Magnetic Island – Gruener Tropenjuwel vor Townsville

17 Apr

Das, was mir in den Atherton Tablelands in meiner alles-auf-einmal Tour zu kurz kam, hab ich ihn vollen Zuegen auf Magnetic Island vor Townsville genossen. Anstatt mich irgendwo einzubuchen, hab ich einen Teil der Insel alleine erkundet – und den fuer mich schoensten Tag bisher erlebt. Die Insel ist in 25 Minuten per Faehre von Townsville aus zu erreichen und bietet alle moeglichen Aktivitaeten: Tauchen, Schnorcheln, am Strand liegen, Bushwalking, Kajaking, Reiten am Strand und Schwimmen auf dem Pferderuecken, mit lustigen bunten dachlosen Autos cruisen… Da faellt die Wahl gar nicht so einfach. Da mir aber ja noch ne richtig intensive Regenwald / Busch-Erfahrung fehlte, hab ich mich auf Wanderschaft begeben. Schon das Rumlaufen auf den normalen Inselstrassen ist lustig: viele sind gar nicht richtig asphaltiert, die Haeuser stehen relativ ungeordnet und von wild wuchernden Pflanzen mit bunten Blueten umgeben am Waldrand, Kakadus und Papageien zwitschern ueberall. Man hat automatisch das Gefuehl, isoliert zu sein, in einer kleinen alternativen Gemeinschaft, und verlangsamt all seine Bewegungen, bis nur noch ein exotisches Schlurfen und flip-floppen uebrig bleibt.

Fast vier Stunden lang bin ich auf der Insel rumgewandert und hab doch ganz schoene Hoehen erreicht, nicht ohne Kraftanstrengung und nen hochrot ueberhitzten Schaedel. In den vier Stunden sind mir lediglich fuenf bis zehn Leute entgegen gekommen, ansonsten war ich mit der Wildnis alleine. Zwar hab ich keine wilden Koalas entdeckt, dafuer aber einiges anderes: kleine und grosse Echsen (inklusive Goanna), riesige Seeadler direkt ueber mir, tropische Voegel… Und wie der Zufall es will, hab ich sogar eine ganz besondere Begegnung gehabt. Ich lese derzeit Bill Bryson’s „Down Under“ und am Abend vor Magnetic Island las ich, wie er sich nen Ast abgefreut hat, als ihm in einem staedtischen Park zufaellig ein Ameisenigel ueber den Weg gelaufen ist. Das ist neben dem australischen Schnabeltier ein Exemplar von nur zwei Arten, die zwar wie Reptilien Eier legen, ihre Jungen aber wie Saeugetiere saeugen. Und, ihr ahnt es, ich wandere so nichts ahnend durch den Busch, als mir so ein kleiner Bursche ueber den Weg spaziert. Toll! Hab natuerlich direkt mit der Kamera drauf gehalten und er hat auch brav rein geguckt.

Waehrend man dort immer groessere Hoehen erklimmt, veraendert sich auch die Vegetation. Von dichtem Wald ueber Eukalyptuswaelder, Palmen und Farnen hin zu mannshohen Graesern und Felsen. Dabei bot jede Ecke neue faszinierende Aus- und Einblicke. Jeder einzelne Schritt aufwaerts hat sich gelohnt, oben wurde ich von beeindruckenden tropischen Aussichten ueber die huegelige und satt gruen bewachsene Insel, einsame Straende und das Meer belohnt. Es war einfach traumhaft und das tollste ist, es ist meins. Meine Bilder, meine Eindruecke, meine Gefuehle waehrend dessen. Ich konnte das so geniessen, es war himmlisch! Einmal bin ich zu einem Aussichtspunkt abgebogen und fand mich auf einer kleinen Plattform wieder mit Blick ueber ALLES, was mich umgab. Ganz alleine, keine Menschenseele weit und breit, nur tropisches Gezwitscher – der perfekte Platz fuer mein Picknick. 🙂

Ich haette gerne noch mehr Zeit auf der Insel verbracht – wie bisher an jedem Ort meiner Reise. Was fuer ein toller Ort, der nun einen warmen Platz in meinem Herzen hat.

Mehr Fotos wie immer bei Flickr, indem ihr hier klickt.

