Tauchende Kormorane und ein Neopren-Fetisch (Tamariu-Reisebericht Teil 2)

6 Aug

Endlich Muscheln schubsen!

Mehr noch als der Ort hat mich die (deutsche) Tauchbasis „Stolli’s Divebase“ beeindruckt, die in den Jahren 2001 und 2002 den „Tauchen“-Award als beste Tauchbasis im Mittelmeer gewonnen hat und im Oktober 2007 von der Zeitschrift „Unterwasser“ als eine der besten 100 Tauchbasen weltweit aufgelistet wurde. In vielfacher Hinsicht ist das eine der besten Tauchbasen, die ich bisher kennen gelernt habe. Schon bei der Planung des Urlaubs im Vorfeld per Email habe ich mich über die Freundlichkeit und Geduld, die mir bei all meinen Fragen und der gesamten Planung entgegen gebracht wurde, gefreut. Nahtlos setzte sich beides nach unserer Ankunft fort. Was Sicherheit, Service, Hilfsbereitschaft und Komfort angeht, wurden wir ebenfalls positiv überrascht. Wir fühlten uns willkommen, sehr persönlich behandelt (nach zwei Tagen kannte man all unsere Namen!) und bestens ausgerüstet und versorgt. So habe ich das noch an keiner Tauchbasis erlebt.

Teil des Hausriffs

Zwei Bootsausfahrten fanden jeden Tag statt, eine um 9.30 Uhr und eine um äußerst angenehme elf Uhr. Entgegen einiger Kritiker im Internet bekamen wir ohne Probleme oder Gedrängel jeden Tag Plätze auf der Elf-Uhr-Ausfahrt, trotz Hauptsaison. Die „Gabriela“ ist ein altes, wunderschönes Segelboot (s. Foto) und ich hab jede Fahrt darauf genossen. (Sebastian hat eine Fahrt nicht ganz so auskosten können, sein Magen hatte irgendwie was dagegen, aber das war wohl eher eine Ausnahme.) 🙂 Die Bootsfahrt dauerte nie mehr als etwa 10 Minuten und da man schon fast komplett aufgerödelt aufs Boot ging, gab’s auf dem Boot auch kein Gedrängel. In fünf Tagen haben wir vier verschiedene Tauchplätze gesehen – keiner davon war langweilig, schwer zu navigieren oder fischlos, sogar eine Grotte war dabei. Alle Tauchplätze waren sowohl für Fortgeschrittene, als auch für Anfänger geeignet und interessant. Die meisten hätten durchaus noch Potenzial für weitere Tauchgänge und alternative Routen gehabt. Besser kann’s ja bald nicht sein!

Die "Gabriela"

Das Hausriff, das nachmittags betaucht wird, ist zwar nicht unbedingt spektakulär, denn es gibt im Prinzip nur eine Route und die Tiefe überschreitet 13 Meter nicht, aber überhaupt ein Hausriff zu haben, ist ja schonmal was. Zu sehen gab es außerdem auch hier Spannendes: wunderschöne, verschiedenartige Schwärme über sonnendurchflutetem Seegras, ein Seepferdchen, einen Conger, junge Barrakudas in Gruppen von bis zu 30 Stück, Plattfische, Muränen, Petermännchen, Einsiedlerkrebse, zahlreiche große und kleine Oktopusse, Schnecken, Plattwürmer und viel weiteren Kleinkram wie Gespensterkrabben.

Mit das Lustigste, was ich je unter Wasser gesehen habe, war ein unglaublich tollpatschiger Kormoran (Seevogel), der auf etwa acht Metern Wassertiefe verzweifelt einem sich windenden und flüchtenden Schwarm Kleinfische hinterher jagte. So elegant und beeindruckend der silbrig glitzernde Schwarm aussah, der Kormoran kam mit seinen paddelnden Patschefüßen und auch unter Wasser schlagenden Flügeln nicht einmal ansatzweise an die Fische ran. Das Ganze fand beim letzten Tauchgang direkt vor unserer Nase statt und sah unbeschreiblich ulkig aus! Was haben wir gelacht! 😀

