Archiv für die Kategorie ‘Sydney: Tipps & Alltag’

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Kostenlos ins Ausland telefonieren

Sonntag, März 16, 2008

Wie viel kostet das Gespräch aus Spanien nach Hause übers Handy? Ist es billiger, wenn ich anrufe oder wenn ich angerufen werde? Oder doch lieber über Telefonzelle? Welche Karte lohnt sich? Welcher Tarif ist für wie oft telefonieren am günstigsten? Wo ist die nächste Telefonzelle? Und warum funktioniert das Scheißteil nicht?

Diese Fragen gehören per superdicht versiegelter Space-Kapsel ins Weltall katapultiert und vergessen! Zumindest, wenn man sich in einem von derzeit 28 Zielländern aufhält, dort über einen Festnetzanschluss verfügt und die Gegenpartie zu Hause einen Internetanschluss hat. Ganze vier Monate lang hat mein Schatz mich mit “Peter zahlt” völlig kostenlos in Australien angerufen - jeden Tag, 30 Minuten lang! Dabei ist einetelefon.jpg Registrierung freiwillig, man muss nix extra installieren, es gibt keine versteckten Kosten, die Gespräche tauchen nicht einmal auf der Telefonrechnung auf. Man gibt seine eigene Nummer und die des Angerufenen ein, kurz darauf klingeln beide Telefone - und losgequatscht. Einzige Bedingungen: Die Gespräche haben eine Maximaldauer und beim Anrufer öffnet sich ein Werbefenster, welches während des Gesprächs nicht geschlossen werden darf. Aber das heißt ja nicht, dass man die ganze Zeit davor hocken muss. ;)

Ich würde eine Registrierung empfehlen, denn dadurch verlängert sich unter anderem die kostenlose Gesprächszeit auf 30 Minuten am Tag. Außerdem kann man bis 3 Uhr morgens anstatt “nur” bis Mitternacht deutscher Zeit anrufen. In den vier Monaten gab es vielleicht fünf Mal kleinere Probleme. Zu Stoßzeiten versuchen zum Beispiel sehr viele Leute über diesen Service zu telefonieren und dann kann es schonmal passieren, dass man einige Minuten in der Warteschlange hängt (am Computer, nicht am Telefon). Bei geschätzten 95% der Gesprächen hat aber alles einwandfrei geklappt. Nach 30 Minuten wird das Gespräch gekappt, falls man nicht eh schon längst fertig ist. Wir haben’s meistens bis 29:59 Minuten ausgereizt.

Ohne “Peter zahlt” wäre so reger Kontakt im Leben nicht möglich gewesen, nicht einmal ansatzweise. Es ist also für Reisende, die einen Festnetzanschluss haben, absolut empfehlenswert und spart Unmengen von Geld. Erst recht, wenn man längere Zeit im Ausland verbringt.

So, das wollte ich schon seit ner halben Ewigkeit mal gesagt haben, hatte es aber komplett vergessen.

Danke nochmal an Stromfrau für den Tipp, das hat uns beiden sehr viel bedeutet “damals”, dass das so ging.

Ist das vielleicht auch was für dich, Sari?

Foto: Copyright by “G” / Pixelio

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Mein Artikel ist online - juhu!

Freitag, August 10, 2007

Zu meiner großen Überraschung hab ich grad meinen Artikel gefunden, den ich kurz vor meiner Abreise aus Australien noch für das Reisemagazin, bei dem ich mein Praktikum gemacht habe, geschrieben hab. Ich hab ja als Dankeschön für meine Arbeit ein Tauchwochenende bekommen, über das ich auch hier berichtet hatte. Die Redaktion bat mich eine Weile nach dieser Reise, einen Artikel fürs Magazin zu schreiben, was ich tat. Da der aber im nächsten Magazin nicht abgedruckt wurde, rechnete ich nun schon gar nicht mehr damit. Aber tatsächlich, da ist er, sogar im Internet und somit für jeden lesbar. Jeder, der Interesse daran hat, sollte HIER LANG surfen. Es geht um die Fish Rock Höhle in South West Rocks an der Ostküste Australiens, um Sandtigerhaie und einen der besten Tauchgänge, die ich in zehn Jahren erlebt habe.

Schönes Wochenende!