Infos:

Erreichbarkeit: Die Insel wird mehrmals taeglich von den „Sun Ferries“ angefahren ab dem „Breakwater Terminal“ in Townsville (wo auch die Greyhound Busse halten). Hin- und Rueckfahrt kosten ingesamt 26 Dollar.

Buschwandern: Umsonst, ungefuehrt, mehrere Wanderwege stehen zur Verfuegung, auch welche, die nur 30 Minuten dauern. Ich bin von Nelly Bay nach Arcadia gelaufen und es hat mich statt der angegebenen zwei bis zweieinhalb Stunden fast vier gekostet. Aber ich hab viel fotografiert, gepicknickt und genossen. Wenn man will, kann man anschliessend am Strand schnorcheln oder baden. Allerdings je nach Jahreszeit nur mit Schutzanzug, da hier die toedlichen Seewespen (auch als Würfelquallen bekannt) unterwegs sind (wie ueberall an der noerdlichen Ostkueste). Unbeaufsichtigtes Baden würde ich persönlich nicht empfehlen. Ich hab mich komplett aus dem Wasser rausgehalten, obwohl ich die ganze Zeit meine Flossen mitgeschlört hab. Aber auf ne Begegnung mit diesen Quallen kann ich echt verzichten.

Tipps: Unbedingt Kamera und Trinkwasser mitnehmen und mit Sonnenschutz eincremen. Es ist zwar meist schattig, aber die Sonne brennt, wenn sie einen trifft. Ich hab meine eineinhalb Liter Wasser wie nix weggesoffen, bin aber auch nicht die erfahrene und trainierte Wanderin.

Broschuere: Am Breakwater Terminal gibt’s kostenlos eine informative Broschuere zur Insel mit Adressen, Karten, Fahrplaenen, Ausflugstipps, Aktivitaeten etc. Hier stehen auch die unterschiedlichen Wanderwege drin. Die sollte man sich sofort mitnehmen, wenn man zum Beispiel mit dem Greyhound Bus dort ankommt.

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6 Antworten to “Magnetic Island – Gruener Tropenjuwel vor Townsville”

  1. M+P Dienstag, April 17, 2007 um 15:11 #

    Sind wieder auf dem Laufenden und wünschen Dir schöne

    letzte Tage in A.

    Über Deine letzten SM`s war ich richtig gerührt und

    danke Dir sehr dafür.

  2. Genosse Sven Dienstag, April 17, 2007 um 15:33 #

    =) man man … musst wohl doch mal n buch schreiben …

    ist ja eine ganze menge was du da so erlebst …

    ld
    sven

  3. Stromfrau Donnerstag, April 19, 2007 um 10:02 #

    Kali Mera (Hallooooooooooo)…

    Many Greetings from Athens to Australia :o)
    Bin aber hier nun doch schon ca. 2100 km näher dran an you als noch in Germany!

    Hier herrscht irgendwie trotz ner Menge Arbeit ein wenig Urlaubsstimmung in meinem Kopf. Gestern Abend waren wir mitten in Athen und ich hab endlich die Akropolis gesehen, was sehr beeindruckend war!

    Du alter Grieche – sind die alle nett hier!!! :o)
    Macht Spaß hier und die Aussicht aufs Meer vom Hotelbalkon ist ein Traum. Hammer!

    Nun kann ich verstehen was du meinst bezüglich Sehnsucht und sonstigem ;o)

    Dicker Knutscher from Athen to Australia!!!
    Deine Stromfrau

  4. Muschelschubserin Samstag, April 21, 2007 um 02:16 #

    Toll, Mel! Freut mich sehr, dass das scheinbar auch bei dir ein voller Erfolg ist! 🙂
    Knutscher zurueck!

  5. Babs Samstag, April 21, 2007 um 07:55 #

    Ich freu mich auch… für euch beide!

    Und sitze im sonnigen Deutschland auf dem Balkon und versuche, nicht zu neidisch zu sein.

    Drücker um die Welt

Trackbacks/Pingbacks

  1. SS Yongala - Adrenalin pur « Muschelschubserin - Donnerstag, April 19, 2007

    […] Waltzing Australia « Magnetic Island – Gruener Tropenjuwel vor Townsville SS Yongala – Adrenalin pur April 19th, 2007 Es gibt einen Ort an Australiens Ostkueste, […]

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