Noch mehr Papageien, Spendenaufruf und riesen Stress

10 Jan

Gestern war ein komischer Tag, weil sowas von durchwachsen und positiv und negativ zugleich, dass ich von einem Gefuehlsbad ins naechste gerutscht bin. Erst hatte ich Schule, die immer schon um 13 Uhr zu Ende ist. Gar nicht so einfach, diese ganze Feizeit zu verplanen in Sydney, hehe. Mir ging es nicht gut also wollte ich direkt nach Hause. Ich nahm aber einen Bus, der mich unendlich weit und quer durch Kings Cross, ein wunderschoenes Viertel am Hafen, fuhr. Ich kam zwar etwa ne halbe Stunde spaeter an der Faehrstation an als geplant, hab dafuer aber einen tollen Teil Sydneys kennen gelernt. Am Circular Quay (Faehrstation) hab ich was gegessen, dann bin ich rueber geschippert Richtung Heimat. Da es mir besser ging, wollte ich aber nicht mehr unbedingt nach Hause und nahm den langen, bergauf gehenden Fussweg nach dem Uebersetzen bis nach Hause. Einfach unglaublich schoen kann ich nur sagen. Direkt am Wasser entlang durch kleinere Buchten mit Haefen und lauter Booten (was alles sehr an Cadaques erinnert), durch Busch, ueberall super schoene Haeuser, Papageien, haushohe Farne, Palmen… Einfach traumhaft! Und kaum jemand unterwegs. Ich machte natuerlich etliche Fotos, besonders in einem kleinen Garten direkt am Hang, den ein altes Ehepaar vor zig Jahren angelegt und liebevoll gepflegt hat. Eine absolute Ruheoase 15 Minuten von der Innenstadt entfernt. Ueberhaupt ist Sydney erstaunlich gruen. Ueberall wurden Teile des Busches uebrig gelassen und sobald man diese Teile betritt, ist alles Grossstadtfeeling dahin und man denkt, man sei im Urlaub. Dabei duerfen dann natuerlich auch Mueckenstiche nicht fehlen, wie ich bereits mehrfach leidvoll erfahren durfte. Dummweise sind diese Mistviecher hier super klein und man sieht und hoert sie nicht. Also kratzt man mal hier, dann da. Dann fragt man sich irgendwann, warum man sich die ganze Zeit ueberall kratzt und entdeckt die vielen Stiche. Die Dinger lieben mich offensichtlich. Jedenfalls lade ich die Tage mal Fotos hoch und zeige den Unglaeubigen unter euch (shame on you!) die Papageien und mache sicherlich auch bald Flughund- und Kakadu Fotos.

Ich kam also geistig absolut entspannt und befriedigt nach Hause und schon war Abendessen angesagt. Das verlief auch noch ganz gut, bis das nette deutsche Maedel verkuendete, dass sie in zwei Wochen (also nach der erlaubten Kuendigungsfrist) auszieht. Sofort, und wenn ich sofort sage, meine ich sofort, rastete unsere „Gastmutter“ vollkommen aus! Stand auf, schmiss alles rum, knallte Tueren, kam wieder, schrie weiter, fluchte, beleidigte, rastete einfach voellig aus! Da ich vorher mit ihr abgemacht hatte, nach dem Dinner noch mit ihr zum Strand zu fahren, war ich in der tollen Lage, mit der ultimativen Furie zum Strand zu fahren. Auf der Fahrt, natuerlich durch Linksverkehr, dachte ich, ich werde neben dieser Irren sterben. Sie schrie, weinte, beamte mir innerhalb weniger Minuten ihr komplettes (Ehe-)Leben auf mein Gehirn und fuhr wie die beruehmte besengte Sau durch die Gegend. Hilfe! Klein Sonja kann doch gar nix dafuer! Ausserdem, aeh… Klein Sonja will auch weg… Boah, nee, war das aetzend!!! Da ich aber – behaupte ich einfach mal – hobbypschychologisch erfahrungsgemaess bewandert bin, strahlte ich einfach mal Ruhe aus und liess sie ausschreien und weinen und ging anschliessend ne gute Stunde mit ihr am Strand entlang. Sie beruhigte sich erstaunlich schnell, war ploetzlich wieder super suess und lieb. Kurz gesagt: Die macht mir langsam Angst! Das war dann also mein erster Strandbesuch. Prima.

