Matsche in der Birne

14 Mrz

Wort für Wort, Absatz für Absatz, Seite für Seite und Kapitel für Kapitel kämpfe ich mich langsam voran. Den ganzen Tag sitze ich jede freie Minute davor. Lese, recherchiere, fasse zusammen, surfe, blättere, denke, schreibe. Immer das selbe, jeden Tag aufs Neue. 38 Seiten hab ich bisher zustande gebracht. Fehlen noch 22. Kein Problem. In meinem Kopf ist noch Material für zwei oder drei weitere wissenschaftliche Arbeiten zum gleichen Themenkomplex: Weblogs.

Ich fühle mich mittlerweile so tief im Thema drin, dass ich aufpassen muss, nicht drin zu versinken. So wahnsinnig viele interessante und wichtige Informationen muss ich weglassen. Aber ich hab ja noch 120 Seiten Diplomarbeit vor mir, zum gleichen Thema, mit anderem Schwerpunkt. Und trotzdem wird Vieles übrig bleiben. Ich habe Angst, all den Facetten dieses Mediums nicht gerecht zu werden. Nicht klar genug zu machen, wie viele spannende Möglichkeiten es bietet. Ich möchte nicht das tun, was von Bloggern gerne kritisiert wird: Eine wissenschaftliche Abhandlung schreiben, die viele Aspekte der Blogosphäre außer Acht lässt. Weil es noch gar keine Untersuchungsmethoden gibt, die darauf zugeschnitten sind. Ich möchte nicht an der Blogosphäre vorbei schreiben.

Ich möchte nicht Weblogs mit Journalismus vergleichen, obwohl es eine Studienarbeit für das Fach Journalistik ist. Ich werde nicht klären, ob Blogger Journalisten sind, ob Journalisten Blogger sein können, ob der traditionelle Journalismus durch Weblogs dem Untergang geweiht ist oder ob Blogs die „Klowände“ des Internet sind. Ich bin dieser Diskussion müde und froh, dass sie mittlerweile in eine konstruktivere Richtung zu gehen scheint. Ich will nicht mit in der Blogosphäre längst durchgekauten Geschichten ankommen, und doch sind diese spannend. Ich möchte Neues erarbeiten und weiß nicht, ob es mir gelingt.

Dieses Thema wächst mir mehr und mehr ans Herz. Und doch will ich endlich fertig werden und diese Arbeit hinter mir haben. Die Tage verrinnen wie nichts. Ich tu, was ich kann – und trotzdem scheint mir die Zeit davon zu rennen. Als bewegte ich mich in Zeitlupe auf eine immer schneller heran nahende Deadline zu. Sehr bald muss ich doppelt so viel in der gleichen Zeit schaffen. Das Ende ist in Sicht, und doch sehe ich dahinter schon die Silhouette des nächsten Berges, den ich abarbeiten muss. Und dann hab ich nur noch Matsche in der Birne.

Gute Nacht!

8 Antworten to “Matsche in der Birne”

  1. Klaudia Samstag, März 15, 2008 um 11:28 #

    das hört sich sehr spannend an. wird man denn irgendwann, irgendwo was daraus lesen können?

  2. Nordstrahl Samstag, März 15, 2008 um 14:11 #

    Hallo Muschel,

    „je mehr man weiß, um so mehr weiß man, dass man nichts weiß“ so oder ähnlich klingt der Sinn einer alten Erkenntnis und weißt auf ein Gefühl des Ausuferns hin. Dieses Gefühl hab ich schon mehrmals an eigenen Leibe erfahren – immer dann, wenn ich etwas Neues anfing und dann so nach und nach in die Thematik vorgedrungen bin und das Gefühl hatte, darin zu versinken.

    Ich glaube, alles Wichtige läßt sich vielleicht mit einer Definition von „Geschmack“ zusammenzufassen – ich hörte sie einmal und sie prägte sich sofort auf Dauer in mein Gehirn ein – „Geschmack ist die Kunst wegzulassen“.

    Vielleicht läßt sich dieser kurze und prägnante Satz auch auf die Auswahl deiner Überfülle an Erkenntnisse zum Thema Weblogs 😉 übertragen.

    Ich wünscche dir noch ein schönes Wochenende

    Gruß Nordstrahl

  3. Muschelschubserin Sonntag, März 16, 2008 um 16:12 #

    @Klaudia
    Hm, ich überlege mir das noch. Falls nicht, ginge das aber bei Interesse auch per Mail. 😉

    @Nordstrahl
    Danke, die Sprüche passen sehr gut. 🙂 Vor allem „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ So ungefähr fühle ich mich wirklich derzeit. Voll und leer zugleich.

  4. Stromfrau Montag, März 17, 2008 um 09:46 #

    Halt weiter durch… Schakaaaaaaaaaaaaaaaaaa und Ommmmmmmmmmmmmmm oder so ;o)

    Du schaffst dat schon! Kopp hoch und durch!

    Knutscha vonne Stromfrau!

  5. Aki Arik Montag, März 17, 2008 um 10:06 #

    … Grüße und Viel Erfolg mit deiner Diplomarbeit !

  6. Muschelschubserin Montag, März 17, 2008 um 18:24 #

    Danke! 🙂 Ich wünscht, es wäre schon die Diplomarbeit. Leider bin ich erst bei der Studienarbeit, die Diplomarbeit folgt zeitnah danach. :/

  7. Homer Dienstag, März 18, 2008 um 17:05 #

    Hi,
    du schreibst gerade deine Studienarbeit, der dann deine Diplomarbeit folgen wird, die auf die Ergebnisse deiner Studienarbeit aufbaut – dieser Arbeit kannst du dann eine Doktorarbeit folgen lassen, um die Ergebnisse deiner Diplomarbeit weiter zu vertiefen – z.b. mit einer eigenen Forschung, welche dann auch all die Dinge abdecken kann, welche zur Zeit in deinem Kopf rumschwirren … ich hab gestern meine Masterarbei beendet und ca. 8 Stunden später bin ich versucht, weitere Änderungen vorzunehmen wohl wissend, dass ich nicht alle Aspekte, die mein Thema betreffen abdecken kann – dies auch nicht soll bzw. muss – all der ‚Matsch‘ in deinem Hirn sollte dich eher beruhigen und im Hinblick auf deine bevorstehende Diplomarbeit ermutigen, da du schon erkennen kannst, was du in dieser Arbeit schreiben wirst – deine Arbeit wird sicherlich den Ansprüchen der Uni genügen, ob sie auch deinen Ansprüchen genügt, ist eine andere Frage, sollte dich im Moment aber nicht stressen – häufig erkennt man erst nach einiger Zeit, was man eigentlich mit der Arbeit erreicht und geleistet hat – im Prozess des Erarbeiten tendiert man eher dazu, vieles schlechter zu sehen, als es eigentlich ist ..
    Gruss R.

Trackbacks/Pingbacks

  1. Muschelstreberin « Muschelschubserin - Mittwoch, Mai 28, 2008

    […] das Stöhnen und Ächzen, die Matsche in der Birne und die Einsamkeit haben sich […]

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