Archiv für die Kategorie ‘Mediales’

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Wer hat’s getan?

Freitag, September 25, 2009

Ich hab ein wie ich finde faszinierendes Video gefunden. Es zeigt eine englische Krimi-Szene, in der ein Kommissar den Mörder sucht: Ist es das Hausmädchen, der Butler oder die Ehefrau?

Aber seht (und staunt?) selbst:

Im Grunde geht es um etwas ganz anderes, nämlich darum, wie unglaublich grottenschlecht unsere Aufmerksamkeit ist, wenn es um Details geht. Das Video gehört zu einer Kampagne aus London, in der Autofahrer aufgefordert werden, mehr auf Radfahrer zu achten. Gefunden hab ich’s via YuccaTree.

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Rammstein – Pussy

Freitag, September 18, 2009

Ich mag Rammstein. Ich mag etliche Lieder echt gerne und höre sie oft. Dazu gehören „Du hast“, „Ich will“, „Keine Lust“, „Dalai Lama“, „Rammstein“ und einige andere. Und das schon seit vielen Jahren, wenn ich mal so zurück blicke. Trotzdem hab ich nur ein Album, das ich glaube ich mal meinem Bruder geklaut hab. Nun gibt’s einen neuen Titel, auf den ich über Twitter aufmerksam geworden bin. Es geht mal wieder um ein skandalträchtiges Video (welches seit gestern Abend hier zu bewundern ist). Bis kurz vor Schluss alles noch recht harmlos, man fragt sich, wo da jetzt der große Skandal sein soll? Und warum das auf nem Porno-Portal vorgestellt wird? Ok, kurz vor Schluss weiß man dann, warum. Porno halt. Ich glaub, PR-mäßig funzt das ganz wunderbar – auch, wenn das Video wohl nie oder nur stark gekürzt im TV laufen wird.

Aber mal zum Text. Wer mal länger in den USA war weiß, dass man dort ganz bestimmte deutsche Wörter kennt. Dazu gehören „Bratwurst“, „Schnaps“, „Autobahn“, „Sauerkraut“, „Blitzkrieg“ (mir hat zum Beispiel damals ein farbiger Amerikaner ins Highschool-Jahrbuch geschrieben „I’m your American Blitzkrieg.“) und ähnliche Sachen. Alle Wörter kommen im Text von „Pussy“ vor, insofern stimmt die Angabe auf der Website, im Lied ginge es „mit Vollgas auf [die] Autobahn der deutschen Klischees (…)„. Dazu kommt ein deutsches Wort, dass ich persönlich nur aus Amerika kannte: „Fahrvergnügen“. Mich fragte so ziemlich jeder Amerikaner, was das bedeute. Alle kannten das Wort. Ich hatte es noch nie gehört. Rammstein benutzen es auch. (Es hat übrigens diesen Ursprung. Das erklärt dann auch, warum man es hier nicht kennt.)

Ich finde das Lied an sich selbst für Rammstein-Verhältnisse einfach nur platt. Das musste quasi in pornöse Verpackung, damit es überhaupt wahrgenommen wird. Rammstein haben hier wie ich finde extrem an Power verloren. Das Lied hört sich kaum noch nach Rammstein an (mehr wie Apoptygma Berzerk, nachdem sie Mainstream geworden sind, wenn man mich fragt). Diese Dudel- Melodie ist vorhersehbar wie in jedem x-beliebigen Mainstream-Popsong, entsprechend schnell stellt sich der Ohrwurm ein, der Text ist fantasielos und viel zu offensichtlich und billig an Amerika rangeschleimt.

Bleibt zu hoffen, dass der Rest des Albums nicht gleichfalls schwach ist.

Was meint ihr? Bin ich Spielverderberin?


Hier jedenfalls was aus besseren Zeiten (Song- UND Video-mäßig):
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Ich empfehle… (wird nach 18.45 Uhr, Montag, nicht mehr aktualisiert)

Donnerstag, Juni 18, 2009

Update: Ich werde diese Liste nun nicht weiter aktualisieren. Interessante aktuelle Texte zu diesem und anderen Themen gibt es wie vorher auch unter „Fremdlesen“.

… einen ausführlichen Blick in die Sidebar, unter „Fremdlesen“ und folgende Linkliste. Bitte.

Weitere Links zu guten Quellen bitte in die Kommentare (ich bin sicher, morgen gibt’s sehr viel dazu, Gutes wie Schlechtes). Wenn ich Zeit habe, update ich hier auch, aber das kann ich leider nicht garantieren.

