Archiv für die Kategorie ‘Migräne’

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Migräne: Heftiger Dämpfer

Sonntag, April 5, 2009

Nie wieder wollte ich das erleben. Und ich hatte so gehofft, dass ich das auch nicht muss. Hatte fast schon daran geglaubt. Aber nach einer Woche, in der ich jeden Morgen mit Migräne wach geworden bin und über die ich mich mit Schmerzmitteln gerettet habe, gab’s heute endgültig einen heftigen Dämpfer in Sachen Migräne. Ich hab’s die letzten Tage auf’s Wetter geschoben, auf die Arbeit, auf wenig Bewegung, auf Stress, auf Hormone. Und war einfach nur froh, dass ich mich (im Gegensatz zu vor der OP) so auf meine Tabletten verlassen konnte. Nur sehr kleine Dosen reichten aus, um gegen die Migräne zu gewinnen. Naja, heute nicht. Heute war es wie früher. Und nach etwa einem Jahr ohne Krankenhaus und neun Monate nach der so genannten Migräne-OP bin ich heute Nachmittag doch wieder in fürchterlichem Zustand zur Notaufnahme gegangen.
Ich hab fast drei Stunden da gelegen, in diesen drei Stunden eine einzige Infusion bekommen, die obendrein nicht richtig angeschlagen hat. Bin mit nur leicht weniger Schmerzen wieder zurück nach Hause, nach einem inneren Horror-Trip, denn in dem Zustand bei Neonlicht und Krach da zu liegen, mit irgendwem Fremdes reden zu müssen, mit einer Funzel in die Augen geleuchtet kriegen und ewig lange alleine warten, warten, warten, ohne Schlafen zu können, ist einfach nur scheiße. Gegessen hatte ich auch noch nichts, denn ich konnte mir auch zu Hause selber nichts zu Essen machen.
So langsam geht’s mir etwas besser. Meine Migräne-Statistik sieht jedenfalls nicht mehr so gut aus wie noch vor ein paar Wochen. Und was das jetzt kopf- und hoffnungsmäßig angerichtet hat, das kann ich grad noch gar nicht beschreiben. :(

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Fünf Monate nach der „Migräne-OP“

Donnerstag, November 27, 2008

Das ist echt der Oberhammer. Mir kullern beinahe die Tränen vor Freude. Es ist schon wieder fast zwei Monate her, seitdem ich das letzte Mal vom Verlauf meiner Migräne nach der so genannten „Migräne-OP“ berichtet habe. Fünf Migräne-Anfälle hatte ich demnach in den ersten drei Monaten nach der OP – ein wesentlich besseres Ergebnis, als ich je erwartet hatte! Denn fünf Anfälle, die hatte ich vor der OP, wenn’s gut lief, in einem einzigen Monat.

Noch unglaublicher: Nächsten Montag ist die OP fünf Monate her – und ich hatte seit dem letzten Bericht nur zwei Migräne-Attacken! Auf einer Schmerzskala von ein bis maximal zehn lagen die Schmerzen bei 7 und bei 4, ein absolut gutes Ergebnis und mit leichten bis normalen Schmerzmitteln unter Kontrolle zu bringen.

Sieben Attacken in fünf Monaten, ganz ehrlich, da kann ich wunderbar mit leben! Und die normalen Kopfschmerzen zwischendurch (acht Mal in zwei Monaten) sind auch aushaltbar. :) Und das bei Unmengen von Stress, den ich in den letzten Wochen hatte, ich kann’s kaum fassen – keinen einzigen Migräne-Anfall hatte ich in der Zeit!

Ich bin gespannt, ob’s in Zukunft mit wieder regelmäßig Sport noch besser wird. Denn Sport war schon lange vor der OP fast das einzige, was überhaupt angeschlagen hat, sowohl gegen die Migräne als auch gegen die chronischen Spannungskopfschmerzen, die ich ein paar Jahre lang hatte (und ich hab echt etliche Schmerztherapien gemacht). Das ist überhaupt der Hauptgrund und die Hauptmotivation, warum ich Sport mache. Weil ich niemals wieder körperlich so krank sein möchte wie „damals“.

Also wenn das so weitergeht, muss ich glaub ich mal nen Brief oder Blumenstrauß oder so nach Berlin schicken. Was da an Lebensqualität zurück kommt (oder überhaupt zum ersten Mal im Leben da ist), ist unbezahlbar!