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Das war’s erstmal

Samstag, April 28, 2007

Ich schulde euch noch zwei erstklassige Erlebnisse in schriftlicher Form und ein lustiges Erlebnis in 1770. Ich war auf Fraser Island, der groessten Sandinsel der Welt, und hatte die drei besten Abschiedstauchgaenge am allerletzten Urlaubstag, die man sich jemals vorstellen kann. Aber ich schreibe da erst von Deutschland aus drueber, denn ich bin gerade in Brisbane, meinem Abflugsort, angekommen und fuehle mich entsprechend demotiviert.

Ob ich ueber die Tauchgaenge ueberhaupt schreibe, weiss ich allerdings noch gar nicht. Denn erstens ist der Tauchspot absoluter Geheimtipp und es waere schoen, wenn er es bleibt, und zweitens fehlen mir dafuer die Worte. “Neptun” gehoert von nun an quer ueber meinen Allerwertesten oder meine Stirn taettowiert. Sowas geniales, drei Mal am Tag, sogar mit Steigerung, hab ich noch nie erlebt und ich kann einfach nicht fassen, dass ich tauchenmaessig so dermassen viel Glueck hatte. Ich kann gar nicht mehr sagen, welcher von den Top-Tauchgaengen hier an erster Stelle steht. Fest steht, keiner davon war am Great Barrier Reef und das ist nun wirklich ne Ueberraschung.

Meine vier Monate jedenfalls waren der totale Erfolg. Ich hatte ein super geniales Praktikum, bin heilfroh, dass ich mich letzten Endes fuer Sydney als Praktikumsort entschieden habe. Meine Arbeitskollegen haben mir vor allem am Ende ganz toll gezeigt, wie die Australier drauf sind! Sydney ist toll und wird immer in meinem Herzen sein. Aber Sydney ist - wie ich mir schon dachte, als ich noch da war - nicht typisch Australien. Wirklich das Land kennen lernen kann man nur ausserhalb der Grossstadt.

Der Urlaub war einfach nur ein Volltreffer, ich hab so viele einzigartige Orte gesehen, vor allem was das Tauchen angeht gerne mal abseits der normalen Touristroeme, hab mir selbst vertraut und auf mein Bauchgefuehl gehoert und konnte mich immer gut darauf verlassen. Ich bin auf jedes Boot, das ich finden konnte, draufgehopst, bin bei jeder Gelegenheit ins Wasser gesprungen und abgetaucht, bin mit jedem Buddy klargekommen, mit den wildesten Stroemungen, Hoehlen und Tieren und hab unter Wasser ALLES gesehen, was ich sehen wollte - in einer Art, wie ich es mir schoener nicht vorstellen kann. Ich habe es genossen, alleine zu reisen, wenn ich auch gerne mal zu zweit wiederkommen moechte.

Ich hab mich selbst besser kennen gelernt, vor allem in der Hinsicht, meinem Bauchgefuehl zu vertrauen. Ich wusste, dass ich dieses Land lieben werde, bevor ich es je gesehen habe. Und ich hatte Recht, trotz einiger Tiefen, die ich hier auch durchgemacht habe. Ich hab es einfach gewusst.

Ich bereue keine einzige Entscheidung, die ich hier getroffen habe. Mir blutet das Herz, dass ich morgen abfliege, aber ich nehme unendlich viel mit - und last but not least freue ich mich wahnsinnig auf Sven und meine Familie. Das ist das, was mich jetzt aufrecht haelt vor der Abreise.

See you soon & NO WORRIES!

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Abschnitt Nummer drei nach Schule und Arbeit - Abschied aus Sydney

Mittwoch, April 4, 2007

Nun steht ein voellig neuer Abschnitt in Australien an. Mein Praktikum ist beendet, mit Bravour sozusagen. Es war ne super tolle Zeit und hat mir sehr gut gefallen. Im aktuellen Magazin sind etliche Artikel von mir zu lesen, ein Foto von mir wurde gedruckt, ich schreibe derzeit an einem Artikel ueber mein Wochenende in South West Rocks fuer die naechste oder eine der naechsten Ausgaben und hatte einen netten Abschied im Pub am Freitag. Und mein Zeugnis koennte kaum besser sein. Diese Woche hab ich frei und bin beschaeftigt mit Verabschiedungen, Packen und Organisieren. Heute morgen hab ich sage und schreibe 25 kg nach Hause geschickt. Wenn irgendwas davon sydney-abschied.jpgnicht ankommt (Seamail dauert ganze drei Monate!), dann hab ich nix anzuziehen und dann gibt’s keine Geschenke. :) Ich bin gespannt, das Schicken hat ein Vermoegen gekostet! Aber das war’s mir wert, um nicht unter Massen von unbrauchbarem Gepaeck beim Reisen zusammen zu brechen.

