Archiv für die Kategorie ‘Australienreise’

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Wolf Rock Dive - Eigentlich sollte es ja ein Geheimnis bleiben…

Donnerstag, August 23, 2007

Es gibt einen einzigen Tauchbericht aus Australien, den ich nicht geschrieben, sondern nur angedeutet habe. Weil es ein Geheimtipp ist und ich es dabei belassen wollte und weil die Erlebnisse dort für mich so unglaublich waren, dass ich das niemals in die richtigen Worte fassen könnte. Nun habe ich vergangene Woche ganz tolle Post bekommen. Sam aus Belgien, mit dem ich an diesem allerletzten Urlaubstag in Australien hai7.jpgtauchen war, hat bei allen drei Tauchgängen Unterwasserfotos gemacht. Und wie versprochen hat er mir eine Cd mit allen Fotos drauf geschickt. Da diese Fotos klasse sind und neben den Fotos aus Sydney und dem Liveaboard ab Cairns die einzigen Unterwasserfotos sind, die ich habe, will ich sie euch nicht vorenthalten. Sie sind einfach eine tolle Erinnerung und mir läuft noch heute eine dicke Gänsehaut über den Rücken, wenn ich sie angucke.

Da das jetzt vollkommen unvollständig wäre ohne die Nennung des Tauchreviers, verrate ich nun dieses Geheimnis. Wer tauchbegeistert ist und sich in die Nähe von Fraser Island wagt, dem sei geraten, sich in Rainbow Beach einzuquartieren. Schon alleine dieser Ortsname lässt einen einen Gang runter schalten (wenn man das nicht eh schon längst getan hat in Down Under). Dort gibt es eine Tauchbasis, Wolf Rock Dive, die sowohl das Wrack der HMAS Brisbane, als auch den so genannten Wolf Rock ansteuert. Dieser liegt unweit der Basis, zehn Bootsminuten vom weißen Sandstrand entfernt, von dem aus man Delfine beobachten kann. Das Besondere daran: Ähnlich wie der Fish Rock in South West Rocks handelt es sich um ein geschütztesmanta1.jpg Gebiet, in dem die weltweit, aber vor allem an der australischen Ostküste stark bedrohten Sandtiger-Haie vorkommen - ohne Anfütterung oder sonstigen Touri-Schnickschnack. Mit denen bin ich ja schonmal getaucht und war mehr als begeistert. Deshalb stand für mich sobald ich vom Wolf Rock erfahren hatte (ich bekam einen Insidertipp an einer anderen Tauchbasis) fest, da will ich hin!

Mir hätten ja schon die Sandtiger gereicht, um mich unendlich glücklich zu machen. Aber es gab noch so viel mehr! Nicht alles davon ist auf den Bildern zu sehen, aber die absoluten Höhepunkte. Drei Tauchgänge waren es, jeder davon steigerte sich noch im Vergleich zum vorangegangenen. Und als hätte Neptun meinen heimlichen Wunsch gehört, sah ich bei meinem bis heute letzten Tauchgang die einzigen Tiere, die ich auf meiner Reise noch nicht gesehen hatte, aber unbedingt sehen wollte: Manta-Rochen, mit vier Metern haiundich.jpgSpannweite. Nichts hat mich unter Wasser jemals mehr berührt. Ich war gerade so begeistert von all den anderen Dingen, dass ich dachte “Scheiß auf die Mantas, besser als das hier geht’s gar nicht” als die Teufelsrochen um die Ecke kamen. Ich konnt’s nicht fassen!

Aber nun die Liste: Schwarmfische ohne Ende (zum Teil auch auf den Bildern zu sehen), Sandtiger-Haie (zwei bis drei Meter lang und wahnsinnig nah), vier Meter große Mantas, nur wenige Meter von uns entfernt, ein klitzekleiner Steinfisch, Wobbegongs, Stachelrochen, ein riesiger Queensland Groper, Napoleon, ein ich schätze drei Meter langer wunderschöner Leopardhai, ein Adlerrochen, der minimum drei Meter Spannweite hatte, eine Schildkröte und und und… Das erstaunliche daran ist, dass dieser Tauchplatz weit ab des Great Barrier Reefs liegt und recht nahe am Strand. Landschaftlich erinnert er ans Mittelmeer, auch ist es hier etwas kühler als im Norden. Ich war und bin absolut begeistert und beeindruckt und hoffe, dass ich eines Tages noch einmal dort hin komme.

