Sind wir nicht alle ein bisschen…. Hund?!

25 Okt

Ein Schwein, ist ein Schwein, ist ein Schwein. Oder sieht zumindest aus wie eins. Dachte sich auch die Jury des neuen VOX-Knallers „Top dog – Deutschland sucht den Superhund“, von dem heute die erste von 12 Folgen ausgestrahlt wurde. Falsch gedacht, denn dieses vorgestellte Casting-Schwein ist quasi ein Hund. Denkt es jedenfalls selber. Denkt zumindest die Besitzerin. Also sie denkt, dass das Schwein das denkt, meine ich jetzt. Hundeboutique-Besitzerin Friederike de Jong de Knebel (…wer bitte!?), Mitglied der kompetenten Jury, zickte ein „Wir suchen hier den top dog und nicht das top pig“ und blieb dabei tatsächlich ernst. Trotzdem kam das Schwein, äh, der Schweinehund, ne Runde weiter, auf Grund der glanzvollen Leistung, den Studioboden zu besudeln. Ich bin mal wieder begeistert vom deutschen Fernsehen!

Bei „Top dog“ geht es – wie in allen anderen Castingshows auch *gähn* – darum, dass Deutschlands beste Hunde (Sänger / Tänzer / Wasauchimmer) sich Runde für Runde bewähren müssen. Es gibt Castings in verschiedenen Städten, Trainingslager und jap, auch Recalls. Es gibt schwere Eisentüren, vor denen Kameras darauf warten, positiv oder negativ hysterisch aufgeladene Castingteilnehmer einzufangen und es gibt auch eben derartig aufgeladene Teilnehmer. In jeder Runde müssen die Hunde verschiedene Anforderungen von Fotoshootings über Agility über Gehorsam oder so ähnlich erfüll…… chr…chr….chrchrchr…..ups, sorry, ich war kurz eingenickt.

Is ja auch egal, das Prozedere tut eigentlich nix zur Sache, denn es geht hier ums Prinzip, nicht ums Prozedere. Das Prinzip, die evolutionstechnisch ganz unten angesiedelten Bedürfnisse des Publikums zu erfüllen. Ganz vorne natürlich das Bedürfnis, anderen bei möglichst peinlichen Momenten zuzusehen. Da sind die feuchten Freudenküsse auf Mund und Maul, die alle paar Minuten eingeblendet wurden (schmackofatz!), noch harmlos. Wobei ja nicht nur der Zuschauer was davon hat, auch das ein oder andere teilnehmende Herrchen kam vermutlich voll auf seine (Anfahrts-)Kosten. Frei nach dem Motto „Komm ich dann im Fernsehen?“

Wer dachte, beim Schwein trügt der Schein, der wurde im weiteren Verlauf der Sendung eines noch besseren belehrt! Da kamen tatsächlich zwei Königspudel zum Casting, aufgestylt bis zum geht nicht mehr, gepudert, geteert und rasiert, wo es sich gehört und Herrchen will beweisen, dass sie gar nicht das sind, wonach sie aussehen! Aha, hier haben wir nicht ein Schwein, das denkt, es sei ein Hund, sondern starfrisierte Hunde, die gar keine starfrisierten Hunde sind!

Die deutsche Fernsehwelt darf gespannt sein, denn auch diese beiden pudeligen Exemplare kamen eine Runde weiter. Und dass, obwohl sie nicht einmal pinkelten. Wobei die Vorschau bereits verriet, dass es hier nächste Woche eine Menge Zoff auf die Ohren gibt. Das müsst ihr dann aber selber gucken, ich denke, ich klinke mich an dieser Stelle aus…

Dass es erstaunlicher Weise hinter den Kulissen total unfair abging, könnt ihr zur Überbrückung der langen Wartezeit bis zur zweiten Folge übrigens hier in den Kommentaren nachlesen. Bilder vom Casting gibt’s hier.