Ich kann gar nicht beschreiben, wie ich mich derzeit fuehle. Meine Gefuehle sind so gemischt, dass ich gar nicht mehr weiss, was ich denken soll. Ich will nicht weg aus Sydney (es ist echt viel zu frueh, ich schaffe etliches nicht, was ich mir vorgenommen hatte), freue mich aber wie bloed aufs Reisen und Urlaub und Zeit fuer mich nach all der Arbeit. Ich freue mich darauf, endlich meinen Schatzi wiederzusehen in dreieinhalb Wochen, mir wird aber ganz uebel bei dem Gedanken daran, aus Australien abzureisen. Gemischter geht’s echt nicht. Ruhig schlafen ist auch nicht mehr drin, gedanklich bin ich schon am Great Barrier Reef.

Dies ist dann somit vermutlich auch meine letzte Meldung aus Sydney. Schluck! Das ist so surreal das zu schreiben. Morgen bin ich vermutlich auf dem Hawkesbury River, wo ich mich seit Wochen drauf freue. Samstag Morgen flieg ich zum Ayer’s Rock / Uluru, mitten in die Wueste in brodelnde Hitze, Sonntag geht’s weiter nach Cairns, von wo aus ich Montag oder Dienstag auf ein Boot will fuer drei Tage. Mal sehen, wann und von wo aus ich mich wieder melde.

Alles Gute, bis bald und NO WORRIES! See you, Sydney!

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Tauchgaenge des Jahrzehnts (aktualisiert am 26.3.2008)

Dienstag, März 27, 2007

Ich schaue nach links. Da sind sie. Selbstbewusst, geduldig kreisend ueber dem kleinen Sandfeld. Sie bemerken uns, sehen uns an. Ich fange an zu zaehlen. Manche sehe ich ganz deutlich, dahinter noch mehr graeuliche Silhouetten. Dahinter, darueber, darunter noch mehr, Schatten ihrerswr1.jpg selbst. An die 30 Sandtiger-Haie zaehle ich! Manchmal verspricht Werbung doch nicht zuviel!

Als ich meinen Kopf wieder nach vorne drehe, bemerkte ich etwas grosses neben mir. DIREKT neben mir, vielleicht eine halbe Armlaenge entfernt. Da hat sich tatsaechlich so ein Bursche von rechts an mich herangeschlichen und gleitet auf Kopfhoehe neben mir her. Er ist so gross wie ich, scheint mich aber hoechstens halb so aufregend zu finden wie ich ihn. Wie konnte ich nur jemals denken, diese Tiere seien fies? Ich sehe auf einmal keine krumm hervorstehenden Zaehne, keine duester drein blickenden kleinen Augen, keine boesartig anmutenden Buckel mehr. Nur elegant geformte grau schimmerne Koerper, wunderschoen geschwungene Schwanzflossen, neugierig blickende Augen, suesse Flecken wie Sommersprossen auf dem Hinterleib einzelner Tiere… Und Wunden von Angelhaken. Ich verstehe, dass das hier was Besonderes ist. Denn es gibt an der gesamten Australischen Ostkueste nur noch 300-500 Exemplare, zu wenige um das Bestehen der Art zu sichern.

Ueberall um mich herum schwimmen tausende von bunten Fischen, in geordneten Stroemen. Die sind so dicht, dass mir dieser silbrig-gelbe Schleier den Blick versperrt. Ein neugieriger, grell gelber Trompetenfisch schiebt seinen langen Koerper inswr-3.jpg mein Sichtfeld. Kofferfische schwimmen ins Bild, tollpatschig dreinblickend mit ihrem ballonartigen Koerper, grossen Glubschaugen und Miniflossen. Da! Eine Seeschlange! Zwei Meter gelbe und schwarze Streifen winden sie sich nach oben, Richtung Wasseroberflaeche. Spaeter erfahre ich, dass hier noch nie jemand eine Seeschlange gesehen hat. Und dass dieser Tag einer der besten Tauchtage des Sommers gewesen ist, lange waren nicht mehr so viele Haie da.

