Lärm im Kopf

16 Mai

Letzte Nacht ist es zum ersten Mal passiert. Ich bin zwar mittlerweile ganz gut darin, diesen alles übertönenden Straßen- und Baulärm, der von der nach der Sprengung übrig gebliebenen Riesenbaustelle herüberweht, zu ignorieren. Ich höre Krankenwagen-, Feuerwehr- und Polizeisirenen erst, wenn sie länger als eine viertel Stunde ertönen, die Motorengeräusche der Autos und Lkw blende ich komplett aus, ebenso das ewige Gehupe, weil mal wieder jemand nicht merkt, dass die Ampel auf Grün gesprungen ist.

In den letzten Tagen ist es aber so warm, dass ich den ganzen Tag alle Fenster geöffnet habe, was ja eigentlich toll ist. Diese leichte Brise in der Wohnung, eigentlich steh ich drauf. Aber ich muss sagen, dass mir der Aufzug an dem Gerüst, dass nun auch noch zu allem Übel direkt gegenüber aufgestellt wurde, die Motorengeräusche der großen Bagger auf der Baustelle sowie das Gehämmere des Presslufthammers doch phasenweise arg zusetzen. Es ist stellenweise noch schlimmer als ich mit diesem Video zeigte – und sie fangen neuerdings schon zwischen 6 Uhr und 6.30 Uhr an!

Musik hören kann ich gar nicht mehr, das Telefon höre ich kaum und der andere in der Leitung fragt garantiert, was das für ein Krach ist bei mir, ob ich auf der Straße stehe. Nee, ich bin zu Hause, so hört sich das hier eben an. Ich frage mich, wie ich bei so einem Krach meine Diplomarbeit schreiben soll. Ganz im Ernst. Das ist unmöglich. Je mehr ich mich auf irgendwas konzentrieren muss, desto lauter erscheinen mir die Geräusche. Und gestern ist es dann eben zum ersten Mal passiert: Ich liege im Bett, die Baustellenarbeiter haben längst Feierabend und so sind Aufzug, Bagger und Presslufthämmer verstummt. In meinem Kopf allerdings hämmern und summen sie weiter – ich höre das alles auch dann noch, wenn es längst (Achtung, Wortspiel!) aufgeHÖRT hat.

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10 Antworten to “Lärm im Kopf”

  1. brandenburgerin Freitag, Mai 16, 2008 um 13:47 #

    oh man, das ist echt schrecklich!
    im juli wird in der nordstadt eine wohnung frei 😉 aber die wird mittlerweile von einer immobiliengesellschaft verwaltet. und die sind nicht sehr fürsorglich.

  2. Muschelschubserin Samstag, Mai 17, 2008 um 12:56 #

    Eigentlich mag ich meine Wohnung ja. Sie ist groß und schön, die schönste von dreien, die ich in Dortmund bisher hatte. Dass es hier laut ist, ist auch klar, und das wusste ich auch beim Einzug. Liegt ja nunmal in der Stadtmitte und an einer der größten Kreuzungen. Allerdings wusste ich nix von der Sprengung, mehreren Jahren Großbaustelle und auch nicht vom fast einjährigen Umbau der Hohen Straße zur Fanmeile für die Fußball WM. 😀 Und dass ich in so nem Lärm mein Studium zu Ende bringen muss.

  3. Aki Arik Samstag, Mai 17, 2008 um 13:35 #

    ich verstehe dich gut! Hab selber mal mitten in der Stadt gewohnt. Am Anfang wars ja ganz schön. Aber dann haben die Gegenüber einen riesen Verwaltungsbau mit Tiefgarage und allem pipapo hochgezogen. Bei so nen Lärm, da kann man echt nicht arbeiten. Am schlimmsten ist, je mehr man darüber genervt ist, desto weniger kann man sich konzentrieren.

  4. Muschelschubserin Sonntag, Mai 18, 2008 um 11:37 #

    Ja, du sagst es! Das empfinde ich genauso. :/

  5. buchstaeblich Donnerstag, September 25, 2008 um 15:04 #

    Großbaustellen sind nicht schön, aber der Kasten, den sie da weggesprengt haben, war es auch nicht. Darüber haben die Dortmunder aber schon gelästert, als der noch eine Baustelle war.
    Der Lärm muss grauslich (gewesen) sein.

  6. Muschelschubserin Donnerstag, September 25, 2008 um 16:29 #

    Allerdings, der sah hässlich aus, ebenso wie das braune Dingen auf der Hansastraße fast gegenüber.
    Ich will schon seit geraumer Zeit nochmal ein Video drehen oder Fotos zeigen. Aber es lohnt sich kaum, denn es sieht beinahe noch genauso aus und hört sich ganz ähnlich an wie auf dem oben verlinkten Video. :/ Daran hat sich auch fünf Monate später noch nix geändert…

  7. buchstaeblich Donnerstag, September 25, 2008 um 20:32 #

    Ich schaffe einfach die Behauptung nicht, ich würde den Wegzug bereuen. Ich hatte noch keine Sekunde Heimweh außer nach Schnippelbohnen.

  8. Muschelschubserin Freitag, September 26, 2008 um 11:26 #

    Muss man ja auch nicht schaffen. Ich bin die letzte, die es nicht nachvollziehen kann, wenn man wegzieht, egal von wo in diesem Land. Und das, obwohl ich das Ruhrgebiet nach 8 Jahren ziemlich lieb gewonnen hab. Das hat das Münsterland in über 20 Jahren nicht geschafft. Ginge es nur nach mir, wäre ich trotzdem schon so gut wie am packen.

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  1. Häppchen für zwischendurch « Muschelschubserin - Dienstag, Juni 3, 2008

    […] dahin schon fertig. Zweitens wird die OP vermutlich mittendrin liegen, ich werde sie im absoluten Lärmchaos schreiben müssen und drittens bekam ich heute eine Email, die bei mir beinahe ein […]

  2. Baustelle Volkswohl Bund - Es tut sich mal was « Muschelschubserin - Montag, Oktober 27, 2008

    […] nach der Sprengung aussah, hab ich ja schonmal gezeigt. Auch, wie es sich im April anhörte. Und im Mai immernoch, auch in meinem Kopf, wenn es draußen längst still war. Im Juni, Juli, August, September und […]

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