Einmal Supermarkt-Hölle und zurück (aktualisiert)

21 Dez

Was für eine Erleichterung es ist, den Weihnachts-Einkaufs-Wahnsinn hinter sich zu haben! Ich spreche jetzt gar nicht von Geschenken, denn die paar, die ich besorgen musste, hab ich mir allesamt bis an die Wohnungstür liefern lassen. Ich rede von der momentanen Supermarkt-Hölle. Bei so vielen anstehenden Feiertagen gilt es, seine Lebensmittel-Versorgung anständig zu planen. Schließlich ist der Zugang zu diesen höchst beschränkt und viele müssen ihre Liebsten mit den tollsten Dingen bekochen. Das will ordentlich durchkalkuliert sein: Was kaufe ich wann? Was hält sich wie lange? Isst Papa wieder so viel wie im letzten Jahr? Kann ich vielleicht was einfrieren? Wieviel brauche ich für so viele Tage? Wer kommt alles zu Besuch? Oder wann bin ich vielleicht selber woanders zum Essen?

Mein Kühlschrank platzt bald aus allen Nähten, aber ich habe meinen kompletten Weihnachtseinkauf gerade erledigt und muss somit erst nächste Woche Donnerstag wieder in den Supermarkt. Hätte ich irgendwen außer mir und vielleicht noch meinem Schatzi zu bekochen, hätte ich mir erst nen zweiten Kühlschrank zulegen müssen. Die ganzen Familienfrauen (hallo, Mama!) tun mir beinahe leid. Sogar mein Gefrierfach lässt sich kaum noch schließen. Ich kann gar nicht so schnell essen, wie ich Platz in den Regalen brauche, fürchte ich. Es grenzt an ein logistisches Wunder, dass ich das alles in den Kühlschrank rein bekommen habe. Aber ich habe einfach partout keine Lust, mich an den allerschlimmsten Tagen überhaupt – nämlich morgen und am Morgen des Heilig Abend – durch den Supermarkt zu kämpfen. Das war mir grad schon zu voll. Überall lange Schlangen und viele Leute verhalten sich geradezu unverschämt und dreist. Da drängelte sich zum Beispiel so eine nette Dame einfach mal kurz vor mich zur Gemüsewaage und war sich dabei völlig bewusst über ihre Drängelei. Als käme es auf eine halbe Minute an.

Ich hab das Ganze mit stoischer Gelassenheit hinter mich gebracht, extra freundlich gelächelt und alle vorbeiziehen lassen. Trotzdem hab auch ich eingekauft, als würde bald ein Krieg ausbrechen. So voll war mein Wagen noch nie. Ich fühl mich allerdings trotz der Schlepperei ernsthaft erleichtert, weil ich das nun hinter mir habe.

Edit: 22.12., 14 Uhr: Die Frau an „meiner“ Gemüsewaage war wohl eher die harmlose Variante der weihnachtlichen Ellbogen-Mentalität. Zumindest, wenn man diesem netten Beitrag glaubt. 🙂

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8 Antworten to “Einmal Supermarkt-Hölle und zurück (aktualisiert)”

  1. spinpoint Freitag, Dezember 21, 2007 um 14:34 #

    …kann ich sehr gut nachvollziehen, nehme das aber ganz genauso. Einfach etwas mehr Zeit einplanen, nicht stressen lassen und die gestressten Miteinkäufer als „Unterhaltung“ beim Shoppen interpretieren. So sind die vollen Supermärkte mal was ganz neues: Hier kannst Du Nützliches (Einkaufen) mit Freizeitgestaltung verbinden (oder warum guckt sich manch einer irgendwelche Serien am Fernsehen an? Die wollen doch alle irgendwelche Dramen etc. sehen; Und wenn an der Fleischtheke der Kampf um die besten Plätze losgeht, ist das doch viiiiiel realistischer als ne Vorabendserie im Ersten). Vielleicht gönne ich mir sogar noch am Montag einen kurzen Abstecher, nicht um Einzukaufen, sondern um endlich mal ein wenig Stress in dieser friedvollen Zeit zu erleben….

  2. Reviersternchen Freitag, Dezember 21, 2007 um 15:24 #

    Gott sei dank mußte ich heute nicht selbst die letzten Erledigungen machen. Mein Göttergatte ist losgezogen und hat sich dem Kampf im Supermarkt freiwillig gestellt. Er ist die Ruhe selbst und wenn einer drängelt, dann hat er verdammt viel Zeit 😉 Und seine Erzählung eben ähnelte doch sehr deinem Artikel. Er spielt auch mit dem Gedanken Heilig Abend in die Stadt zu gehen, nur um sich die hektischen Leute anzusehen.

