Kurz vorm Kippskollaps

22 Jan

Das Gebäude wird mit einem „Kippskollaps“ zusammenkrachen. Mit was? Mit einem „Kippskollaps“. So sagt es Sprengmeister Günther Franke in einem Bericht der WDR-Lokalzeit über die bevorstehende Sprengung des Volkswohl Bund Gebäudes am 17. Februar in Dortmund – wenn ich ihn richtig verstanden habe. Kippskollaps. Das ist ja ein herrliches Wort! Ich krieg gleich nen Kippskollaps! Das muss ich mir merken! „Achtung, Achtung! Sie werden nun evakuiert, denn es steht ein unmittelbarer Kippskollaps bevor!“ 😀

Wer sehen und zum Teil auch hören möchte, wie es in meiner unmittelbaren Nachbarschaft mittlerweile zugeht, der sollte sich den viereinhalbminütigen Bericht ansehen. Es gibt tiefe Einblicke in das Abrissgeschehen und schöne Aufnahmen von den Gebäudeskeletten. Dass die Sprengung stattfindet, um „die in unmittelbarer Nachbarschaft wohnenden Bürger (…) so wenig wie möglich zu belästigen“, wie es in der Anwohnerinformation des Volkswohl Bundes steht, löst in mir mittlerweile leichte Magenkrämpfe aus. Nen halben Kippskollaps sozusagen. Schonmal versucht, bei vor Baulärm vibrierenden Fenstern ne Studienarbeit zu schreiben? Zu allem Lärm-Überfluss kündigt Projektleiter Markus Ortmann gegen Ende des Beitrages auch noch an, dass es noch Luft im Zeitplan gebe. Und zwar in der Form, dass man die Arbeitszeit zum Beispiel noch auf Wochenend-Arbeit aufstocken könne. Äh… gaaanz ruhig… es findet alles nur statt, um mich nicht mehr als nötig zu belästigen, woll!?

Während mir noch immer der Baulärm dieses extrem lauten Tages in den Ohren dröhnt und ich mich innerlich über das Wort Kippskollaps amüsiere, spricht der Moderator davon, dass die Polizei am Sprengtag Streife laufen wird. Warum, frag ich mich, ist doch keiner da im Sperrgebiet, von dem sich doch jeder, der noch halbwegs bei Sinnen ist, freiwillig fern halten wird, oder? Nein, erläutert er, so ein gesperrtes Gebiet sei natürlich „eine Oase für Einbrecher“…

Liebe Einbrecher, meine wertvollsten Besitztümer sind der alte Sessel von Opa und eine Uralt-Stereoanlage. Wollt ich nur mal eben erwähnt haben. Aber drei Häuser weiter, da gibt’s bestimmt was zu holen!

Ich bleibe weiterhin am Kippskoll…. äh… Ball, ebenso wie der WDR, der das Geschehen auch live übertragen wird, und die Leute im Bauforum (mit aktuellen Fotos).

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5 Antworten to “Kurz vorm Kippskollaps”

  1. Stromfrau Mittwoch, Januar 23, 2008 um 09:24 #

    Cool – hab ich mir angesehen. Finde Sprengungen auch superinteressant. Schade nur, dass es zu deinem Leidwesen gerade in die Zeit des Schreibens der Diplomarbeit fällt 😦
    Wäre schön, wenn du die Übertragung dann auch hier posten könntest, dann muss ich nicht lange suchen.
    Danke und bitte keinen Kippskollaps kriegen,
    Küssle deine Stromfrau

  2. Muschelschubserin Mittwoch, Januar 23, 2008 um 19:39 #

    Ja, werde das verlinken. Das blöde ist, dass ich zu dem Zeitpunkt eigentlich lieber schon wieder in Bayern wäre zum Schreiben. Aber ich will die Sprengung andererseits nicht verpassen. Zwickmühle! :/

Trackbacks/Pingbacks

  1. Sicherer Boden für die Sprengung Volkswohl Bund Gebäude « Muschelschubserin - Freitag, Januar 25, 2008

    […] Volkswohl Bund Gebäudes, welches am 17. Februar gesprengt wird und über das ich bereits hier, hier und hier berichtet habe, mit Beton verfüllt. Der Grund dafür ist, dass nur zwei Meter unter […]

  2. 3…2…1 - Liveübertragung « Muschelschubserin - Dienstag, Februar 5, 2008

    […] Kurz vorm Kippskollaps – mit Link zum WDR Bericht […]

  3. Dem ein oder anderen steigt die anstehende Sprengung scheinbar zu Kopfe « Muschelschubserin - Donnerstag, Februar 7, 2008

    […] als die wie ich fand erstaunlich geduldigen Veranstalter sie einfach zu ignorieren begannen. “Gleich kriegen se nen Kippskollaps“, dachte ich. Man solle bei seinem Vermieter eine Mietminderung durchsetzen, wenn man durch […]

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