Wolf Rock Dive – Eigentlich sollte es ja ein Geheimnis bleiben…

23 Aug

Es gibt einen einzigen Tauchbericht aus Australien, den ich nicht geschrieben, sondern nur angedeutet habe. Weil es ein Geheimtipp ist und ich es dabei belassen wollte und weil die Erlebnisse dort für mich so unglaublich waren, dass ich das niemals in die richtigen Worte fassen könnte. Nun habe ich vergangene Woche ganz tolle Post bekommen. Sam aus Belgien, mit dem ich an diesem allerletzten Urlaubstag in Australien hai7.jpgtauchen war, hat bei allen drei Tauchgängen Unterwasserfotos gemacht. Und wie versprochen hat er mir eine Cd mit allen Fotos drauf geschickt. Da diese Fotos klasse sind und neben den Fotos aus Sydney und dem Liveaboard ab Cairns die einzigen Unterwasserfotos sind, die ich habe, will ich sie euch nicht vorenthalten. Sie sind einfach eine tolle Erinnerung und mir läuft noch heute eine dicke Gänsehaut über den Rücken, wenn ich sie angucke.

Da das jetzt vollkommen unvollständig wäre ohne die Nennung des Tauchreviers, verrate ich nun dieses Geheimnis. Wer tauchbegeistert ist und sich in die Nähe von Fraser Island wagt, dem sei geraten, sich in Rainbow Beach einzuquartieren. Schon alleine dieser Ortsname lässt einen einen Gang runter schalten (wenn man das nicht eh schon längst getan hat in Down Under). Dort gibt es eine Tauchbasis, Wolf Rock Dive, die sowohl das Wrack der HMAS Brisbane, als auch den so genannten Wolf Rock ansteuert. Dieser liegt unweit der Basis, zehn Bootsminuten vom weißen Sandstrand entfernt, von dem aus man Delfine beobachten kann. Das Besondere daran: Ähnlich wie der Fish Rock in South West Rocks handelt es sich um ein geschütztesmanta1.jpg Gebiet, in dem die weltweit, aber vor allem an der australischen Ostküste stark bedrohten Sandtiger-Haie vorkommen – ohne Anfütterung oder sonstigen Touri-Schnickschnack. Mit denen bin ich ja schonmal getaucht und war mehr als begeistert. Deshalb stand für mich sobald ich vom Wolf Rock erfahren hatte (ich bekam einen Insidertipp an einer anderen Tauchbasis) fest, da will ich hin!

Mir hätten ja schon die Sandtiger gereicht, um mich unendlich glücklich zu machen. Aber es gab noch so viel mehr! Nicht alles davon ist auf den Bildern zu sehen, aber die absoluten Höhepunkte. Drei Tauchgänge waren es, jeder davon steigerte sich noch im Vergleich zum vorangegangenen. Und als hätte Neptun meinen heimlichen Wunsch gehört, sah ich bei meinem bis heute letzten Tauchgang die einzigen Tiere, die ich auf meiner Reise noch nicht gesehen hatte, aber unbedingt sehen wollte: Manta-Rochen, mit vier Metern haiundich.jpgSpannweite. Nichts hat mich unter Wasser jemals mehr berührt. Ich war gerade so begeistert von all den anderen Dingen, dass ich dachte „Scheiß auf die Mantas, besser als das hier geht’s gar nicht“ als die Teufelsrochen um die Ecke kamen. Ich konnt’s nicht fassen!

Aber nun die Liste: Schwarmfische ohne Ende (zum Teil auch auf den Bildern zu sehen), Sandtiger-Haie (zwei bis drei Meter lang und wahnsinnig nah), vier Meter große Mantas, nur wenige Meter von uns entfernt, ein klitzekleiner Steinfisch, Wobbegongs, Stachelrochen, ein riesiger Queensland Groper, Napoleon, ein ich schätze drei Meter langer wunderschöner Leopardhai, ein Adlerrochen, der minimum drei Meter Spannweite hatte, eine Schildkröte und und und… Das erstaunliche daran ist, dass dieser Tauchplatz weit ab des Great Barrier Reefs liegt und recht nahe am Strand. Landschaftlich erinnert er ans Mittelmeer, auch ist es hier etwas kühler als im Norden. Ich war und bin absolut begeistert und beeindruckt und hoffe, dass ich eines Tages noch einmal dort hin komme.