Viel Spaß beim Bilder gucken, mehr davon gibt’s bei Flickr - es lohnt sich! Mein Dank geht an Samuel. :)

Weitere Infos:

Anreise: Rainbow Beach ist bequem mit dem Greyhound Bus oder natürlich dem Auto erreichbar, denn es liegt nicht allzu weit abseits des Bruce Highway, etwa drei Autostunden nördlich von Brisbane. Es liegt am Festland gegenüber des südlichsten Zipfels von Fraser Island.

Tauchen: Wolf Rock Dive ist die einzige Tauchbasis, die den Wolf Rock betaucht. Wolf Rockschildi.jpg selber wird als einer der zehn Top Spots des Tauchens in Australien angesehen. Trotzdem ist dieser Spot recht unbekannt. Die Basis wird von einem sehr netten australischen Ehepaar geführt, welches am liebsten Taucher bewirtet, die wirklich tauchbegeistert und bereits erfahren sind. Aber auch Anfänger kommen voll auf ihre Kosten (wenn auch nicht unbedingt am Wolf Rock selber). Wenn ich mich recht erinnere, habe ich für drei Tauchgänge inklusive Equipment etwa 215 AUS-Dollar bezahlt (Mittagssnack am Strand inbegriffen). Das Equipment ist gepflegt, das Briefing ausführlich, trotzdem hat die Basis einen irgendwie alternativen Hauch, nicht zuletzt weil der Besitzer Berufstaucher ist und diese Tätigkeit auch beim Militär ausgeübt hat. Man packt selber ein bisschen mit an beim Be- und Entladen des Bootes und beim ins Wasser lassen und wieder rausholen und es wird erwartet, dass man mitdenkt und weiß, was man tut.

Unterkunft: Ich war im Backpacker Resort Dingo’s. Der Greyhound hält direkt vor der Türe, es gibt eine Bar, einen Pool, sehr saubere Zimmer mit tollen Badezimmern, die Preise sind normal, es gibt tolle Angebote zum Frühstück, ein Reisebüro (spezialisiert natürlich auf Campingtouren auf Fraser Island), Internet… Allerdings ist es das absolute Partyhostel und massenweise belagert von jungen Reisenden. Wer das nicht mag, sollte lieber ein anderes Hostel oder eine Pension nehmen. Neben dem Dingo’s sind noch zwei Hostels, die mir etwas ruhiger vorkamen. Auf der Website der Tauchbasis gibt es auch ein paar weitere Adressen.

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Fraser Island - Sandige Angelegenheit

Mittwoch, Mai 2, 2007

Ich glaube zu Fraser Island brauche ich gar nicht viel zu schreiben, sondern lasse einfach mal Bilder sprechen. Es ist die größte Sandinsel der Welt und der ideale Ort, um dort ein paar Tage in der Wildnis zu campen. Ich hatte nicht so viel Zeit, weil ich mal wieder den Fokus aufs Tauchen gelegt habe, aber für eine ausgiebige Tagestour hat’s gereicht.

Obwohl die Insel nur aus Sand besteht, ist sie unglaublich grün und sogar von Regenwald bewachsen. Sie hat also sehr abwechslungsreiche Landschaften zu bieten, von unzähligen Süßwasser-Seen über Frischwasserbäche und Flüsse, Regenwaldgebiete, Sanddünen und farbige Sandsteingebilde bis hin zu Wracks und nem über 20 Kilometer langen Strand, auf dem man mit Allradantrieb direkt am Wasser entlang fahren kann, wenn man drauf achtet, dass dort auch Flugzeuge landen. Was wir natürlich getan haben, unter fachkundiger Leitung eines Tourguides und mit einem für diese widrigen Verhältnisse bereiften Bus.

Und während wir uns während der gesamten Tour in der Sicherheit wägten, dass wir ja so gut ausgestattet nicht Gefahr laufen, stecken zu bleiben, und schon entsprechende Witze die Runde machten (”Heute ist Frauentag, das heißt, die Frauen müssen anschieben.”), blieben wir kurz vor Ende der Tour gleich massenweise stecken, die zwei auf der Insel rumkurvenden Tourbusse mussten sich gegenseitig aus dem Sand ziehen und zusätzlich blieben noch andere Leute stecken und waren auf uns als Retter angewiesen. Gesteigert wurde die Spannung noch durch steigende Flut direkt neben dem im Sand versunkenen Bus und mehreren fehlgeschlagene Ausgrabversuche.