Als wir weiter tauchen, vorbei an unendlichen Schwaermen, paddelt eine wirklich grosse Schildkroete an uns vorbei. Ich muss im Taucherparadies sein!!! Ja, dies ist DER Tauchgang des Jahrzehnts (dass ich dieses Jahr als Taucherin voll mache), man hat mir nicht zu viel versprochen. Ja, dies ist einer DER Tauchspots Australiens - und ich hab die Hoehle noch gar nicht gesehen!

Die kommt dafuer beim zweiten Tauchgang dran. Am Ende des Sandtiger-Gullies befindet sich auf 24 Metern der Hoehleneingang. Ganz schoen eng, durch Fischschwaerme hinein ins absolute Schwarz. Nur unsere kleinen Lampen spenden etwas Licht. Eng ist es, sagte ich das schon? Nach einigen Metern muessen wir schraeg rechts hoch durch eine Art Kamin, noch enger, vorbei an zwei wirklich riesigen schwarzen Stachelrochen,swr2.jpg deren Augen leuchten. Die Worte “Steve Irwin” schweben mir im Kopf rum. Aus einer dicken Spalte im Kamin suchen lange, dicke Hummer- und Krebsarme scheinbar ziellos im Dunkeln. Ihre kleinen Augen blitzen im Lampenlicht auf. Vor Felswaenden und Ueberhaengen schweben die auch Nichttauchern bekannten Feuerfische. Es ist einfach alles ueberwaeltigend! Und ich moechte gar nicht wissen, was man bei einem zweiten Tauchgang durch die Hoehle alles entdecken wuerde!

Bei zwei weiteren Tauchgaengen am Sonntag sehe ich zu guter Letzt ein Miniriff mit beinahe bilderbuchartigen Weichkorallen und mehrere Shovelnose-Rochen, so mit das merkwuerdigste, was man hier sehen kann.

Abgehakt. Alles abgehakt von der Liste, was man in so wenigen Tauchgaengen abhaken kann. Und das alles fast umsonst, vom Chef bezahlt. (Wieso vom Chef bezahlt? Worum geht’s? Was hat es mit den Sandtigern und der Höhle auf sich?) Ich traeume seit drei Naechten nur von Sandtiger-Haien und Unterwasserhoehlen. So ganz verarbeitet hab ich das noch nicht. :) Und ich koennte mich sonstwohin beissen, dass ich keine UW-Kamera habe. Denn Worte koennen das einfach nicht getreu wiedergeben…

Mehr Fotos wie immer bei Flickr, es lohnt sich denke ich, denn South West Rocks ist auch ueber Wasser ganz nett! (Ich hoffe, am Strand hat mich niemand gesehen.)

Nachtrag, 26.3.2008: Ich habe für’s Reisemagazin Australian Traveller, bei dem ich mein Praktikum gemacht habe, eine Reportage über diese Tauchgänge geschrieben. Zu finden HIER, mit einem wunderschönen Foto vom Höhlenausgang. :) Außerdem habe ich dem obigen Beitrag andere (bessere) Fotos zugefügt. Jetzt könnt ihr euch die Höhle noch besser vorstellen. Und hier folgt noch der Link zur: Tauchbasis “South West Rocks Dive Centre”.

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Umzugsstress und Vorfreude

Mittwoch, März 21, 2007

Chaos ist im Moment angesagt bei der Arbeit. Entweder schlepp ich mir nen Wolf oder ich sitz rum und starre Loecher in die Gegend. Wir ziehen naemlich gerade um. Und bis auf Umzugskartons haben wir nix im neuen Buero, kein Internet und somit auch keine Moeglichkeit, zu arbeiten. Allerdings stehen mittlerweile wenigstens unsere Schreibtische und unser neues Buero sieht tatsaechlich aus wie ein Buero. Und nicht wie vorher wie die ultimativ verdreckte Muellhalde in einem Gebaeude, aus dem nun alle Parteien ausgezogen sind, weil es dermassen runtergekommen ist, dass es wohl abgerissen wird oder leer stehen bleibt bis es verrottet - was nicht lange dauern duerfte. Insofern ist das alles ganz gut und ich habe sogar eineinhalb Wochen im neuen Buero.