Mehr Bilder gibt’s bei Flickr – es lohnt sich! Mein Dank geht an Samuel. 🙂

Weitere Infos:

Anreise: Rainbow Beach ist bequem mit dem Greyhound Bus oder natürlich dem Auto erreichbar, denn es liegt nicht allzu weit abseits des Bruce Highway, etwa drei Autostunden nördlich von Brisbane. Es liegt am Festland gegenüber des südlichsten Zipfels von Fraser Island.

Tauchen: Wolf Rock Dive ist die einzige Tauchbasis, die den Wolf Rock betaucht. Wolf Rockschildi.jpg selber wird als einer der zehn Top Spots des Tauchens in Australien angesehen. Trotzdem ist dieser Spot recht unbekannt. Die Basis wird von einem sehr netten australischen Ehepaar geführt, welches am liebsten Taucher bewirtet, die wirklich tauchbegeistert und bereits erfahren sind. Aber auch Anfänger kommen voll auf ihre Kosten (wenn auch nicht unbedingt am Wolf Rock selber). Wenn ich mich recht erinnere, habe ich für drei Tauchgänge inklusive Equipment etwa 215 AUS-Dollar bezahlt (Mittagssnack am Strand inbegriffen). Das Equipment ist gepflegt, das Briefing ausführlich, trotzdem hat die Basis einen irgendwie alternativen Hauch, nicht zuletzt weil der Besitzer Berufstaucher ist und diese Tätigkeit auch beim Militär ausgeübt hat. Man packt selber ein bisschen mit an beim Be- und Entladen des Bootes und beim ins Wasser lassen und wieder rausholen und es wird erwartet, dass man mitdenkt und weiß, was man tut.

Unterkunft: Ich war im Backpacker Resort Dingo’s. Der Greyhound hält direkt vor der Türe, es gibt eine Bar, einen Pool, sehr saubere Zimmer mit tollen Badezimmern, die Preise sind normal, es gibt tolle Angebote zum Frühstück, ein Reisebüro (spezialisiert natürlich auf Campingtouren auf Fraser Island), Internet… Allerdings ist es das absolute Partyhostel und massenweise belagert von jungen Reisenden. Wer das nicht mag, sollte lieber ein anderes Hostel oder eine Pension nehmen. Neben dem Dingo’s sind noch zwei Hostels, die mir etwas ruhiger vorkamen. Auf der Website der Tauchbasis gibt es auch ein paar weitere Adressen.

Fotos: © Sam

Advertisements

11 Antworten to “Wolf Rock Dive – Eigentlich sollte es ja ein Geheimnis bleiben…”

  1. spinpoint Donnerstag, August 23, 2007 um 19:36 #

    …warte mal. Das hab ich oben richtig gelesen, oder? Diesen Spot gibt es wirklich, er ist nicht einem Wunschtraum eines Tauchers entsprungen (bzw. wohl jeden Tauchers, der sich mal Gedanken über den perfekten Tauchgang macht)… Schon beim Lesen läuft es mir kalt über den Rücken… Einfach schön hört sich das an… Danke, das es kein Geheimnis mehr ist 🙂 Hoffentlich komm ich da mal vorbei….

  2. Anj Freitag, August 24, 2007 um 12:33 #

    Ui, ist das nicht … gefährlich? Also klar ich weiß, dass Haie sicher nicht dieser Killermaschinen sind, zu denen sie in Hollywoodfilmen gern degradiert werden, aber dennoch sind es ja Raubfische… Hattest du keine Angst, dass sie eventuell angreifen oder zumindest mal „knabbern“?