Was für ein Spaß - hätte nur noch einer der wilden Dingos gefehlt, als wir ausgestiegen sind und unseren Guides bei den Bus-Befreiungsversuchen zugesehen haben! :)

Weitere Fotos - ihr ahnt es - gibt’s bei Flickr. Von nun an kann man dort auch kommentieren. Die Fotos sind, wie immer, © Muschelschubserin.


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Das war’s erstmal

Samstag, April 28, 2007

Ich schulde euch noch zwei erstklassige Erlebnisse in schriftlicher Form und ein lustiges Erlebnis in 1770. Ich war auf Fraser Island, der groessten Sandinsel der Welt, und hatte die drei besten Abschiedstauchgaenge am allerletzten Urlaubstag, die man sich jemals vorstellen kann. Aber ich schreibe da erst von Deutschland aus drueber, denn ich bin gerade in Brisbane, meinem Abflugsort, angekommen und fuehle mich entsprechend demotiviert.

Ob ich ueber die Tauchgaenge ueberhaupt schreibe, weiss ich allerdings noch gar nicht. Denn erstens ist der Tauchspot absoluter Geheimtipp und es waere schoen, wenn er es bleibt, und zweitens fehlen mir dafuer die Worte. “Neptun” gehoert von nun an quer ueber meinen Allerwertesten oder meine Stirn taettowiert. Sowas geniales, drei Mal am Tag, sogar mit Steigerung, hab ich noch nie erlebt und ich kann einfach nicht fassen, dass ich tauchenmaessig so dermassen viel Glueck hatte. Ich kann gar nicht mehr sagen, welcher von den Top-Tauchgaengen hier an erster Stelle steht. Fest steht, keiner davon war am Great Barrier Reef und das ist nun wirklich ne Ueberraschung.

Meine vier Monate jedenfalls waren der totale Erfolg. Ich hatte ein super geniales Praktikum, bin heilfroh, dass ich mich letzten Endes fuer Sydney als Praktikumsort entschieden habe. Meine Arbeitskollegen haben mir vor allem am Ende ganz toll gezeigt, wie die Australier drauf sind! Sydney ist toll und wird immer in meinem Herzen sein. Aber Sydney ist - wie ich mir schon dachte, als ich noch da war - nicht typisch Australien. Wirklich das Land kennen lernen kann man nur ausserhalb der Grossstadt.

Der Urlaub war einfach nur ein Volltreffer, ich hab so viele einzigartige Orte gesehen, vor allem was das Tauchen angeht gerne mal abseits der normalen Touristroeme, hab mir selbst vertraut und auf mein Bauchgefuehl gehoert und konnte mich immer gut darauf verlassen. Ich bin auf jedes Boot, das ich finden konnte, draufgehopst, bin bei jeder Gelegenheit ins Wasser gesprungen und abgetaucht, bin mit jedem Buddy klargekommen, mit den wildesten Stroemungen, Hoehlen und Tieren und hab unter Wasser ALLES gesehen, was ich sehen wollte - in einer Art, wie ich es mir schoener nicht vorstellen kann. Ich habe es genossen, alleine zu reisen, wenn ich auch gerne mal zu zweit wiederkommen moechte.

Ich hab mich selbst besser kennen gelernt, vor allem in der Hinsicht, meinem Bauchgefuehl zu vertrauen. Ich wusste, dass ich dieses Land lieben werde, bevor ich es je gesehen habe. Und ich hatte Recht, trotz einiger Tiefen, die ich hier auch durchgemacht habe. Ich hab es einfach gewusst.

Ich bereue keine einzige Entscheidung, die ich hier getroffen habe. Mir blutet das Herz, dass ich morgen abfliege, aber ich nehme unendlich viel mit - und last but not least freue ich mich wahnsinnig auf Sven und meine Familie. Das ist das, was mich jetzt aufrecht haelt vor der Abreise.

See you soon & NO WORRIES!