Sebastians Taufe

Was das Tauchen angeht, waren alle Taucher zufrieden, geradezu befriedigt. Sebastian entwickelte einen Neopren-Fetisch und amüsierte schon nach wenigen Tagen die Basis-Crew, weil er einfach nie ohne Neoprenanzug unterwegs war. Schon vom Strand aus erschnorchelte er die gesamte Palette an Unterwasser-Viechern, die Tamariu zu bieten hat. Und seine Taucher-Taufe trug er mit Fassung (s. Foto). Niko inspizierte unter Wasser jede Spalte, kam meinem recht niedrigen Luftverbrauch für seine wenigen Tauchgänge erstaunlich nahe und ist – so glaube ich – jetzt ebenfalls so richtig auf den Geschmack gekommen. In Babsis Kopf ist nach mehreren Jahren ein dicker, fetter Knoten geplatzt und sie fühlte sich unter Wasser wieder beinahe pudelwohl – ich bin sooo stolz auf dich! Ursula hat auch nach nicht einmal zehn Tauchgängen in fünf Jahren nichts verlernt und uns souverän durch’s Hausriff geführt. Über Wasser war sie jedoch zusammen mit Astrid unentwegt damit beschäftigt, sich selbst und anderen kleine Elektro-Schocks zu verpassen, die – wer’s glaubt, wird selig – gegen Mückenstiche helfen! Jaja, doch, doch, ganz bestimmt, das hilft! 😀 Und Astrid hat zwei Mal geschnuppert und ist sich nun sicher, dass sie bei nächster Gelegenheit einen Tauchschein machen sollte. Das ist ohnehin längst überfällig, finde auch ich!

Nur eine einzige Kleinigkeit fand ich bedauerlich: In dieser Woche gab es außer uns leider keine Interessenten für einen Nachttauchgang. Schade, denn damit ist uns natürlich ein Highlight durch die Lappen gegangen. Vor allem Niko hätte ich’s gegönnt, weil er noch nie nachts unter Wasser war. Nunja, vielleicht beim nächsten Mal. Ich gehe nämlich einfach mal davon aus, dass wir nicht zum letzten Mal zusammen tauchen waren…

Fortsetzung folgt in Teil 3

Zu Teil 1.

Infos zur absolut empfehlenswerten Tauchbasis „Stolli’s Divebase“ gibt’s auf deren Internetseite, inklusive Fotos, Preisen und sonstigen Infos.

Fotos: © Muschelschubserin / Sebastian G. / Verena G. / Barbara H.

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4 Antworten to “Tauchende Kormorane und ein Neopren-Fetisch (Tamariu-Reisebericht Teil 2)”

  1. Babs Mittwoch, August 6, 2008 um 21:45 #

    Jajajajajajajajaja,

    nochmal tauchen

    jajajajajajajajajajaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa

    nochmaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaallllllllllll!!!!!!!!!!!!!!!!

  2. Stromfrau Donnerstag, August 7, 2008 um 09:57 #

    Moin,

    ach wat hört sich dat alles gut an… 🙂
    Da kriegt man ja auch fast Lust, ins Wasser zu springen und „abzutauchen“… sehr interessante Berichte noch dazu… und das kleine Städtchen gefällt mir wirklich außerordentlich gut!

    Aber was genau ist ein Hausriff? Steht da ein altes Haus unter Wasser? Oder wie oder was?

    So, allen noch einen schönen Tag, ich schwitz mal weiter im heißen Deutschland und werde ab morgen auf dem Meraluna wohl „absaufen“ statt „abtauchen“…

    Liebste Grüße von Stromfrau & Mini-Franka 😀

  3. Muschelschubserin Donnerstag, August 7, 2008 um 10:16 #

    Hausriff wird der Tauchplatz genannt, der direkt an der Tauchbasis liegt. 😉

    Viel Spaß auf dem M’era Luna, falls wir uns nicht mehr lesen! Und gutes Wetter! Ach ja, und ich soll dich von Babs grüßen. 😀

  4. kormoranflug Montag, Mai 18, 2009 um 12:36 #

    jeder schwarze Vogel findet mal einen Fisch…

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