Die Tibetkrise und die Rolle der Tibeter

21 Mrz

Seit einiger Zeit frage ich mich, ob und wie ich die Krise zwischen Tibet und China im Blog behandeln soll. Ich stehe von der Sache her eindeutig auf der Seite der Tibeter und mir ging seit Myanmar keine Krise mehr emotional so nahe. Das liegt ganz einfach daran, dass ich ein paar Bücher vom Dalai Lama gelesen habe, unter anderem seine Biografie und „Das Buch der Menschlichkeit„, von denen ich tief beeindruckt war. Vor allem das „Buch der Menschlichkeit“ hat meine Art zu denken und leben in den letzten Jahren stark beeinflusst. Der Dalai Lama gehört für mich aus verschiedenen Gründen zu den Personen, vor denen ich großen Respekt habe.

Was also über den Konflikt bloggen? Eine der Fragen, über die ich mir die ganze Zeit uneinig war, war die, in wieweit die Tibeter selber gewalttätig geworden sind. Irgendwie schien es mir da keine eindeutige Antwort drauf zu geben. Die Medien berichteten zunächst von der gewaltsamen Niederschlagung friedlicher Proteste, der Dalai Lama kündigte dagegen kurz darauf die Niederlegung seines Amtes an, sollte sein Volk nicht auf Gewalt verzichten. Das schien irgendwie nicht zusammen zu passen. Deshalb machte ich mir vor ein paar Tagen auf die Suche im Internet, hatte gehofft, auf Blogger aus Tibet zu stoßen. Vor allem, wenn offizielle Nachrichtenquellen zensiert oder unterdrückt werden, gewinnen Blogs aus derartigen Krisengebieten an Bedeutung.

Die Deutsche Welle berichtete vor vier Tagen von Bloggern aus dem Krisengebiet. Und heute fand ich bei Stefan Niggemeier und dem Spiegelfechter zwei Artikel, die eine andere Sichtweise auf die Krise zeigen, als sie bisher in den Medien gezeigt wurde und die manche meiner Fragen zur Rolle der Tibeter in diesem Konflikt beantworten. Ich empfehle diese Artikel hiermit weiter (inklusive zum Teil kontroversen Kommentaren) und stimme Stefan Niggemeiers Fazit zu:

Irgendwie ist an Wagner vorbeigegangen, dass eine Gruppe von Tibetern in den vorausgehenden Tagen möglicherweise nicht damit beschäftigt war, Fliegen zu retten, sondern Chinesen und ihre Geschäfte anzugreifen. Man mag darin auch eine Form von Notwehr sehen. Man darf es nur nicht leugnen.

Advertisements

7 Antworten to “Die Tibetkrise und die Rolle der Tibeter”

  1. Li Freitag, März 21, 2008 um 16:25 #

    Ueber Dalai Lama: Ich moechte ihn und sein Image nicht verletzen. Aber ich muss sagen, er hat auch eine andere Seite wie jeder Mensch, das kann man aber nicht von seinen eigenen Buechern rauslesen. Suche weiter im Internet Forschungsartikel ueber ihn, dann kannst du einen vollstaendigen Eindruck von ihm haben.

  2. Muschelschubserin Freitag, März 21, 2008 um 16:30 #

    Kannst du diese Meinung belegen? Hast du Links oder Beispiele, die du mir geben kannst?

  3. Patricia Freitag, März 21, 2008 um 17:19 #

    huhu, vielleicht interessiert dich ja dann der Blog von einem Freund von mir. Er war die letzten wochen in Lhasa, und damit direkt betroffen … sein gepäck ist immernoch dort, aber er kommt mit seiner schwester in 2 tagen bald wieder in deutschland an …
    das ganze findest du hier: http://www.blogigo.de/Konfusius_Christchin

    Liebe Grüße von der die wieder nch Sydney will – verdammt –

  4. Muschelschubserin Samstag, März 22, 2008 um 21:37 #

    Hey du,
    danke für den Link! Ich werde mir das ganz sicher mal näher zu Gemüte führen.
    Liebe Grüße zurück! Bei mir ist Down Under auch leider immernoch nicht wieder in Sicht. 😦

  5. Jun Montag, März 24, 2008 um 13:48 #

    Da zur Zeit Spielgel TV und auch die anderen westlichen Medien über die Protest in Tibet sehr einseitig und falsche berichtet haben, schreibe ich diese Kommentar.Bitte schauen Sie folgende WebeSeite und Filme! Sie werden über die Geschichte des Tibets und Dalailama mehr erfahren.

    http://www.trimondi.de/SDLE/Index.htm

    http://www.youtube.com/user/bondage2012

    http://www.newspiritualbible.com/index2

    http://newschecker.blogspot.com/2007/10/dalai-lama-hero-in-western-world.html#c1455028855088734991

    Auf folgenden Film wurde einen Jungen Tibeter Mann interviewt, der fließende Indischen Englisch spricht. Kommt er aus Tibet oder Indien? Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein in chinesische Tibet aufgewachsene Mann so gut Englisch spricht. http://www.youtube.com/watch?v=NflbbNHpP5A&feature=related

    Auf den folgende WebeSeite wurde uns klar gemacht, wie die westliche Medien die Protest in Tibet falsch kommentiert haben. Bitter schauen Sie die folgenden Video und WebeSeite!
    http://www.anti-cnn.com/
    http://www.stefan-niggemeier.de/blog/ein-nepal-fuer-ein-tibet-vormachen/

    Jun

  6. Muschelschubserin Dienstag, März 25, 2008 um 11:54 #

    Erstmal hallo!