Zur aktuellen Entwicklung hier Meinungen, Aktuelles und auch noch einmal Quellen mit Argumenten, Fragen / Antworten:

Zensur-Euphoriefetzen

Demo-Teilnehmerin in Berlin. Foto: "Euphoriefetzen", CC-Lizenz

Die Argumente

  • AK Zensur stellt die Argumente gegen das Gesetz anschaulich und übersichtlich dar.
  • Warum es sehr wohl um Zensur geht – Ein Text mit Fragen und Antworten für alle, die sich im Internet nicht so gut auskennen

Fakten & Entwicklung (in chronologischer Reihenfolge)

Meinungen

Weiterführende Links:

Bin für Tipps und Links dankbar, da ich das Thema aus Zeitmangel nur bedingt selber verfolgen kann in diesen Tagen. Danke dafür! :)

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Moby: Haben! Müssen!

Dienstag, Juni 16, 2009

Mein Herz geht gerade schon wieder auf, bumpert, tut weh, fühlt sich gut an, weint, freut sich, badet in Erinnerungen – alles gleichzeitig! Es gibt ein neues Moby-Album, „Wait for me“. Nun verbinde ich mit Moby unzählige tolle Momente und bin deshalb schon lange Moby-Fan. Sobald ich die Musik höre, kann ich mich in bestimmte Situationen zurück versetzen. Ich will ihn schon viele Jahre live sehen und krieg’s irgendwie nie hin. Moby ist für mich der Inbegriff dafür, niemals unscheinbare Menschen zu unterschätzen, immer einen zweiten Blick zu wagen. Ein Genie im Normalo-Pelz. Wie kann aus einer so grauen Maus so unendlich viel Tolles heraus kommen? :)

Sein Disco-Album gefiel mir allerdings nicht so gut. Ich mag von Moby eher die melodiösen Stücke, von mir aus auch ganz ohne Gesang. Das sind die Stücke, zu denen man tagelang Auto fahren kann, zu denen man sich in einer Hängematte die Nase von der Sonne kitzeln lassen und dabei tagträumen kann und die Stücke, für die der Sternenhimmel so aussieht, wie er aussieht. „Play“ war für mich deshalb immer das beste Album und ich halte Lied Nummer 14 auf dieser Platte – „Everloving“ – für eines der besten Musikstücke. Ever. (Loving.)

Mit „Wait for me“  kehrt Moby meiner Meinung nach genau zu dieser Stärke zurück. Sorry, aber ich bin noch einmal wegen Musik ganz hin und weg.

Ach ja, es wäre irgendwie nicht Moby, gäbe es nicht irgendeinen ungewöhnlichen Fakt zum Album. Dieses Mal ist es dieser: Das Album wurde in Mobys Schlafzimmer aufgenommen. (Ich spar mir jetzt mal die dummen Schlafzimmer-Witze, die mir auf der Zunge liegen…)

Anhören! Das ganze Album, HIER. (Entdeckt via @coffeeandtv.)

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Muschelschubserin mit Placebo-Effekt

Dienstag, Juni 9, 2009

Beim allerersten Hören ging mir das Lied auf den Keks. I, I, I, I, I… You, You, You, You, You… Beim zweiten Mal hören fing die hypnotische Wirkung an und mittlerweile hab ich das Stück auch dann im Kopf, wenn es nicht läuft.

Ich fand Placebo mal ganz gut. Damals. Als Black Market Music rauskam und davor. Die Platte lief bei mir rauf und runter – bis ich sie tot gehört hatte. Bis mir Brian Molkos Stimme auf den Geist ging. Immer dieses Quäken, ich konnt’s nicht mehr hören. Und bis ich zu viele schmerzhafte Erinnerungen mit Placebo verband. „Battle For The Sun“, das frisch erschienene Album von Placebo, hab ich mir letzte Woche als Mp3-Album zugelegt. Ich dachte, ich könnte ja mal… Ich wünscht, ich hätte es mit allem drum und dran gekauft.

Ich tu mich wirklich schwer damit, etwas so subjektives wie Musik zu kritisieren und mache das deshalb so gut wie nie hier im Blog, aber dieses Album gefällt mir so gut, dass ich quasi nicht an mich halten kann. Mir kommt es so vor, als hätten Placebo seit Black Market Music einen riesen Sprung gemacht. Das ganze Album halte ich für dicht und ausgereift. Es gibt so gut wie kein Stück, das mir nicht gefällt. Alle sind typisch Placebo und doch sind überall kleine musikalische Gadgets und Leckerlis versteckt. Mal ist es der etwas andere Drumbeat, mal sind es gefühlsbetonte Flächen, mal lassen mir die Streicher und andere klassische Elemente eine Gänsehaut über den Rücken laufen. Dabei gibt es nie ein zu viel oder zu wenig an Effekten. Brian Molko spielt meiner Meinung nach sehr viel mehr mit seiner Stimme als früher, setzt sie viel pointierter ein (ich mag’s ja, wenn er dunkel singt) und er singt mit einer Leidenschaft, die man hören kann. Man beachte zum Beispiel das Ende des folgenden Stückes – wer da keine Gänsehaut kriegt, der muss ein Fisch sein. Zudem kommen mir die Texte weniger kryptisch vor als früher und ich finde mich in etlichen Passagen wieder. (Wobei ich mich auch ein bisschen amüsiere: Ich habe bisher fünf Lebensweisheiten gefunden, mit denen Placebo da um sich schmeißen. Das find ich irgendwie süß. Placebo wisdom.)