Alle meine Erfahrungsberichte und weitere Informationen und Links zur “Migräne-OP” finden sich in der Kategorie “Migräne“.

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3 Monate nach der „Migräne-OP“

Sonntag, September 28, 2008

Mein zweites Fazit nach der „Migräne-OP“ sieht noch immer sehr gut aus, obwohl ich mittlerweile die ersten Migräne-Attacken hinter mir habe. In den ersten sechs Wochen hatte ich wie berichtet nur einen einzigen Migräne-Anfall, direkt nach der OP und somit kaum zu werten. Mittlerweile sind fast drei Monate vergangen und die Zahl der Migräne-Anfälle hat sich auf sechs erhöht. Die fünf letzten Anfälle hatte ich alle innerhalb einer Woche, in der mehrere Auslöser wie Stress und Wetterumschwünge zusammen auftraten. Unter solchen Umständen ist es denke ich kein großes Wunder, dass die Migräne nicht lange auf sich warten lässt und dann auch länger anhält. Eine vollständige Heilung war bei mir ja ohnehin nicht zu erwarten. Ich sehe die OP also weiterhin als großen Erfolg an, der all meine Erwartungen übertroffen hat.

Was mir noch positiv auffällt ist, dass ich im Vergleich zu den ersten Wochen nur halb so oft normale Kopfschmerzen hatte. 15 Kopfschmerz-Tage waren es in den ersten sechs Wochen nach der OP, in den sechs darauf folgenden Wochen bis jetzt hatte ich „nur“ sieben Mal Kopfschmerzen.

Der Heilungsprozess läuft stetig weiter, in letzter Zeit kribbelt und juckt es verstärkt in der OP-Region und das Taubheitsgefühl hat deutlich nachgelassen. Die Druckschmerzen rund um die Augen sind noch deutlich spürbar, haben sich aber auch verbessert. Die Narbe am linken Auge ist nahezu vollständig verschwunden, die am rechten Auge leider nicht. Dort hatte sich ja eine Stelle ziemlich stark entzündet und diese Stelle ist nicht richtig verheilt. Ich denke, dort werde ich vermutlich dauerhaft eine sichtbare Narbe behalten. Das ist nicht schön und ärgert mich auch etwas, aber ich werde nochmal mit dem Arzt darüber sprechen. Es wäre schön, wenn man da noch etwas machen könnte. Sollte dies nicht der Fall sein und dieser „Knubbel“ bleiben, wäre das schade, aber kein Grund die OP zu bereuen. Sonderlich eitel bin ich ohnehin nicht.

Ich werde weiter berichten.

→ Alle meine Erfahrungsberichte und weitere Informationen und Links zur “Migräne-OP” finden sich in der Kategorie “Migräne“.

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Erstes Fazit nach der „Migräne-OP“

Samstag, August 9, 2008

Fünfeinhalb Wochen sind mittlerweile vergangen, seitdem ich die so genannte „Migräne-OP“ hab durchführen lassen. Zeit für ein erstes Fazit.

BIs auf den Tag der Operation hatte ich kein einziges Mal Migräne in diesen fast sechs Wochen! Das ist ein Ergebnis, mit dem ich trotz großer Hoffnung und Optimismus so nicht gerechnet hatte. Ich gehe zwar noch immer nicht von einer kompletten Heilung aus. Die vorangegangenen Botox-Tests haben eine vollständige Heilung in meinem Fall nämlich nicht angezeigt. Die OP habe ich durchführen lassen für eine Linderung der Schmerzstärke und -häufigkeit. Trotzdem ist das bisherige Ergebnis mehr als zufriedenstellend. Eigentlich bin ich – wenn auch noch etwas verhalten – begeistert! Denn selbst unter Botox hatte ich in vier Wochen zwischen fünf und zehn Migräne-Anfälle zusätzlich zu den Kopfschmerzen. Ich kann nicht sagen, dass ich diese Anfälle in den letzten Wochen vermisst habe.

