Fernsehpreis-„Eklat“

12 Okt

Und? Guckt ihr gleich die Verleihung des Deutschen Fernsehpreises? Gucke ich sie? Hm, eigentlich würde mir das im Leben nicht einfallen (ich hab’s ein Mal gemacht, das war so mit das unspektakulärste, was ich je gesehen habe), aber einen „Eklat“ oder, je nachdem, wen man fragt, „Beinahe-Eklat“, im deutschen Fernsehen zu sehen (oder schneiden sie es raus? nee, zu spät, im Internet ist das schon fast ein alter Hut, das kann man nicht mehr ignorieren und wegschneiden) ist natürlich spannend. Wie auch immer man über die Frage denkt, wer nun Recht hatte, wer seinen Unmut wie hätte äußern sollen und wie man hätte darauf reagieren können, eins ist wohl sicher: Der Einschaltquote dürfte so ein „Eklat“ zuträglich sein. Das dumme ist nur, dass es vor Ort gute zwei Stunden gedauert haben soll bis zum scheinbar einzigen spannenden Programmpunkt – und das obwohl Reich-Ranickis Auftritt vorgezogen wurde. Sicherlich wird das massiv zusammen geschnitten (gute zwei Stunden soll die Sendung nämlich „nur“ dauern). Aber ich bin trotzdem nicht sicher, ob ich das durchstehe…

Bastian Pastewka denkt übrigens so über die ganze Sache.

Elke Heidenreich hat’s von Anfang an geahnt – unbedingt lesenswert!!

Und Marcel Reich-Ranicki selbst sagte bereits das dazu.

Via

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6 Antworten to “Fernsehpreis-„Eklat“”

  1. traeumerin Sonntag, Oktober 12, 2008 um 20:37 #

    ich schau the da vinci code auch wenn ich den schon gesehen hab der film ist ganz nett viel ja auch was für dich 😉

  2. Muschelschubserin Sonntag, Oktober 12, 2008 um 20:50 #

    Och nö, schon gesehen und für mittelmäßig befunden. 😀
    Also die Verleihung für die besten jungen Auslandskorrespondenten fand ich eben ziemlich toll. Der Rest geht bisher an mir vorbei, weil ich weder die Serien, noch die Filme, noch die Schauspieler kenne. Im Fernsehlexikon wird übrigens live dazu gebloggt: http://www.fernsehlexikon.de/3265/liveblog-fernsehpreis-mit-eklat-2008/ Das heitert das Ganze noch ein wenig auf und die Kombination aus Sendung und Live-Blog hält mich jetzt wohl vom Lernen ab. 😀
    UPDATE: Und jetzt auch die Verleihung für die beste Sportsendung. Und überhaupt. Ich find das überhaupt nicht langweilig oder anmaßend oder sonstwas (bis auf den Klamauk von Ingolf Lück)… Ich seh ehrliche Freude, offene Worte, sympathische Menschen. Dabei kenne ich die wenigsten. Geht doch!?

  3. Muschelschubserin Donnerstag, Oktober 16, 2008 um 11:04 #

    Stefan Niggemeier hat die Ausstrahlung des Fernsehpreises noch einmal kritisch betrachtet: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/was-man-nicht-mit-dem-zweiten-sieht/
    Ich teile diesen Eindruck: Die Sendung fand ich erstaunlich gut, unterhaltend, emotional. Fast war ich geneigt, mich zu fragen, warum MRR sich überhaupt aufgeregt hat. Dass wir als Zuschauer kaum Aufreger zu sehen bekamen, heißt allerdings nicht, dass es sie nicht gab.

  4. Laura Samstag, Oktober 18, 2008 um 01:40 #

    Na, im Fernsehen gibt es aber wirklich heutzutage viel Müll. Denn wir kennen auch noch ganz andere Zeiten. Da gab es wirklich schöne Sendungen, auch auf DDR-Fernsehen! Supernanny und dieser ganze Blödsinn – kein Wunder, wenn die Menschen, die sich so etwas den ganzen Tag und jeden Tag angucken, immer dümmer werden, und allerlei anstellen! Meine Mutti ist fast 80 und immer ganz empört über diese Entwicklungen! Uns nimmt nicht wunder, wenn die Menschheit immer mehr verflacht und verroht. Das kriegen die von den Medien so vorgemacht. Leider auch die, die nicht so gebildet sind, denn sie kennen es ja nicht besser.

  5. Muschelschubserin Samstag, Oktober 18, 2008 um 17:31 #

    Und wer bestimmt, was im Fernsehen läuft? Die Quote. Und von wem hängt die Quote ab? Vom Zuschauer. Ergo sind wir alle mit dran Schuld, auch unabhängig von Bildung und Schicht. Weil wir es gucken, ohne auch nur ansatzweise bewusst zu gucken oder unser Fernsehverhalten zu reflektieren. Gottschalk sagte gestern in der Diskussion ähnliches: Das Publikum will es nicht anders. Ich stimme dem zwar nicht uneingeschränkt zu, aber man darf diesen Aspekt nicht vergessen.
    Ich kenne ne Menge nicht dummer Leute, die sich trotzdem den letzten Mist angucken, mich früher eingeschlossen.
    Dieser Teil des Problems wird von den meisten Zuschauern gerne ignoriert. Ich hab meinen Fernseher nicht nur deshalb abgeschafft, weil ich fand, dass so viel Mist läuft, sondern weil mir klar wurde, dass ich nicht gut mit diesem Medium umgehe und zum Teil selber den Schund gucke, über den ich mich aufrege. Wie kann es sein, dass ich fernsehe, obwohl mir das gebotene Programm nicht zusagt? Wieso schalte ich nicht einfach ab und mache etwas anderes? Wieso essen wir zu zweit vorm Fernseher, anstatt uns zu unterhalten? Wie kann ich so viel Zeit so billig verschwenden? Diese Fragen hab ich mir immer mehr gestellt.
    Mittlerweile gucke ich sehr gezielt und bewusst und das einzige, was ich aus dem TV-Programm ziehe, ist Wissen. Es geht! Man muss es nur wollen und durchsetzen. Und mal ehrlich, viele wollen das nicht. Ob das gut oder schlecht ist, sei dahin gestellt. Aber man sollte sich überlegen, ob man zum Schimpfen berechtigt ist, wenn man selbst zur Misere beiträgt.
    Ich bin nicht der Meinung, dass alle Menschen ihre Fernsehgeräte abschaffen müssen oder dass man das Programm so umstellen muss, dass man den Leuten vorschreibt, was sie zu gucken haben und was Schund ist. Ich bin aber dafür, dass wir mehr reflektieren, wie wir mit diesem Medium umgehen und endlich aufhören, so zu tun, als hätten wir keinen Einfluss darauf.

Trackbacks/Pingbacks

  1. Liebe Frau Heidenreich, “konsequent” geht anders! « www.Sozialgeschnatter.de - Sonntag, Oktober 12, 2008

    […] Elke Heidenreich, die in der FAZ heute einen wütenden Kommentar schrieb. Der ist, da stimme ich Muschelschubserin zu, „unbedingt […]

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