4 Antworten to “Sind wir nicht alle ein bisschen…. Hund?!”

  1. Bea Mittwoch, Oktober 25, 2006 um 08:17 #

    Ich habe mich ja auch bereits darüber aufgeregt. Schlimmer fand ich die Reportage danach. Die aufgedonnerte „Hunde-Boutique-Besitzerin“ verkauft „Carrier“ für den „DEsigner-Yorkshire“. Swarowski besetzte Halsbänder und anderen unnötigen Schnickschnack. Die armen Hunde! Aber dazu schreib ich noch einmal einen eigenen Blog🙂

  2. Babs Mittwoch, Oktober 25, 2006 um 08:59 #

    Ich glaub es nicht!
    HUNDECASTING???? Wofür zum Geier?!?! Wer guckt denn sowas? Ich oute mich gerne und selbstbewusst „ich guck gerne Popstars“, unter anderem, um mich mit anderen Leuten über Phänomene wie Philomena (fast schon Wortspiel ;o)) aus Dortmund zu amüsieren, die mit dem Brustton der Überzeugung „It ain´t easy“ soo total falsch sang, dass es schon wieder schön war. Und weil ich finde, dass man, wenn man die ersten Shows überstanden hat, Mädels sieht, die tatsächlich alle gut singen können. So. Ok. ABER HUNDE??? Himmelnochmal, das gibts doch nicht. *Kopf schüttel*

  3. Horst Dienstag, Januar 27, 2009 um 10:25 #

    Ich weiß wirklich nicht, was daran so schlimm sein soll.

    Für meinen Teil habe ich mir einige Anregungen für das spielerische Training mit meinem Hund geholt, der sich tierisch darüber gefreut hat, neue Sachen zu lernen.

    Außerdem bin ich Kunde bei Koko von Knebel und bin froh, dass es endlich die Möglichkeit gibt, etwas anderes für meinen Hund zu kaufen, außer dem Einheitslook.

    Ich ziehe mich gerne schick an und dort finde ich schicke Sachen und eine tolle Beratung für meinen Hund.

    Meine Kleine ist aus dem Tierheim und hat schon viel Schlimmes erlebt. Jetzt verwöhne ich sie gerne und hege und pflege sie. Für mich gehören dazu auch schöne Halsbänder, Leinen, Bettchen, Taschen und im Winter vernüftige und schicke Kleidung.

    Aus ihrer traurigen Zeit hat sie leider eine große Anfälligkeit für Erkältungen und Mandelentzündungen zurück behalten und selbst der Tierarzt rät zu Bekleidung. Weshalb dann nicht schick und bequem?

    Es sollte sich mehr über Leute aufgeregt werden, die Hunde und Katzen aussetzen oder sogar quälen, als über Menschen, die dafür sorgen, dass es ihnen gut geht. Nur in hübsch!

  4. Muschelschubserin Mittwoch, Januar 28, 2009 um 11:54 #

    Hm. Also, ob ich mich über Tierquälerei oder Hundeboutiquen aufrege, ist meine Entscheidung, denn das hier ist mein Blog.😉
    Ich finde nicht, dass man Tiere so aufhübschen muss, wie es die Kandidaten dieser Sendung zum Teil getan haben. Ich finde nicht, dass sie brilli-besetzte Halsbänder tragen müssen oder Gucci-Pullöverchen. Nein, ich finde, das hat nichts tierisches mehr und solche Herrchen sollten sich vielleicht lieber einen menschlichen Partner suchen. Oder mit Puppen spielen. Meine Meinung, nicht mehr und nicht weniger.

    ABER: Ich habe mich mit keiner Zeile über Tierklamotten aufgeregt, die die Tiere tragen, weil sie zB sonst frieren. Wobei man diskutieren könnte, wie viel tierisches Hunde noch haben, die so überzüchtet sind, dass die den Winter kaum überstehen. (In deinem Fall mag das Problem aber woanders liegen, das weiß ich nicht.)
    Ich habe mich auch nicht über Menschen aufgeregt, die ihre Tiere pflegen und hegen und lieb haben. Ich selbst liebe Hunde und bin mit Hunden aufgewachsen.

    Aufgeregt hab ich mich in obigem Text einzig über diese alberne Fernsehsendung und ihre Protagonisten. Und dazu stehe ich auch über 2 Jahre danach noch.

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