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Nebenan: Umfangreiche Informationen zu Zyklon Yasi

3 Feb

Ich bin mal kurz furchtbar selbstreferentiell. Weil ich hier im Blog so viel zu und über Australien berichtet habe, ein Hinweis: Drüben, bei Stift und Blog, habe ich zum Zyklon Yasi, der die australische Ostküste gestern getroffen hat, eine umfangreiche Liste mit Quellen, Hintergrundinfos, Augenzeugen, Zitaten etc. zusammengestellt.

Die Liste ist ein Beispiel dafür, was man bei aktuellen Ereignissen selbst vom anderen Ende der Welt an Infos bekommen kann – ohne dabei auf hier heimische Quellen zurückzugreifen. Die Mischung aus traditionellen Medien und Social Media bringt verlässliche und authentische Informationen von vor Ort. Würden doch mehr Medien diese Möglichkeiten nutzen, anstatt Agenturmeldungen haufenweise zu kopieren und zu veröffentlichen…

Zum Beitrag bei Stift und Blog.

“Well it’s their fault for bringing their kids into a battle” (aktualisiert)

6 Apr

Seit gestern geistert ein Video durchs Netz und die Medien, das in seiner Unfassbarkeit kaum zu toppen ist. Ich hab es mir heute Nachmittag angesehen. Dachte, darüber muss ich bloggen. Dachte, das geht nicht, was soll ich bloß dazu schreiben? Welche Worte wären da richtig? Habe es unter Fremdlesen in die Sidebar gepackt. Und dann gedacht, das reicht nicht. Ich hab noch immer keine Worte gefunden. Muss ich auch gar nicht. Das Video sagt so viel. Viel zu viel.

GrazTigger, der hier manchmal als Truetigger kommentiert, twitterte vorhin:

Zu wissen, dass Krieg unmenschlich ist und es zu sehen sind doch 2 Paar Schuhe.

Genauso ist es. Wer sich das von WikiLeaks veröffentlichte (und auch vom US-Militär mittlerweile als authentisch bezeichnete) Video von einem 2007 geschehenen militärischen “Vorfall” ansehen will, hier ist es. Ich finde es sehr hart zu verdauen, aber ich finde auch, dass man manchmal nicht wegzappen darf, egal wie sehr es einen verfolgt. Trotzdem hier der Hinweis: In dem Video sterben Menschen vor laufender Kamera, zu zynischen Kommentaren der schießenden Soldaten. Als diese feststellen, dass sie nicht nur unschuldige Zivilisten und Journalisten ermordet, sondern auch zwei kleine Kinder schwer verletzt haben, sagt einer “Well it’s their fault for bringing their kids into a battle” (“Nun, die sind selbst Schuld, wenn sie ihre Kinder mit in die Schlacht nehmen”).* In dem Video ist allerdings keine Schlacht, sondern vielmehr eine Hinrichtung zu sehen.

Ergänzung, 7.4.: Ich war gestern Abend sehr gespannt, ob das Video in der Tagesschau thematisiert werden würde und wenn ja, an welcher Stelle und was genau gezeigt werden würde. Es kam vor, an dritter Stelle und mit nicht gerade harmlosen Ausschnitten. Nachsehen kann man die Sendung hier. Etwas ausführlicher haben später die Tagesthemen berichtet, nachzusehen hier. Dr. Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD aktuell, kommentierte die Ausstrahlung der Video-Ausschnitte in der Tagesschau gestern Abend noch im Tagesschau-Blog. [Ende der Ergänzung]

Weitere Infos dazu:

“Collateral Murder” – Website mit Hintergrundinfos zum Video und einer längeren Version

US-Helikopter feuerten auf Zivilisten in Bagdad – Spiegel Online über das Video

Die Lügen der US-Armee - Zeit Online

Wikileaks veröffentlicht US-Militär-Video aus dem Irak - Weitere Infos und Links zum Video bei Netzpolitik

2 Iraqi Journalists Killed as U.S. Forces Clash With Militias – Der drei Jahre alte Bericht der New York Times über den Vorfall

Zuerst gefunden hab ich das Video bei den Ruhrbaronen.

* 15:27 Min.

Ich empfehle… (wird nach 18.45 Uhr, Montag, nicht mehr aktualisiert)

18 Jun

Update: Ich werde diese Liste nun nicht weiter aktualisieren. Interessante aktuelle Texte zu diesem und anderen Themen gibt es wie vorher auch unter “Fremdlesen”.

… einen ausführlichen Blick in die Sidebar, unter “Fremdlesen” und folgende Linkliste. Bitte.

Weitere Links zu guten Quellen bitte in die Kommentare (ich bin sicher, morgen gibt’s sehr viel dazu, Gutes wie Schlechtes). Wenn ich Zeit habe, update ich hier auch, aber das kann ich leider nicht garantieren.