Keine Migräne bedeutet allerdings nicht, dass ich keine Schmerzen habe. 13 Mal hatte ich Kopfschmerzen in den Wochen nach der OP, also noch immer etwa zwei Mal pro Woche. Das ist natürlich nicht wenig, aber mir fällt es vergleichsweise leicht, diese Kopfschmerzen wegzustecken – ich weiß ja, dass es auch Migräneanfälle sein könnten und diese sind wesentlich schlimmer als Kopfschmerzen. Außerdem beinhalten diese 13 Schmerztage sicherlich auch noch durch die OP ausgelöste Kopfschmerzen (ich hab zum Beispiel die Sonne auf einem Festival eine Woche nach der OP nicht gut vertragen) und die ersten Tage im Urlaub hatte ich – wie in den vergangenen Jahren auch schon, vermutlich auf Grund der Klimaumstellung und der langen Anfahrt – Kopfschmerzen, die ich ohne Urlaub vielleicht nicht gehabt hätte. Ich habe also sogar etwas Hoffnung, dass es in den nächsten Wochen noch besser läuft. Ich traue mich nur noch nicht, das wirklich laut auszusprechen.

Wie schon unter Botox hab ich nach der OP festgestellt, dass leichte Schmerzmittel (meist 200 oder 400 mg Ibuprofen) relativ gut anschlagen. Das heißt, ich kann die Schmerzen ziemlich gut kontrollieren und mich notfalls auf die Schmerzmittel verlassen, was früher anders war und die Migräne unerträglich machte.

Der Heilungsprozess der OP-Narben und anderen Folgen ist auch bis jetzt noch nicht vollständig abgeschlossen, verläuft aber allgemein nach Plan. Die Narbe am rechten Auge hatte sich an einer kleinen Stelle ziemlich stark entzündet, dank einer antibiotischen Salbe ist aber nach zwei Wochen auch diese Stelle gut verheilt und übrig ist nur noch gerötete Haut, die hoffentlich auch noch vollständig gesundet. An beiden Schläfen habe ich noch leicht die im OP-Bericht beschriebenen „Hörnchen“, stellenweise habe ich immer noch starke Taubheitsgefühle, die Narben innerhalb der Augenlider sind für mich noch gut sichtbar, für Fremde jedoch kaum noch. Insgesamt sehe ich um die Augen rum noch etwas „schief“ aus. Fremden dürfte das jedoch gar nicht mehr auffallen. Alle Einschränkungen, die ich jetzt noch habe, wurden mir so vorhergesagt und sind somit normal – und sie sind fast ausschließlich äußerlich. Vier Wochen nach der OP bin ich auch langsam wieder mit Sport angefangen.

Ich hätte nicht gedacht, schon so wenige Wochen nach der Operation so ein positives Fazit zu ziehen. Ich wage auch noch immer kaum zu hoffen, dass diese Wochen ein Omen für die Zukunft sein könnten. Aber ich bleibe optimistisch und froh, dass ich diesen Schritt getan habe. Und werde weiter berichten…

Mittlerweile finden fast täglich Betroffene auf meinen Blog, die sich über diese OP-Methode informieren möchten. Diesen sei hiermit ans Herz gelegt, dass sie mich bei Fragen, Anmerkungen oder wenn sie eigene Erfahrungen teilen möchten, jederzeit kontaktieren können, in den Kommentaren unter den Artikeln oder auch über die im Impressum angegebene Email-Adresse (wie bereits geschehen). Meine Erfahrungsberichte und weitere Informationen und Links zur „Migräne-OP“ finden sich in der Kategorie „Migräne„.
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Mit dem Skalpell gegen die Migräne – OP-Bericht (3)

Dienstag, Juli 8, 2008

Dienstag Abend, ab 19 Uhr

Meine Eltern rufen an: Mein Bruder ist zurück in der Pension und kommt gleich in mein Krankenhaus. Kurz darauf ist er auch schon da. „Oh Gott“ sagt er, als er mich sieht mit meinen schönen blauen Augen(lidern). „Musst du mir alles nachmachen“, frage ich und wir nehmen uns in den Arm. Manno, tut der Kerl mir leid! Er erzählt mir von seinem Schmerz-Marathon, vom Krankenwagen, von Infusionen, von all dem schlimmen Zeug, das ich selber kenne. Und das ich hoffentlich dank dieser OP nie wieder erleben muss.

Ich gehe davon aus, dass ich nun gehen kann und freue mich schon. Der Assistenzarzt sagt mir jedoch am Telefon, es sei besser, wenn ich da bliebe. Er würde eher meinen Bruder neben mich legen als uns beide nun so gehen zu lassen. Na gut, überredet. Ich bleibe. Hier kann man ohnehin mehr gegen die mittlerweile immer fieser werdende Migräne tun als ich alleine in der Pension. Ich kriege ein paar Brote, über die ich mich wild hermachen will. Ich krieg aber kaum was runter, mit Mühe und Not und im Schneckentempo. Ich bin zu fertig irgendwie. Brüderlein fährt in die Pension, mir fummelt mal wieder jemand am Zugang in der Armbeuge rum. Dieser ist nämlich verstopft und irgendwie will das Schmerzmittel nicht fließen. Also wird da nach einigem Drücken, Knoten und Ziehen eine Spülung durchgejagt. Aua!