    Ich habe da, wo ich mich derzeit aufhalte, leider keine Lautsprecher am PC und kann daher keinerlei Ton aus den Videos verstehen. Werde sie mir aber nochmal angucken, wenn ich wieder zu Hause bin.

    Trotzdem möchte ich einiges sagen:

    1. Scheinbar haben Sie meinen Artikel gar nicht gelesen, denn der letzten von Ihnen verlinkten Blog-Beitrag zu Stefan Niggemeier war ja gerade der Aufhänger zu meinem Artikel. Mir ist also nicht neu, dass auch die Tibeter Gewalt angewandt haben (und ich habe schon VOR dem Blog-Beitrag von Stefan Niggemeier über die Medienberichterstattung hierzulande gegrübelt, wie gesagt) und ich finde das schlimm. Ebenfalls schlimm ist, dass unsere Medien hier falsche Bilder zu ihren Informationen gesendet haben. Das darf nicht passieren.

    2. ABER: Ich kann ansatzweise verstehen, dass vor allem junge Tibeter den falschen Weg zur Entladung ihrer Wut wählten. Das ist keine Entschuldigung, aber es wundert mich auch nicht wirklich. Wenn freie Meinungsäußerung und Menschenrechte unterdrückt werden, staut sich so viel auf, dass von niemandem gehört wird, dass es nun wirklich keine Überraschung ist, wenn sich das eines Tages gewaltvoll entläd. Was nicht heißt, dass ich das befürworte.

    3. Dass unsere Medien falsche Bilder gesendet haben ist wie gesagt schlimm. Aber auch das ist nicht verwunderlich, wenn China sämtliche Journalisten ausweist und Nachrichtenströme unterbricht, so dass jegliche Informationen aus zweiter oder dritter Hand stammen. Wenn sich nun bei Stefan Niggemeier unter seinem Artikel so viele PRO-China-Kommentatoren dermaßen auf diesen Fehler konzentrieren (ja, ich habe die rund 400 Kommentare verfolgt), kann ich das nicht nachvollziehen. Dass sich gerade Menschen aus China, deren Staat die Pressefreiheit in Tibet verbietet, nun über zweifelhafte und falsche Medienberichterstattung aufregt, ist paradox. Auch dass die Glaubwürdigkeit unserer Medien deshalb komplett in Frage gestellt wird, halte ich für übertrieben. Informationen über erschreckende Menschenrechtsverletzungen in China sind doch nicht neu. Seit Jahren schon wird darüber berichtet. Und mir kann keiner erzählen, dass das alles falsch ist oder war. Dass auf diesen Fehler der deutschen Medien, falsche Bilder zu senden, hingewiesen wird, ist sehr sehr wichtig. Sich jetzt jedoch so daran hochzuziehen sowie krampfhaft nach zweifelhaften Negativ- oder Horror-Informationen über den Dalai Lama zu suchen, sieht mir nach reiner Ablenkung vom eigentlichen Problem aus.

    4. Wie gesagt, ich habe hier keinen Ton. Jedoch kann ich so schon sehen, dass einige Ihrer genannten „Quellen“ dermaßen unglaubwürdig sind, dass ich mich frage, wie man so etwas ernsthaft als Argument anführen kann. Wer Tibert „Paviane in Menschengestalt“ nennt, sorry, der kann noch so tolle Argumente anbringen, bei mir hat er keinerlei Glaubwürdigkeit. Dann die Sache mit den Kindern, denen angeblich vom Dalai Lama oder seinen Leuten die Haut abgezogen wurde. Das las ich bei Stefan Niggemeier und nun auch in einem der von Ihnen angegebenen Links. Wollen sie mir ernsthaft erzählen, das sei ein glaubwürdiger Link? Weder weiß ich, ob die Fotos nicht aus Attrappen bestehen, noch woher sie stammen! Ebenso die verstümmelten Sklaven. Keines der Bilder hat einen Bezug zum Dalai Lama, dessen Grausamkeit damit jedoch bewiesen werden soll. Es tut mir leid, aber das ist noch viel viel unglaubwürdiger als das, was unsere Medien hier gemacht haben. Das ist Propaganda, und zwar schlecht gemachte.

    Ich werde mir die Videos mit Ton angucken, sobald ich wieder zu Hause bin. Sollte ich darin irgendein glaubwürdiges Argument (wofür eigentlich? Dass die Tibeter angefangen haben? Dass China keine andere Wahl hatte, als mit den gleichen, gewalttätigen Mitteln zurückzuschlagen? Dass Tibet nicht unterdrückt wird? Dass der Dalai Lama die Reinkarnation des Teufels ist und China deshalb ein Recht darauf hat, die Menschenrechte zu verletzen?) finden, das mir neu ist, melde ich mich nochmal.

    Ansonsten: Nein, ich bin weder Tibet-, noch China-Kennerin. Ich werde versuchen, mehr Durchblick zu bekommen. Vor allem werde ich die Augen offen halten nach verlässlichen (!) Quellen, in denen der Dalai Lama kritisch betrachtet wird. Ich behaupte nicht, von der ganzen Thematik viel Ahnung zu haben und bin bereit, mich belehren zu lassen. Jedoch bitte mit Fakten und aus glaubwürdigen Quellen.

Trackbacks/Pingbacks

  1. Der siebente Tibeter - Wilsons-Island - Magazin für globale Lebensaspekte - Samstag, März 29, 2008

    […] du mich. Ich weiß es nicht. Auf viele Fragen gibt es hier keine eindeutige Antwort, schreibt Muschelschubserin. Vermitteln uns die Medien die ganze Wahrheit in dem Konflikt? „Du musst immer für die Leidenden […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s