Zur aktuellen Entwicklung hier Meinungen, Aktuelles und auch noch einmal Quellen mit Argumenten, Fragen / Antworten:

Zensur-Euphoriefetzen

Demo-Teilnehmerin in Berlin. Foto: "Euphoriefetzen", CC-Lizenz

Die Argumente

  • AK Zensur stellt die Argumente gegen das Gesetz anschaulich und übersichtlich dar.
  • Warum es sehr wohl um Zensur geht – Ein Text mit Fragen und Antworten für alle, die sich im Internet nicht so gut auskennen

Fakten & Entwicklung (in chronologischer Reihenfolge)

Meinungen

Weiterführende Links:

Bin für Tipps und Links dankbar, da ich das Thema aus Zeitmangel nur bedingt selber verfolgen kann in diesen Tagen. Danke dafür! :)

Auf welcher Seite der Kluft steht ihr? (inkl. 2 Ergänzungen)

2 Jun

Bei Spiegel Online gibt’s einen höchst lesenswerten Beitrag zum Thema Netzsperren, in dem deutlich wird, was dieser ganze Konflikt ausgelöst hat und warum es so gekommen ist:

Die Überraschung unter den politischen Spitzenkräften Berlins in den vergangenen Wochen war kaum zu übersehen. Etwas Unerhörtes war passiert. Eine neue politisch-gesellschaftliche Frontlinie ist sichtbar geworden, eine, die das Klima in diesem Land auf Jahre hinaus prägen könnte. Die Generation C64, die erste, die mit Computern aufgewachsen ist, hat die Nase voll von Herablassung und Gängelung, will sich nicht länger an den Rand der gesellschaftlichen Debatte drängen lassen. Sie wehrt sich, mit ihren Mitteln. (…)

Dass die Unterzeichner der Petition gegen das Filtergesetz es wagen, Vernunft und Bürgerrechte sogar unter dem Risiko, als Päderastenfreunde gebrandmarkt zu werden, zu verteidigen, ist eine Entwicklung, die es eigentlich zu feiern gälte. Hier setzen sich Menschen für sinnvolle Gesetze und demokratische Grundprinzipien ein, teils schamloser öffentlicher Diffamierung zum Trotz. Das passt besser zum 60. Geburtstag des Grundgesetzes als jede Sonntagsrede.

In dem Text geht es unter anderem um die These, die ganze Diskussion verdeutliche einen Generationenkonflikt zwischen den jungen mittlerweile im Internet Heimischen und den älteren Offlinern, die dieses Land regieren. Dieser These stimme ich nur bedingt zu, denn es gibt in diesem Land eine Kluft zwischen Onlinern und – erstaunlich vielen – jungen Offlinern, für die das Internet bei Emails und MySpace aufhört. Ein Blick in den Bekanntenkreis reicht, um das zu verstehen. Diese Kluft wird immer größer und sie ist besorgniserregend. Und ich will schon lange tiefer darauf eingehen. Hier geht’s mir aber nur am Rande darum.

14 Tage sind noch Zeit, die e-Petition gegen die Netzsperren zu unterstützen, so wie es nach aktuellem Stand 105.441 Menschen getan haben. Ich hoffe doch sehr, dass darin mittlerweile ein paar Namen enthalten sind, die ich kenne.

Ergänzung 1: Thomas Knüwer hat im Handelsblatt-Blog Indiskretion Ehrensache einen vielleicht noch lesenswerteren Beitrag geschrieben, der zu diesem Thema passt – Lesebefehl:

Heute schnappen sich wenige, politisch hoch interessierte Bürger all die Aussagen und paaren sie mit Hintergrundinformationen, setzen sie in zeitliche Zusammenhänge, kommentieren all das und schließlich vernetzen sie sich. Und dabei nehmen sie mehr Menschen mit, als ein Wolfgang Schäuble oder eine Ursula von der Leyen sich das vorstellen.

So wird die neue Eskalationsstufe jene Entwicklung, die Christan Stöcker in seinem Generation-C64-Artikel beschreibt beschleunigen. Es entsteht eine gewaltige Kluft zwischen den Herschenden und den Sich-Beherrscht-Fühlenden. Das kann und wird auf Dauer nicht gut gehen. Macht die Regierung auf ihrem Kurs weiter, wird etwas passieren.

Ergänzung 2: Der kalte Atem von Vater Staat – Deutschland liegt laut einer amerikanischen Studie auf einer Liste der elektronischen Polizeistaaten auf Platz 10 – weltweit. Unter diesem Link findet sich ein Bericht von 3Sat, der in fünf Minuten noch einmal erklärt, warum die Netzsperren die Demokratie gefährden (ohne auf alle Einzelheiten und Kritikpunkte einzugehen) und was der Staat seit den Terroranschlägen 2001 noch getan hat, um uns zu überwachen, jeden Schritt im Internet, am Handy etc. über mehrere Monate nachverfolgen zu können.