Kurz darauf befinde ich mich im nächsten Dämmerzustand. Die Migräne geht, der Kopfschmerz bleibt noch ein paar Stunden. Ich fliege und schlafe. Kopf nach links, Kopf nach rechts. Seit etwa 12 Stunden sitze ich mehr oder weniger aufrecht im Bett. Für weitere 10 Stunden. Hinlegen ist nicht, wegen der Schwellung. Diese blöden engen Strümpfe ziepen langsam, es ist viel zu warm und der Zugang im Arm tut weh. Außerdem halten diese dämlichen Kühlpackungen im Sitzen nicht auf dem Gesicht und rutschen ständig weg. Nerv! Wie schrecklich muss es sein, über lange Zeit im Krankenhaus zu liegen? Ich glaube, ohne die Dröhnung hätte ich kein Auge zugemacht. Wobei… Zu oder auf. Wo war da schon der Unterschied? Jedenfalls komme ich endlich mal zur Ruhe und schlummere den ganzen Abend und die Nacht vor mich hin. Ich bin froh, dass ich da geblieben bin.

Mittwoch, 2.7.

Um 7 Uhr bekomme ich eine nette Omi als Bettnachbarin. „Frisch machen“ ohne Bürste, Deo, Zahnbürste, Zahnpasta, Handtuch, frische Klamotten und nahezu ohne Sicht. „Sie brauchen nichts mitzubringen, nur ein Buch vielleicht“, schwirrt es mir wieder durch den Kopf. :D

Frühstück. Mein Bruder ist auch schon da. Ich hoffe, dass ich schnell hier weg kann. Bin schließlich die erste, die zur Nachuntersuchung da ist. Und bis elf müssen wir die Pension geräumt haben. Die Tür geht auf, ich blinzele, das muss mein Arzt mit seinem Team sein. Ja, mir geht’s gut, nein, ich habe keine Schmerzen. Die Schwellung werde morgen noch schlimmer. Mit einer Lage Schmerztabletten werde ich entlassen. Endlich!

Danach Abfahrt zur Pension, Sachen packen. Die netten Leute an der Rezeption fragen sich sicherlich, ob mein Bruder mich verprügelt hat. Ich glaube, wir haben sie ziemlich verwirrt zurück gelassen. Erst kommt am Tag zuvor ein ominöser Anruf, dann finden sie einen vor Schmerzen zitternden, weinenden und verzweifelten Gast auf seinem Zimmer, dann kommt der Notarzt und heute steht er mit einer im Gesicht grün und blau geschwollenen Frau vor ihnen. Egal, wir verlassen Berlin gen Westen und ich freue mich auf zu Hause. Im Auto kühle ich gegen 37 Grad Außentemperatur an und verbringe die Fahrt ziemlich blind. Mein Bruder hält am Steuer tapfer durch, ich bin stolz auf ihn! Und mir geht es gut.

Die Tage danach

Tatsächlich ist die Schwellung am Donnerstag noch etwas schlimmer. Ganz so heftig hatte ich mir das irgendwie nicht vorgestellt. Auto fahren und mich selbst versorgen kann ich für erst einmal vergessen. Ich kann nur nach unten gucken, tagelang verschwimmt alles mehr oder weniger, die Tränen fließen, weil sich noch Reste einer Creme in den Augen befinden. Noch heute sehe ich zwischendurch unscharf. Aber Schmerzen habe ich so gut wie keine! Im Prinzip sieht es schlimmer aus, als es ist. Zwischendurch ziept mal was, alles ist sehr druckempfindlich, die Schwellung geht über die Schläfen und Augen bis runter über den Mund. Sie lässt jedoch schon am dem zweiten Tag nach der OP rapide nach (s. Fotos). Jeden Tag ein Stückchen mehr, zum Teil merke ich einen großen Unterschied zwischen morgens und abends. Schmerzen sind absolut auszuhalten und nicht konstant da. Es gibt keinen Grund zur Beschwerde, bis auf dass es die ersten beiden Tage phasenweise nervt, ewig zu kühlen und fast blind zu sein. Nervig, aber keineswegs schmerzvoll.

