Abreise & 24 Stunden am Ayer’s Rock / Uluru – Tipps

9 Apr

Ich hab die heftigsten Tage meines gesamten Aufenthalts hinter mir und bin gestern recht angeschlagen in Cairns angekommen. Es gehoert nicht alles davon ins Netz, deshalb schreib ich dazu nur so viel: Nach ner unerwartet ziemlich aetzenden letzten Woche in Sydney (die mit nem ueberraschenden Aus- bzw Umzug, sehr netten Notfall-Hilfeangeboten und nem alkoholreichen Pubcrawl, Kneipentour, endete) kam ich Samstag endlich am Uluru an – leider ohne Gepaeck, denn das hat Qantas lieber in Sydney gelassen, wo es Probleme mit den Foerderbaendern gab. Es sollte einen Tag spaeter im Outback ankommen, etwa zu der Zeit, zu der mein Flieger nach Cairns ging. Ich war begeistert, zumal ich eh schon die Nase voll hatte. Neben der gesamten letzten Nerv-Woche hatte mich naemlich die Stewardess im Flieger zum Ayer’s Rock auf dem Kieker. Aber Unkraut vergeht ja bekanntlich nicht und irgendwann kommt der Punkt, wo es auch gar nicht mehr weh tut und einen nichts mehr ueberrascht.

Letzten Endes konnte ich mein Gepaeck 15 Minuten vor Abflug am Flughafen abfangen und bin zusammen mit meiner Tasche nach Cairns geflogen. Erleichterung pur nach 30 Stunden in den gleichen Klamotten inner Wueste und vor ner Reise in die Tropen, das koennt ihr mir glauben!

Uluru ist sehr beeindruckend und ich hab ne ziemlich tolle Sonnenaufgangstour mitgemacht. Fuenf Stunden lang und mit nur neun anderen Leuten, das ist nicht selbstverstaendlich in Australiens kleinstem aber gleichzeitig meist besuchten Nationalpark! Fruehstueck gabs in der eisig kalten und noch voellig dunklen Wueste, total abgelegen, mit keiner Menschenseele in der Naehe und Blick auf den Fels, am Lagerfeuer mit Geschichten, etwas Geologie, Spurenlesen. Die Wueste ist viel gruener als man denkt, auch wenn es immer die selben Pflanzen sind. Der knallrote, beinahe leuchtende Boden ist einfach nur beeindruckend! Erst recht mit unzaehligen Tierspuren ueberall, die man beim Fruehstueck und danach genauer unter die Lupe nehmen kann. Danach ging es per Allradtrip zum Uluru, weitere Geschichten und eine Umrundung im Bus. Dann ein kleiner Spaziergang zu einem Wasserloch (jawohl, gibt es da mitten im Outback) und vorbei an ein paar

Aborigine-Felsmalereien, begleitet von Mythen, Bush Tucker Beispielen (was kann man in der Wueste essen) und tollen Landschaftsmotiven. Und zum Schluss ging es ins Cultural Centre, dass von den Ureinwohnern designt, gebaut und gefuehrt wird und viel interessantes zu bieten hat. Die Tour war sehr persoenlich, mit ner sehr netten und sympathischen Rangerin, unterhaltsam, landschaftlich schoen und interessant. Ich bin froh diese, und nicht irgendeine andere, billigere und vollere gebucht zu haben.

Mehr Fotos gibts wie immer bei Flickr.

Infos zur Tour und zum gesamten Aufenthalt:

Veranstalter: Voyages. Buchbar uebers Internet (was ich anraten wuerde, denn man weiss nie, ob sie nicht vor Ort ausgebucht ist). Bei der Sonnenaufgangs-Tour handelte es sich um die Desert Awakenings 4WD Tour.

Preis: 129 Dollar. Plus 25 Dollar National Park Zugangsgebuehr, die jeder bezahlen muss, der an Uluru ran will und den darum liegenden Nationalpark betritt. Gebuehr ist zahlbar in bar im Bus und das Ticket ist gueltig fuer drei Tage.

Zeit: Pickup von allen Hotels gegen halb sechs morgens, dauert etwa 5 Stunden.