Die Gestohlenen Generationen: Info-Material

31 Mai

Seitdem ich in diesem Blog über die so genannten Gestohlenen Generationen (manchmal auch Geraubte Generationen, auf Englisch jedenfalls “Stolen Generations” genannt) gebloggt habe, finden erstaunlich häufig Interessierte über Suchmaschinen und entsprechende Suchbegriffe zu meinen Beiträgen. Wie mir scheint, sind einige davon auf der Suche nach Material für den Unterricht oder für Referate.

In einem meiner Texte hatte ich bereits das Buch “My Place” von Sally Morgan (auf Deutsch “Ich hörte den Vogel rufen”) empfohlen. Heute empfehle ich zwei Zeitschriften, die sich dem Thema Gestohlene Generationen teilweise widmen und die für alle Australien-Fans interessant sein dürften:

- Das deutsche Magazin “Australien” behandelt in der aktuellen Ausgabe die Frage, wie es gut ein Jahr nach dem “Sorry” von Australiens Regierungschef Kevin Rudd, welches vor allem den Gestohlenen SorryGenerationen galt, aussieht: Welche Maßnahmen hat es seitdem gegeben, die der Diskriminierung und Benachteilung der australischen Aborigines entgegen wirken? Hat sich nachweislich schon etwas an deren Lage geändert? Welche Schritte sind noch notwendig und vor allem: Wird den Aborigines heute wirklich endlich einmal zugehört? Besonders interessant ist das Interview mit Michael Anderson, einem Aborigine-Führer aus New South Wales. Die beiden Beiträge geben einen guten Überblick über die Frage, was ein Jahr nach dem “Sorry” von eben diesem zu halten ist. Ich hatte schon länger nach Infos darüber gesucht, bisher vergeblich. Und würde mir wünschen, dass weitere, tiefere Berichte mit positiven und negativen Beispielen folgen… (Am liebsten würde ich direkt selbst hinfliegen und losrecherchieren.)

- Als eingefleischter GEO- und Australien-Fan habe ich mir natürlich gleich die aktuelle GEO EPOCHE gekauft – ein ganzes Heft nur über die Geschichte Australiens! Und obwohl ich den Film bereits gesehen habe, habe ich mir für 14,95 Euro die Sonderausgabe inklusive DVD “Long Walk Home” gekauft. Dieses Magazin habe ich tatsächlich Wort für Wort von vorne bis hinten komplett durchgelesen – und viele neue, interessante Blickwinkel, Fakten und Geschichten gefunden, von denen ich noch nichts wusste. Selbst die Artikel über die Beteiligung der Australier an den beiden Weltkriegen und den australischen Gold Rush habe ich entgegen meiner eigenen Erwartung (weil mich diese Themen bisher nicht so sehr interessiert haben) verschlungen. Der Film, der eine wahre Geschichte behandelt, ist absolut empfehlenswert für alle, die sich mit den Gestohlenen Generationen beschäftigen – ideal auch für den Unterricht (ich habe ihn selbst in Australien in der Sprachschule gesehen; außerdem gibt es dazu ein gleichnamiges Buch, welches ich schon hier liegen habe) – und natürlich gibt’s im Magazin auch einen gedruckten Artikel zum Thema Gestohlene Generationen. Unter jedem Beitrag sind Quellenangaben mit weiterführenden Informationen, zum Teil Originalquellen, die auch im Internet abrufbar sind, enthalten (wie zum Beispiel zum Bericht “Bringing them home“, der 1997 zum ersten Mal das Ausmaß und die psychischen und sozialen Folgen des staatlichen Kinderraubes bekannt machte). Ein wirklich tolles und gelungenes Heft! Das einzige was mir fehlte, war ein Hinweis auf die von mir bereits “verbloggte” und unglaublich beeindruckende Serie “The First Australians” über die Geschichte der Aborigines - die ebenfalls für den Unterricht geeignet ist (in Folge 5 geht es um die Gestohlenen Generationen).

Ich hoffe, potenziell Interessierten damit ein paar hilfreiche Tipps gegeben zu haben.

Das Foto zeigt Kinder, die am Redfern Community Centre Banner hochhalten, nachdem sie die Liveübertragung der offiziellen Entschuldigung an die Gestohlenen Generationen im vergangenen Jahr gesehen haben. Das Foto steht zur freien Verfügung. Welche Emotionen diese Entschuldigung ausgelöst hat, kann man übrigens an diesen tollen Fotos ablesen und in diesem Video von ABC sehen (in dem es auch darum geht, dass nicht alle Regierungsmitglieder mit der Entschuldigung einverstanden waren…).

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