  3. Muschelschubserin Freitag, August 24, 2007 um 12:42 #

    Eigentlich nicht, denn Sandtiger zählen zu den liebsten Haien überhaupt und es gibt bisher keinerlei aufgezeichnete Attacken auf Menschen durch sie. Nur nachts sollte man wohl tunlichst nicht mit denen tauchen.
    Ich hatte aber Angst vor Bullenhaien. Sie gehören zu einer von drei Arten, mit denen ich niemals tauchen wollte (Weißer Hai, Bullenhai, Tigerhai). Das war das einzige Tier, bei dem ich nicht scharf auf eine Begegnung war. Trotzdem war ich in Gewässern, wo sie vorkommen und bin nicht sicher, ob ich sie nicht doch gesehen habe (manche waren definitiv keine Riffhaie, aber ich konnte sie nicht einordnen). Teilweise musste ich jedenfalls damit rechnen, und das hat mich schon nervös gemacht. Aber das hab ich zehn Minuten vorm Sprung ins Wasser erfahren und zwar so nebenbei, so dass da nicht viel Zeit blieb, drüber nachzudenken.

  4. Anj Montag, August 27, 2007 um 22:35 #

    Klingt irgendwie creepy… aber auch total schön! Muss echt bewegend gewesen sein, dort zu tauchen. Aber ich glaube, ich hätte wahnsinnige Angst vor den Haien gehabt…

  5. KA€F€RCH€N Dienstag, August 28, 2007 um 12:07 #

    ich hätte mir so was von ins hemd gemacht vor angst..
    die beschreibung und die fotos sind allerdings so traumhaft, dass ich versucht bin meine angst zu vergessen. danke an euch für diesen wundervollen tauchtraum..

  6. spinpoint Dienstag, August 28, 2007 um 13:32 #

    … hab mir gerade noch mal die Bilder als Slideshow angeguckt… Ist ja fast schon syreal… Aber ein echter Tauchgang/-spot (ok auch wenn es drei waren) des Jahrhunderts! echt Superschön! Hoffentlich kommen die Kollegen an der Mazza auch noch mal vorbei (also die Sandtigerhaie mit den teuflischen Kollegen im Schlepptau…)

  7. Muschelschubserin Dienstag, August 28, 2007 um 14:30 #

    Die Chancen stehen schlecht. Die Sandtigerhaie sind weltweit stark bedroht. An der australischen Ostküste sterben sie vermutlich innerhalb der nächsten zehn Jahre (!!) aus. Was die Begegnungen, die ich mit ihnen in South West Rocks und am Wolf Rock hatte, noch besonderer, aber auch tragisch macht.

    Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass wir die Mantas auf knapp 15 Metern Wassertiefe gesehen haben und sie ne geschätzte viertel Stunde lang vor unseren Nasen rumgeflogen sind, inklusive Purzelbäumen und so Scherzen? Aaaaaaahhhh! 🙂

  8. schreihals Montag, Juni 16, 2008 um 16:34 #

    mich kotzt es so an, dass ich in thailand nicht den padi gemacht hab, bevorich nach oz rüber bin. arrrgh!

  9. Muschelschubserin Dienstag, Juni 17, 2008 um 11:42 #

    Das glaub ich dir gerne! Vielleicht kannst du das mal nachholen. Das Tauchen an solchen Spots lohnt sich ohnehin wesentlich mehr, wenn man bereits etwas Erfahrung auf dem Buckel hat. 😉

Trackbacks/Pingbacks

  1. “So’n Zacki zum 300. wäre schon schön” (Tamariu-Reisebericht Teil 3) « Muschelschubserin - Donnerstag, August 7, 2008

    […] dort sein sollte, wagte es aber kaum zu hoffen. Und dann sah ich ihn. Sofort musste ich an meinen letzten Tauchgang in Australien denken, bei dem Neptun mir unerwarteter Weise meinen geheimen Wunsch erfüllte und zwei Mantas zu […]

  2. Tauchen in Exmouth: Lighthouse Bay « Muschelschubserin - Montag, August 2, 2010

    […] (50 bar Restdruck in der Flasche) waren. Grossartig. Damit war mein grosser Wunsch, in Australien noch einmal Mantas erleben zu duerfen, mehr in Erfuellung gegangen, als ich je gehofft hatte (s. auch naechster Beitrag). Danke, […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s