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Bin ich schon drin im Wasser oder was? - Tauchen vor Lady Musgrave Island

Mittwoch, April 25, 2007

Endlich, endlich hab ich sie gefunden - die Unterwassersicht, wie sie im Bilderbuch steht! Bisher waren die Sichtweiten am gesamten Great Barrier Reef, die ich so gesehen habe (oder auch nicht, hehe) ja eher bescheiden. Wenn man unter Wasser 15 Meter weit sehen konnte, war das schon bald ne Sensation. Zwar war das, was man sehen konnte, toll. Aber irgendwie erinnerte das Wasser doch recht stark ans Mittelmeer, teilweise sogar an schlechte Tage im Mittelmeer. Doch jetzt hab ich sie gefunden, die Bilderbuchsicht!


Versteckt hat sie sich vor Agnes Waters / Town of 1770, genauer gesagt am suedlichsten Great Barrier Reef, vor Lady Musgrave Island. Ich sag nur 35 Meter weite Sicht, kein einziges Schwebeteilchen! Das ist der absolute Hammer, und das hab ich in zehn Tauchjahren so noch nicht gesehen! Das Wasser war wie Luft, als sei es gar nicht da - Wahnsinn! Es fuehlt sich beinahe gar nicht nass an, bei all der Durchsichtigkeit. Von unseren knapp 20 Metern Tauchtiefe aus konnten wir noch locker die Wasseroberflaeche sehen. Und das haetten wir auch noch ganze zehn Meter tiefer!

Dazu kommt, dass Lady Musgrave Island schon von oberhalb der Wasseroberflaeche einfach beeindruckend aussieht! Die Insel ist umgeben von einer leuchtend tuerkisen Lagune, die von beinahe bis zur Oberflaeche reichendem Riff umrahmt und mit Sandboden gefuellt ist. DAS ist Postkartenidylle vom allerfeinsten! Schnorchel- und Taucherparadies (ja, die Prospekte sprechen hier tatsaechlich die Wahrheit!) und daneben gibt’s noch die Moeglichkeit, die Unterwasserwelt per Glasbodenboot zu erkunden oder die Insel zu erlaufen. Eine Umrundung dauert etwa suesse 20 Minuten. Spaetestens jetzt sollte klar sein, wovon ich hier rede - Paradies!

Wir haben einige Schildkroeten und nen Hai gesehen, neben dem ueblichen sonstigen bunten Kleinkram und den ortsansaessigen Groaper George, aber das Tauchen hier waere auch ohne jegliches Tierleben ein Highlight. Wobei Lady Musgrave Island auch für Manta-Sichtungen bekannt ist. Berge von Korallen, unterschiedlichste Formen, massenweise Schlupfwinkel, Dächer, Terassen und das alles ohne jegliche Schwebeteilchen, die die Sicht trueben. Bei so viel Bilderbuch-Unterwasserwelt wurde zumindest mir im ersten Moment schwindelig! Ich konnt’s den ganzen Tauchgang lang nicht fassen.

Die Rueckfahrt hab ich in der Kabine mit der Tauchcrew verbracht. Sehr nette und entspannte Leute, darunter die lokale Tauchikone Don, die mich zu allem Ueberfluss gerne da behalten haetten als zukuenftiges Crewmitglied. Kein Scherz. Das tut weh, so wenige Tage vor Abreise!!!

Mehr Fotos wie immer bei Flickr.

→ Infos zur Tour:

Veranstalter: “Spirit of 1770″ / Undersea Adventures. Man wird in einem recht grossen Boot mit recht vielen Leuten drauf (ich glaube, 130 waren’s) rausgefahren. Ein Weg dauert eineinhalb Stunden. Geankert wird an einem kleinen Pontoon mitten in der Lagune mit Blick auf die Insel. Pontoon ist hier aber nicht so schlimm, wie es sich anhoert - kein Wellnesscentre oder Shopping auf dem Pontoon. Es ist nur eine kleine Plattform mit Tischen und Baenken und Einstiegstreppchen. Angeboten werden Bushwalking, Schnorcheln, Tauchen (auch Anfaengertauchen), Glasbodenboot, tolles Lunch Buffet. Man kann aber auch gar nix machen und in der Sonne sitzen (nen Sonnendeck gibts allerdings nicht). Fische werden ein bissl angefuettert und koennen dann aus aller Naehe erschnorchelt werden. Das Riff geht fast bis zur Oberflaeche, keine Haie, keine Stinger, keine Stroemung oder Wellen. Beste Sicht. Auch fuer Kinder sehr gut geeignet, Schwimmwesten werden verteilt. Die Tour kriegt ueberall nur positives Feedback.