Tipp: Unbedingt Kamera mitnehmen, Nerven wie Drahtseile wegen den Fliegen (oder so nen lustigen Hut mit Fliegennetz, wie offensichtlich vor allem aeltere Damen gerne tragen), vorher mit Sonnenschutz eincremen, warme Sachen fuer das Fruehstueck (der Boden hatte Gefrierpunkts-Temperatur) und einfach geniessen!

Unterkunft & Verpflegung: Am Ayer’s Rock gibt es ein Touri-Resort, die einzige Unterkunftsmoeglichkeit. Dort gibt es sogar Restaurants und nen Supermarkt, Frisoer etc. Unterkuenfte reichen von Campingplatz bis 5 Sterne Luxus Hotel. Ich war im Outback Pioneer Hotel & Lodge, der Backpacker-Version mit Motel oder Dorms. Dorms bestehen aus 20 Betten, nett abgetrennt in vierer Gruppen. Recht sauber, mit Toiletten und Duschen in ausreichender Zahl in einem nahe gelegenen Gebaeudeblock. Ein Bett im Dorm (getrennt nach Maennlein und Weiblein) kostet 20 Dollar pro Nacht. Selbstverpflegung an Grills, oder man kauft am Kiosk, isst vom Buffet oder faehrt per kostenlosem Shuttlebus in eins der Restaurants. Abends gibts Live Musik und Musik vom Band. Wobei ich besonders letzte zwar gut, aber an so einem Ort fehl am Platz und zu laut fand. Andere waren aber froh drueber, gibt halt abends nicht viel zu tun ausser Essen, lesen, Sterne gucken.

Fluege und Dauer des Trips: Qantas-Flugzeuge fliegen staendig nach Alice Springs oder direkt zum Miniflughafen Ayer’s Rock und zurueck. Man kann also locker Uluru als Zwischenstopp einlegen zwischen Perth und Cairns oder Sydney und Cairns oder so. In meinem Fall hatte ich bei Cathay Pacific zwei Inlandsfluege im Flugpaket zwischen Deutschland und Australien fuer nen kleinen Aufpreis inklusive – so billig kriegt man das sonst nie! Ich war fuer 24 Stunden am Rock, zwei Tage liessen jedoch mehr Zeit fuer zB eine Kameltour, Helicopterflug oder Umrundung des Uluru zu Fuss oder aehnliches. Wenn man mehr Zeit hat, darf man also ruhig laenger bleiben. Zumal „nebenan“ die Olgas (Kata Tjuta) warten, die ich selber unbedingt noch sehen will. Wer jedoch denkt, er könnte in Alice Springs übernachten und tagsüber mal eben den Uluru erkunden, hat sich getäuscht. Es liegt nämlich viel zu weit weg!

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3 Antworten to “Abreise & 24 Stunden am Ayer’s Rock / Uluru – Tipps”

  1. Stromfrau Montag, April 9, 2007 um 09:04 #

    Ui ne letzte ätzende Woche in Sydney? Das hört sich aber dramatisch an… vielleicht wollte man dir das Leben schwer machen, damit der Abschied nicht so hart wird? Hoffe, dass ich darüber noch etwas mehr lesen darf in einem der nächsten Blogs…

    Heute in einer Woche gehts bei mir los… so, nun aber erstmal weitergelesen. Ich frage mich, wann du das alles noch gepinnt hast! Aber auf jeden Fall sehr lesenswert, auch wenn ich nicht wusste, was Uluru ist, aber dank Wikipedia und meinem Interesse hab ichs dann erfahren ;O)

Trackbacks/Pingbacks

  1. Wie ich mich schmücke - Blogparade « Muschelschubserin - Dienstag, Mai 20, 2008

    […] mich also an all die wunderbaren Orte und Dinge, die ich erlebt habe. Ich hab sie auf meiner Sonnenaufgangs-Tour am Uluru (Ayer’s Rock) im Kulturzentrum des dort lebenden Anangu Aborigine-Stammes gekauft […]

  2. Flugangst? Saftschubsen-Angst! « Muschelschubserin - Donnerstag, Mai 27, 2010

    […] sich von mir so ähnlich, wie sich mich auch begrüßt hatte, nämlich ganz schön feindselig) für knapp 24 Stunden zum Uluru flog, hatte ich nicht nur persönlichen Stress zu verarbeiten, sondern kriegte obendrein Stress mit […]

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