Gestern war ich einen halben Tag lang auf einem Festival. Mit groooßer Sonnenbrille. Die Sonne ist mir nicht so gut bekommen und hat (Kopf)Schmerzen verursacht, die abends aber dank Schmerzmittel wieder verschwanden. Ich wurde aber, muss ich zugeben, vorgewarnt, dass Sonne nicht so gut sei. Mir war nur nicht klar, dass diese überhaupt so heftig scheinen würde und dass es auf dem Gelände kaum Schatten geben würde. Gestern wurden die Fäden gezogen. Ein kurzes „Ziiiep“ und raus waren sie. Ich kann noch immer nicht gut geradeaus gucken, weil die Lider noch geschwollen sind. Ansonsten sind nur noch die Schläfen geschwollen (da gibt’s so lustige kleine Hörnchen), blaue / grüne / gelbe Flecken sind jetzt schon so gut wie weg, nur druckempfindlich ist alles noch recht stark und stellenweise taub. Es ziept und juckt und heilt. Sämtliche aufgetretene Zimperlein wurden mir vorher angekündigt: Eventuell ungleichmäßiges Abschwellen, Taubheitsgefühl, blaue Flecken, Kofpschmerzen und Migräne, die nach der OP auftreten können, diese Hörnchen links und rechts etc. Alles verläuft nach Plan.

Ich bin froh, dass ich diesen Schritt getan habe. Alles halb so wild, wenn auch für einen selber ein großer Eingriff. Ob es etwas gebracht hat, werden die nächsten Monate zeigen. Ich hoffe jedenfalls, dass meine Berichte für andere Betroffene, für die diese OP in Frage kommt, vielleicht eine kleine Hilfe sind. Vor allem für diese Menschen teile ich das hier so öffentlich mit. Mein Fazit lautet: Alles halb so wild und einen Versuch wert! Was sind schon diese eher kleinen Strapazen und Zimperlein gegen einen starken Migräneanfall?

Fotos: © Muschelschubserin. Ich habe lange gehadert, ob ich Fotos online stellen soll. Ich hoffe, ich kann damit den schnellen Heilungsprozess dokumentieren, Betroffenen Hoffnung machen. Zwischen den ersten Fotos liegt immer nur ein Tag. Sie sollen ausdrücklich nicht der Selbstdarstellung dienen, deshalb habe ich sie so beschnitten. Außerdem hätte ich dafür durchaus geeignetere Exemplare auf Lager.

Zu Teil 1 und Teil 2. Weitere Infos zur OP, zu den vorangegangenen Botox-Tests sowie Links zur Seite des Migräne-Chirurgie-Zentrums mit weiteren Infos und zur Kritik an dieser Behandlungsmethode gibt’s in diesem Blog in der Kategorie „Migräne“ (siehe Sidebar rechts).

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Mit dem Skalpell gegen die Migräne – OP-Bericht (2)

Montag, Juli 7, 2008

Vermutlich circa 11-12 Uhr

„Wie geht es Ihnen“, höre ich eine Frauenstimme fragen. Ich konzentriere mich auf mich. Wie geht es mir? Meine Stirn und Augen stehen in Flammen. Ich sehe nichts, habe etwas auf den Augen. „Es brennt“, sage ich. „Wir geben Ihnen etwas, dann hört das sofort auf.“ Wieder fummelt jemand am Zugang in meinem Arm. Sofort hört das Brennen auf. Weit entfernt höre ich „Dann bringen wir Sie nun zurück auf’s Zimmer.“ Ich frage mich, warum die mich nicht erst in den Aufwachraum schieben, sondern direkt vom OP auf’s Zimmer. Und schlummere wieder weg. Später wird mir klar, dass ich wohl schon längst im Aufwachraum gewesen sein musste. Ich weiß von nix, außer diesen paar Sätzen.