Ansonsten steht mein Belohnungs-Tauchtripp vor der Tuere, Freitag geht’s in aller Fruehe los, sieben Stunden im Zug Richtung Norden. Ich bin total aufgeregt und neugierig. Und da ich vermute, mich vorher nicht mehr melden zu koennen zwecks fehlendem Internet, wuensche ich schonmal ein schoenes Wochenende! Drueckt mir die Daumen, dass mich die Sandtigerhaie nicht fressen!

Lungenriss und Krakenbiss und vor allem: NO WORRIES!

Nachtrag: Die Sandtigerhaie haben mich NICHT gefressen, aber angeknabbert, fast. Zu lesen HIER

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To-Do-Liste : Cliffwalk von Coogee nach Bondi

Freitag, März 16, 2007

Ich hab’s endlich geschafft, einen der beiden Cliffwalks auf meiner Liste zu machen. Cliffwalks sind hier recht beliebt. Man laeuft von Strand zu Strand, durch Bush und Klippen, ueber mehr oder weniger befestigte Wege, mit tollen Ausblicken, beeindruckender Natur, immer schoen nahcliffwalk1.jpg am Wasser entlang und - wem es beliebt - mit Zwischenstops in Cafes, Restaurants oder um den dicken Zeh oder auch mehr ins Wasser zu halten. Oder um ein Bierchen in den Felsen zu schluerfen. Letzten Samstag war nach mehrmaligem Aufschieben der Cliffwalk von Coogee zum weltberuehmten Bondi-Beach angesagt und meine suesse Arbeitskollegin Kim hat mich ans Haendchen genommen und rumgefuehrt.

Mal ganz davon ab, dass man dort wirklich tolle Aussichten vor der Nase hat und ein dickes Stueck Sydney-Surfstrand-Atmosphaere mitbekommt (die ganz anders ist als die an den von mir eher aufgesuchten noerdlichen Straenden), gab es auch ein paar andere nette Sachen zu sehen. Am beeindruckensten fand ich persoenlich den riesen grossen Friehof direkt an den Klippen. Ich hatte mich cliffwalk2.jpgschon drauf gefreut, nachdem Dagi mir davon erzaehlt hatte. Der nach australischen Standards ziemlich uralte Friedhof rutscht naemlich langsam den Anhang hinab Richtung Meer - schon die Vorstellung gefiel mir. Als wir dann um die entsprechende Ecke bogen, war ich jedoch massiv beeindruckt: Groooooooss!

Ich hatte nen kleines verschlafenes (wenn ich das in diesem Zusammenhang mal so nennen darf) Friedhoefchen erwartet, aber dieser hier erstreckt sich ueber einen Grossteil der Flaeche, die man ueberhaupt erfassen kann. Und besteht nur aus alten, in unterschiedlichste Stufen verfallenen Steingraebern, weissen oder grauen Stein-Grabsteinen und Statuen. Und strahlt meiner Meinung nach enorm viel aus. Ich haette Stunden damit verbringen koennen, darueber zu spazieren und die Inschriften zu lesen, Familiengeschichten zu rekonstruieren, mir die Menschen vorzustellen, die Zeit damals, und Fotos zu machen.cliffwalk4.jpg


Leider hatten wir ein bissl Zeitdruck und konnten somit nur einmal geradeaus drueber laufen. Es ist ein toller Platz und wenn ich nochmal nach Sydney komme (wovon ich ausgehe), dann muss ich dort unbedingt mal mehr Zeit verbringen!

Dauer: Dieser Cliffwalk hat etwa eine gute Stunde gedauert, in recht strammem Gang und nur mit einem kurzen Zwischenstopp in den Felsen. Geht man schwimmen, schnorcheln, sonnenbaden, in Cafes oder vertieft man sich in den Friedhof, dauert er entsprechend laenger. Ausserdem ist Coogee eigentlich nur eine Zwischenstation, der Cliffwalk kann im noch weiter suedlich gelegenen Cronulla Beach angefangen oder beendet werden und dauert dann entsprechend laenger. In welcher cliffwalk3.jpgRichtung man ihn laeuft ist egal, Kim meinte aber von Sueden nach Norden wuerde er immer schoener werden.