Als wir wiederkamen, war Franzi, das deutsche Maedel, weg. 😦 Sie wurde nach dem Wutanfall von Beverly notfallmaessig innerhalb von 20 Minuten von der Agentur abgeholt und ich hab keine Ahnung, wo sie jetzt untergekommen ist. Wir treffen uns die Tage mal auf nen Kaffee, zum Glueck haben wir unsere Telefonnummern. Als ich die Story heute morgen der Brasilianerin (Mitbewohnerin) erzaehlte, die gestern nicht da war, war sie total geschockt und meinte auch, sie will weg. Ich hab abends noch mit der Organisation telefoniert und die Lage im Haus erklaert. Man war geschockt. Ich werde sehen, wie ich das regele. Hab eventuell schon selber eine andere Moeglichkeit gefunden. Spaetestens in drei Wochen bin ich aber raus. Ohne solchen Aerger hoffe ich…

Jetzt aber wieder zur guten Seite des Lebens. Ich wollte mal vorsichtig nen Spendenaufruf starten. Es ist naemlich so, dass diese Stadt ganz schoen viele geile Geschaefte hat. Also, wer mir spenden moechte, ich muss naemlich dringend Shoppen, der kontaktiere mich per Mail. 😉

Alles Liebe soweit und: No Worries!

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11 Antworten to “Noch mehr Papageien, Spendenaufruf und riesen Stress”

  1. Sven Mittwoch, Januar 10, 2007 um 09:46 #

    Beim Lesen des Textes fällt mir eine erschreckende Kleinigkeit auf, die so manchen deutschen quasi in WortnÖte bringen würde. Ich sags mal so äääh … ist es nÖtig das du Überall die Umlaute weg lÄsst? 😀

    Ä Alt-142
    Ö Alt-153
    Ü Alt-154
    ä Alt-132
    ö Alt-148
    ü Alt-129
    ß Alt-225

    *träller*

    Nur wenn mal heimatliche Gefühle aufkommen sollten 🙂 Lieb Dir

    Bis später 😛
    Sven

  2. GunGirl Mittwoch, Januar 10, 2007 um 12:25 #

    hi samsa :o)

    na da machst du ja schon nen heftigen nervenkrieg mit wegen der unterkunft. ich wünsche dir, dass du bald was besseres findest.

    finde es ganz toll, dass wir auf diesem wege was von dir lesen und sehen.

    alles liebe und gute und ich bin gespannt auf mehr.

    liebe grüße
    :o)

  3. Stromfrau Mittwoch, Januar 10, 2007 um 14:19 #

    Ich krieg Fernweh, wenn ich die Bilder sehe…

    @Samsa + Sven: habt ihr dat mit diesem Telefongedöns für umsonst mal ausprobieren können?

    Knutsch ausm Pott :o)

  4. Micha Mittwoch, Januar 10, 2007 um 15:38 #

    Na sehr gut.
    Die hat quasi schon vollendet, was deutschen Frauen noch großflächig bevor steht: Metamorphose in Sekunden. 😉
    Ich hoffe sehr, dass Du Deine Kraft behältst, bis Du dort raus bist. Vielleicht ist es besser, wenn Du der Agentur gegenübero noch mal nachdrücklich betonst, dass dort niemand mehr hingeschickt werden soll. Das ist wirklich bedenklich.

    Ansonsten ist es sehr fein, dass Du das so entspannt abtun konntest. Das zeigt, wie weit Du bist.