Vermutlich circa 12-15 Uhr

Keine Ahnung, wie ich auf’s Zimmer gekommen bin. Neben mir liegt die Patientin, die ich schon vorm OP gesehen habe. Ich bekomme Kühl-Packungen auf die Augen. Diese kriege ich fast nicht auf. Schmerzen habe ich kaum. Ich muss auf Toilette, fuchtele blind nach der Klingel. Die Schwester kommt, bringt mich zum Klo. Auf dem Weg zurück auf die Pritsche sage ich zu meiner Nachbarin „In den Spiegel sollte man nicht gucken“. Ich hab nicht viel gesehen, aber was ich gesehen habe, sah ganz schön brutal und wulstig aus. Danach kühlen, kühlen, kühlen. Irgendwann fängt meine ebenso blinde Nachbarin an, mit mir zu reden. Über die Ukraine, wo sie herkommt. Russland, Bestechung, dass sie die Augen nicht auf kriegt, Migräne-Lebensläufe werden ausgetauscht. Ja, in meiner Familie haben alle Migräne, auch mein Bruder, erzähle ich. Ganz wach fühle ich mich noch nicht. Der Arzt kommt zum ersten Mal rein, alles ok. Weiter kühlen und schlummern.

Ich habe Durst und wir bekommen ein Glas Wasser. Ich habe noch mehr Durst, habe seit 6 Uhr nichts mehr getrunken. Ich erahne neben meinem Glas eine Flasche. Gerade will ich sie nehmen und mir ein weiteres Glas Wasser einschenken, da erblinzele ich ein großes %-Zeichen auf der Flasche. Huch, das kann alles mögliche sein, jedoch kein Trinkwasser, denke ich. Natrium-Chlorid-Lösung war’s, wie ich am nächsten Tag feststellte. :D

Der Arzt kommt rein. „Ich erzähle Ihnen jetzt eine Geschichte“, sagt er vieldeutig zu mir und ich frage mich, was denn jetzt wohl kommt. „Ob Sie’s glauben oder nicht“, fängt er an und da ist wieder dieses mulmige Gefühl, dass ich schon seit Sonntag habe, wenn ich an die OP und das Drumherum denke. „Ihr Bruder hatte einen heftigen Migräne-Anfall“, setzt er fort. „Er wurde mit dem Krankenwagen in ein Krankenhaus eingeliefert – und wir wissen nicht, in welches.“ Nee, denke ich, das ist jetzt nicht wahr, oder? Sofort steigen in mir all die Bilder auf von den Anfällen, bei denen ich selber in der Notfaufnahme gelandet bin oder der Arzt zu mir nach Hause gerufen wurde.

Ich habe keinerlei Wertsachen dabei, nur einen Labello und ein Buch. Ich solle alles zu Hause lassen, wurde mir am Vortag gesagt, nur ein Buch mitnehmen. Das, was ich nun am wenigsten gebrauchen kann in meiner Blindheit, ist ein Buch. Das, was ich nun wirklich brauche, ist mein Handy, welches in der Pension liegt.

Ich bekomme das Telefon von der Station. Zwischen halbwachen Telefonaten mit meinen Eltern hab ich den OP-Saal am Telefon. Frau Sowieso könne nun aus dem OP abgeholt werden. Kurze Erklärung, dass ich nur eine Patientin bin. Meine Eltern erzählen mir, dass mein Bruder von unserer Pension per Notarzt abgeholt wurde und niemand wisse, wo sie ihn hingebracht haben. Wir können nur warten, dass er sich irgendwann meldet. Meine nette Nachbarin wird inzwischen entlassen. Ich will auch!

Circa 15-19 Uhr

Ich mache mir Sorgen. Ich weiß zu genau, was mein Bruderherz gerade durchmacht. Und kann doch nur warten. Ich habe Kopfschmerzen. Ich bekomme eine Infusion. Diese hilft ein wenig, aber als man sie wieder abnimmt, werden die Schmerzen wieder schlimmer. Ich soll über Nacht da bleiben. Das sei so alles zu unsicher, ich dürfe alleine nicht gehen und meinem Bruder ginge es ja eh vermutlich zu schlecht, um sich später wirklich um mich zu kümmern. Sie würden mir ein richtiges Bett in einem richtigen Zimmer und ein starkes Schmerzmittel geben. Da wäre es eh besser, wenn ich da bleiben würde. Sollte er bald kommen, könne man immernoch überlegen, ob ich gehen kann.

Es dauert alles recht lange, aber irgendwann ziehe ich um. Endlich ein richtiges, bequemes Bett. Ich habe ein Zimmer für mich alleine. Ich habe endlich Ruhe und fühle mich richtig wach, mache mir aber Sorgen. Sehen kann ich nur wenig und eher verschwommen. Die Schwellung ist doch heftiger, als ich erwartet hatte. Meine Kopfschmerzen werden langsam zur Migräne.

Fortsetzung folgt im dritten Teil.

Zu Teil 1.