Charakter: Nicht ganz so viel Natur, aber schoene Aussichten auf Sydney’s Surferstraende. Junges Publikum und Familien, eher Straende mit Action, Surfern und Party.

Warum / Was? Lohnenswert vor allem, wenn man ansonsten viel Sightseeing macht, aber trotzdem was von den beruehmten Straenden sehen moechte. Vorher oder nachher kann man in Bondi shoppen oder sich von den Riesenwellen - NUR zwischen den gelben und roten Flaggen, wenn man nicht ertrinken will - herum wirbeln lassen. cliffwalk5.jpg

Tipps: Wenn man ihn nicht alleine macht, sollte man sich einig sein, ob man bummeln oder stramm laufen will, sonst wird einer enttaeuscht sein. Ich schaetze, man kann das ganze LOCKER auf nen ganzen Tag ausweiten. Fotoapparat nicht vergessen!

 

Kosten / Transport: Keine Kosten (ausser natuerlich Getraenke oder Essen unterwegs), Busse oder Zuege fahren von der Innenstadt aus (am besten ist entweder Bahnhof oder Hyde Park als Startpunkt denke ich) in die entsprechenden Vororte. Es muessen eventuell Verbindungsbusse genommen werden.

Mehr Fotos gibts im Flickr-Album.

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Ich muss mal ueber’s Wetter reden

Dienstag, März 13, 2007

Es wird Herbst - zumindest nach australischem Kalender. Waehrend die Australier sich ernsthaft einen abfrieren, Moonboots und Wolljacken kaufen, kann ich nur ratlos daneben stehen. Alle sind erkaeltet, im Bus morgens wird nur gehustet, geprustet, geschnieft und geniesst. Abercliffwalk.jpg stimmt schon, die Temperaturen sind tatsaechlich auf unter 20 Grad nachts gefallen. Und das ist verdammt kalt! Jawoll! Ich als Europaerin krieg da allerdings nicht gleich Panik vor der naechsten Eiszeit.

Aber ich gebe ja zu, so’n Suedpolwind kann ganz schoen kuehl sein. Nur, wenn man bei irgendwas unter 25 Grad die Klimaanlagen voll aufdrehen muss, dann sollte man sich vielleicht nicht wundern, wenn die Nase ebenfalls auf Hochtouren laeuft. Jedenfalls koennt ich mich amuesieren, selbst wenn’s mir selber im Hals kratzt. Das liegt einzig daran, dass einige Kollegen nicht auf die Klimaanlage verzichten koennen oder wollen, da stuerme es draussen, wie es wolle. Wir sind hier in Australien, also muss das Teil voll aufgedreht sein. Und ich sitz dummer Weise drunter. Meinen stillen Protest in Form von langer Hose, Turnschuhen, Weste zum ab und an mal mit nem lauten “Brrrrrr!” drueberziehen und Schal hat bisher leider noch niemand wahr genommen. Ich glaub morgen komm ich mal mit Pudelmuetze. Wenn sich ein Europaer einen abfriert muss das doch mehr zaehlen als ein kaelte-unerprobter Australier!gewitter.jpg

Es ist schon irgendwie alles ein bisschen verdreht. Auf chaotische Klimazustaende, die es hier ebenfalls zu Hauf gibt (kriegt ihr ja teilweise auch mit) gehe ich mal nicht ein. Auch wenn Schnee in Canberra mitten im australischen Sommer durchaus berichtenswert waere.

Das Wetter wechselt also erstmal weiter froehlich unberechenbar vor sich hin, ich hab allen ernstes immer nen Regenschirm dabei, koennte zum ersten Mal seit Anreise ne dritte lange Hose gebrauchen (auf Dauer immer zwischen zweien zu wechseln ist irgendwie doof) und hab sogar zum ersten Mal meine bis dahin unberuehrte Jacke (J-a-c-k-e!) angezogen - wenn das auch eher aus purem Protest war und weil ich sie nicht voellig umsonst mitgeschloert haben wollte.

Viel Spass euch im deutschen / englischen / teneriffischen / cadaquesischen Fruehling (hab ich irgendwen vergessen?)!