    Spenden kann ich leider nicht, die Selbstständigkeit frisst alles auf (ohne überhaupt angefangen zu haben). Wenn ich mich regeneriert habe, bist Du nich mehr dort. 😀

    *knuffl*
    Micha

  5. gomera Mittwoch, Januar 10, 2007 um 15:41 #

    Hallo SamsaSonja….!!:-)
    Zunächst bin ich erstmal heilfroh,das du gesund und munter angekommen bist.Das ist ja wohl erstmal das Wichtigste!!!!
    Und das mit deiner Unterkunft tut mir sehr leid für dich!!!dat issich aber auch ne kagge….*gg*!
    Aber ich bin mir sicher,das du eine Lösung für einen Wechsel finden wirst.Du machst das schon….:-)!
    Sehr schöne Bilder…echt…aaahhhh…ich will auch weg hier…und die Beschreibung der Eukalyptusbäume lässt mich natürlich sofort wieder an Didgeridoos denken…haha…Du weißt ja…ich brauche einen der von Termieten ausgehölt wurde..die klingen am geilsten….*gg*!!!!
    Wünsch dir noch allet Jute…und bleib gesund…und was noch?……na halt alles,was man so wünscht!!*gg*
    Bussilies

  6. Sven Mittwoch, Januar 10, 2007 um 15:51 #

    @Stromfrau … noch nicht weil das Festnetz in Australien fehlt 😦 Auf Handy kann man damit net anrufen 😦

    Wir grübeln uns aber gerade eine günstige Alternative zusammen … dank:

    Die Version kannte ich noch net … =)

  7. Stromfrau Mittwoch, Januar 10, 2007 um 16:49 #

    @Sven; muss ich Frank noch mal fragen – ich meine der hätte auch gesagt, dass es mit Handy funzt… also du musst aus Deutschland dann aufs Handy anrufen… hmmmm… ich frag aber später nach und melde mich wieder! Wir müssen euch zwei Liebenden doch helfen ;o)

    Haltet durch… sind nur noch knappe 4 Monate!!!

    Knutschi an Samsa!

  8. Stromfrau Mittwoch, Januar 10, 2007 um 18:36 #

    Ich noch mal… funzt in der Tat nicht, aber wenn eine Festnetznummer vorhanden wäre, wäre das für jeden für quasi für lau ;o)

    Sven ruft mit Festnetz bei Samsa in Australien auf Festnetz an (andersrum gehts nicht) und dann gehts ans Gesabbel für ne halbe Stunde! Wenn das nix is…

    Also Samsa, such dir ne Festnetznummer :o) und du kannst jeden Tag 30 Minuten deinen Schatz sprechen; vorausgesetzt der schläft dann nicht oder du..!

  9. Marius Donnerstag, Januar 11, 2007 um 15:45 #

    Hui… Bei Dir ist ja was los. Find ich stark, dass Du das so gut wegsteckst. Ich hätte in der Zeit vermutlich schon 17 Nervenzusammenbrüche in der Wohnung bekommen.
    Ich drücke auch die Daumen, dass Du schnell eine Lösung findest, was die Unterkunft betrifft!

    Liebe Grüße aus Leipzig!

  10. Muschelschubserin Freitag, Januar 12, 2007 um 03:51 #

    Ach, was tut das gut, so viele nette Kommentare zu lesen. 🙂

    @Stromfrau
    Ich hab theoretisch Festnetz, wo ich angerufen werden darf. Aber ich moechte absolut keinerlei Grund fuer Aerger bieten und bei Franzi war das erste, was unsere „Gastmutter“ nach dem Streit sagte, dass sie dann das Telefon nicht mehr benutzen duerfe. Ich hab mir ne Karte gekauft zum billig telefonieren von der Telefonzelle aus. Mal sehen, wie das geht.

    Danke ansonsten fuers Daumen druecken, tut gut!

  11. ursu Samstag, Januar 13, 2007 um 00:19 #

    Hey, wie gehts? Habs endlich ins Internet geschafft, daheim, marie is nicht da…
    Werde mich mal durch Deine Ausfuehrungen lese 🙂
    Hoffe es geht Dir gut, bin immer noch ganz neidisch!!!
    LG XXXXXXXXXXXXXXXX

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