33 #

    Das Lied ist echt der Hammer, ich höre es mir hier gerade in Dauerschleife an. *g* Ich mag seine Stimme auch sehr, besitze allerdings kein einziges Album. Aber wenn du so schwärmst, dann sollte ich vielleicht wenigstens mal in das aktuelle reinhören. ^^

  3. Muschelschubserin Mittwoch, Juni 10, 2009 um 20:25 #

    @Veconja
    Ihr Auftritt bei Rock am Ring wurde letzte Tage auch bei MTV übertragen. Schön, dass mein Online-Fernsehanbieter wenige Tage davor die Zusammenarbeit mit MTV gekündigt hat und ich das somit nicht gucken konnte. 😀 (Aber ich hab sie auf dem M’era Luna schonmal live gesehen, immerhin.)

    @Kassiopaia
    Mach das mal. Bei You Tube gibt’s auch das Video zu „For What It’s Worth“, das ebenfalls auf dem neuen Album drauf und richtig gut (wenn auch meiner Meinung nach ein bisschen ZU mainstream) ist. 😉

  4. Micha Dienstag, Juni 23, 2009 um 20:13 #

    Huhu Schubse! 🙂

    Hier noch ein Placebo-Effekt (den ich bei dem Album übrigens auch hab). Was neues, was Dir bestimmt auch gefällt. Gibts aber noch nich zu käufen:

    *wink*

  5. Micha Mittwoch, Juni 24, 2009 um 13:23 #

    Irgendwie….
    Hab ich gestern abend schon mal einen Einrag gepostet, der aber nich übernommen wurde. *grübel*

    Also Schubse: das mit der Placebo-Scheibe geht mir ähnlich und ich hab da noch was für Dich. Such mal bei einschlägigen Seiten nach „Northern Lite – Letters & Signs“. DAS wird Dir wohl auch gefallen. 😉

    Ich hoffe, Dir gehts gut!!!

    Liebe Grüße aus BB

  6. Muschelschubserin Mittwoch, Juni 24, 2009 um 14:10 #

    Hey du. 🙂 Sorry, hab nicht gesehen, dass da was im Spam-Ordner gelandet ist. Hab’s jetzt freigeschaltet. Doppelt hält besser. *g* Danke für den Hinweis – du weißt, was gut für mich ist!! :*

  7. Micha Mittwoch, Juni 24, 2009 um 17:23 #

    Hehe, sag ich ja. Ich weiß, was ihr Frauen wollt! 😛

    Viel Spass damit!

Trackbacks/Pingbacks

  1. Bald ist es eben nicht vorbei « Muschelschubserin - Donnerstag, Juni 25, 2009

    […] singt Brian Molko? “A heart that hurts, is a heart that works.” Na. […]

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