Ich bin ja derzeit auf einem ziemlichen Richard Ashcroft / The Verve-Trip, aber den ersten Platz in meinem muskalischen Herzen teilen sich ab sofort zwei Bands. Hach!

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Auf welcher Seite der Kluft steht ihr? (inkl. 2 Ergänzungen)

Dienstag, Juni 2, 2009

Bei Spiegel Online gibt’s einen höchst lesenswerten Beitrag zum Thema Netzsperren, in dem deutlich wird, was dieser ganze Konflikt ausgelöst hat und warum es so gekommen ist:

Die Überraschung unter den politischen Spitzenkräften Berlins in den vergangenen Wochen war kaum zu übersehen. Etwas Unerhörtes war passiert. Eine neue politisch-gesellschaftliche Frontlinie ist sichtbar geworden, eine, die das Klima in diesem Land auf Jahre hinaus prägen könnte. Die Generation C64, die erste, die mit Computern aufgewachsen ist, hat die Nase voll von Herablassung und Gängelung, will sich nicht länger an den Rand der gesellschaftlichen Debatte drängen lassen. Sie wehrt sich, mit ihren Mitteln. (…)

Dass die Unterzeichner der Petition gegen das Filtergesetz es wagen, Vernunft und Bürgerrechte sogar unter dem Risiko, als Päderastenfreunde gebrandmarkt zu werden, zu verteidigen, ist eine Entwicklung, die es eigentlich zu feiern gälte. Hier setzen sich Menschen für sinnvolle Gesetze und demokratische Grundprinzipien ein, teils schamloser öffentlicher Diffamierung zum Trotz. Das passt besser zum 60. Geburtstag des Grundgesetzes als jede Sonntagsrede.

In dem Text geht es unter anderem um die These, die ganze Diskussion verdeutliche einen Generationenkonflikt zwischen den jungen mittlerweile im Internet Heimischen und den älteren Offlinern, die dieses Land regieren. Dieser These stimme ich nur bedingt zu, denn es gibt in diesem Land eine Kluft zwischen Onlinern und – erstaunlich vielen – jungen Offlinern, für die das Internet bei Emails und MySpace aufhört. Ein Blick in den Bekanntenkreis reicht, um das zu verstehen. Diese Kluft wird immer größer und sie ist besorgniserregend. Und ich will schon lange tiefer darauf eingehen. Hier geht’s mir aber nur am Rande darum.

14 Tage sind noch Zeit, die e-Petition gegen die Netzsperren zu unterstützen, so wie es nach aktuellem Stand 105.441 Menschen getan haben. Ich hoffe doch sehr, dass darin mittlerweile ein paar Namen enthalten sind, die ich kenne.

Ergänzung 1: Thomas Knüwer hat im Handelsblatt-Blog Indiskretion Ehrensache einen vielleicht noch lesenswerteren Beitrag geschrieben, der zu diesem Thema passt – Lesebefehl:

Heute schnappen sich wenige, politisch hoch interessierte Bürger all die Aussagen und paaren sie mit Hintergrundinformationen, setzen sie in zeitliche Zusammenhänge, kommentieren all das und schließlich vernetzen sie sich. Und dabei nehmen sie mehr Menschen mit, als ein Wolfgang Schäuble oder eine Ursula von der Leyen sich das vorstellen.

So wird die neue Eskalationsstufe jene Entwicklung, die Christan Stöcker in seinem Generation-C64-Artikel beschreibt beschleunigen. Es entsteht eine gewaltige Kluft zwischen den Herschenden und den Sich-Beherrscht-Fühlenden. Das kann und wird auf Dauer nicht gut gehen. Macht die Regierung auf ihrem Kurs weiter, wird etwas passieren.

Ergänzung 2: Der kalte Atem von Vater Staat – Deutschland liegt laut einer amerikanischen Studie auf einer Liste der elektronischen Polizeistaaten auf Platz 10 – weltweit. Unter diesem Link findet sich ein Bericht von 3Sat, der in fünf Minuten noch einmal erklärt, warum die Netzsperren die Demokratie gefährden (ohne auf alle Einzelheiten und Kritikpunkte einzugehen) und was der Staat seit den Terroranschlägen 2001 noch getan hat, um uns zu überwachen, jeden Schritt im Internet, am Handy etc. über mehrere Monate nachverfolgen zu können.