    Wir lassen uns von dem ganzen Streß nicht mehr anstecken und gehen alles gelassen an. Wir zwingen uns zur Ruhe, soll der hinter uns an der Kasse ruhig drängeln und schubsen – und wenn mal wieder ein Einkaufswagen in meinen Haken landet, weil ich nicht in Lichtgeschwindigkit die Lebensmittel aufs Band schmeiße und durch die Kasse rase wie ein wilder Stier, dauerts umso so länger … und derjenige hinter mir wird immer nervöser – hehe. Stimmt schon: Besser als das Vorabendprogramm.

    Ich versteh auch nicht, was die ganze Hektik soll. Von wegen besinnliche Zeit.

    Ich wünsche dir schon mal frohe Weihnachten und schicke viele Grüße.

    Bis bald

    Mara

  3. Muschelschubserin Freitag, Dezember 21, 2007 um 18:59 #

    Hehe, spinpoint, deine Betrachtungsweise find ich glatt noch besser als meinen Text! 🙂

    Eigentlich habt ihr Recht: Man könnte Heilig Abend ERST RECHT in den Supermarkt gehen. Der größte Spaß wäre, erst alle zu beobachten in ihrer Hektik, und dann ohne irgendwas in der Hand an den Leuten in der Riiiesenschlange vor der Kasse vorbeihuschen. „‚tschuldigung, hab nix gefunden.“

    Kino is ja auch sauteuer heutzutage. 😀

  4. Stromfrau Samstag, Dezember 22, 2007 um 10:35 #

    Also Weihnachtsgrinsch Nummer 1 geht heute Weihnachtsgeschenke kaufen… hab zwar schon 2 schicken lassen (nee wat praktisch), aber allet ging nicht, weil ich mich wie jedes Jahr so plötzlich von Weihnachten überrollt sehe und mich zu spät drum kümmere… also werden heute Geschenke eingekauft, morgen die Fenster geputzt und Montagmoren die letzten Lebensmittel gekauft. Ich seh dat ganz entspannt; lieber Montagsmorgens einkaufen als arbeiten hehehehehe…

    Schubse; fahrt ihr nicht zu deinen Eltern????

    Gestern wars übrigens saukalt aufm Weihnachtsmarkt… nach 30 Minuten hatte ich Eiszapfenfüße… hoffentlich kriegste das mit dem Joga bei dem ganzen Stress hin! *knuff*

  5. Muschelschubserin Samstag, Dezember 22, 2007 um 10:48 #

    Nein, fahren in der dritten Januarwoche runter. 🙂 Ich bin Hl. Abend zu Hause im Münsterland. Dann eventuell noch einen Tag bei Svens Family. Ich hoffe, ich kann auch über die Feiertage viel lernen. :/

    Ich find’s momentan auch saukalt, wobei es schön ist, wenn dazu die Sonne scheint. Als ich meiner Mama letzte Tage schrieb, dass es schneit und -4 Grad kalt ist, rate mal, was da zurück kam aus Bayern! -14 Grad! :O

  6. Stromfrau Montag, Dezember 24, 2007 um 09:12 #

    Ich bin gespannt: heute ist der 24. und ich werde gleich nach PLUS gehen… ein ganz netter kleiner Laden, in dem eigentlich alles immer „entspannt“ abläuft. Ich lasse mich überraschen… ;o)

  7. Muschelschubserin Montag, Dezember 24, 2007 um 10:17 #

    Viel Glück! 😀 Berichte mal…

  8. Stromfrau Montag, Dezember 24, 2007 um 11:50 #

    So – wieder da! Also der Parkplatz ließ schlimmes vermuten, wartende Autos und Chaos. Ich sagte mir: „Mel, bleib ruhig, is halt heute so…!“ und parkte! Ging in den Laden, Schlange an jeder Kasse; sonst ist der Laden wie ausgestorben! Nuja, ich seelenruhig durch jeden Gang geschlendert und ein paar Kleinigkeiten gekauft und mich noch seelenruhiger an die Kasse gestellt! Fazit: wenn man mit völliger Seelenruhe einkaufen geht und einfach denkt: „Et is wie et is…!“ kommt einem auch die Wartezeit an den Kassen nicht so übel vor! Das hat bestens geklappt… gerne wieder!!!

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