Preis: 150 Dollar fuer die Tour, inklusive alles. Zwei Tauchgaenge fuer zertifizierte Taucher kosten 75 Dollar extra (Equipment und Tauchguide inklusive). Einer davon findet ausserhalb der Lagune statt, wo die Sicht und Landschaft am besten sind. Der zweite findet moeglicher Weise in der Lagune statt (zeitabhaengig je nachdem, wie sich die Anfaenger anstellen), nicht allzu spannend und nicht ganz so tolle Sicht, aber dafuer umso entspannender. Von den 130 Leuten wollten genau zwei Tauchen gehen, eine davon war ich. :) Ihr könnt euch vorstellen, wie herrlich das war, das Pontoon zu verlassen und mit dem fast leeren Boot auf dem Foto ein Stück wegzuschippern und ins Wasser zu hüpfen! Das war Gold wert!

Tipps: Kamera mitnehmen, am besten sogar ne kleine Unterwasser-Einwegkamera. Kraeftig mit Sonnenschutz eincremen, die Sonne brennt ohnehin und wird noch vom Wasser reflektiert. Alles Equipment wird gestellt. Wenn man zwei Tauchgaenge macht, hat man allerdings nicht mehr so die Zeit fuer Bushwalking oder viel Geschnorchel. Es sind viele Leute auf dem Boot, aber da alle was anderes machen zu unterschiedlichen Zeiten, kommt es einem nicht ganz so voll vor. Die Bootsfahrt war die ruhigste, die ich am gesamten Riff gemacht habe, dennoch wurden einige Leute seekrank. Pillen dagegen kann man auf dem Boot kaufen, aber da diese nicht sofort wirken, sollte man im Zweifel seine eigenen zum Fruehstueck nehmen.

Guckt doch einfach mal auf die Website der Veranstalter (hier klicken), da seht ihr direkt ein tolles Foto von oben. :)

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Airlie Beach / Whitsunday Islands - Backpackerparadies und Traumstrand

Dienstag, April 24, 2007

Nach der Yongala hab ich mal wieder einige Stunden im Bus verbracht und bin weiter gen Sueden nach Airlie Beach gefahren. Airlie Beach ist der Himmel fuer alle Backpacker was Praktikabilitaet angeht. Cairns ist ja schon stark von Backpackern bestimmt, Airlie Beach scheint nur wegen ihnen zu existieren. Im Prinzip besteht es aus eineinhalb Strassen, Supermarkt, 24 Stunden offene Pharmacy, Booking Agency an Booking Agency und eine immense Auswahl an Hostels fuer nur eineinhalb Strassen. Abends ist Party mit Livemusik, der Strand liegt buchstaeblich vor der Tuere und wer Angst vor den gefaehrlichen Stingern hat, kann in der praktisch und huebsch angelegten Lagune baden gehen. Innerhalb weniger Schritte (vom Greyhound kann man natuerlich gleich zum Hostel laufen, einige Hostels holen aber auch ab) kriegt man ein Bett, was zu essen, ein Bier, nen Sonnenbrand und all seine Touren gebucht.

Dabei ist das auch so ziemlich alles, was dieser Ort zu bieten hat. Er ist naemlich hauptsaechlich Tor zu den Whitsunday Islands, die weltweit als bestes Segelgebiet und fuer den schoensten Strand ueberhaupt beruehmt sind. Auf diese knapp ueber 70 Inseln hab ich mich schon von Deutschland aus gefreut, da ich etliche Fotos gesehen habe und es einfach faszinierend fand. Im Nachhinein muss ich sagen, Whitehaven Beach auf Whitsunday Island selbst auf ner Postkarte zu sehen ist schon ein Traum. Aber mit wenigen anderen an diesem Strand zu liegen, in 30 Zentimeter tiefem Wasser und dem weissesten Sand weltweit, umgeben vom tuerkiesesten Meer und toller Buschlandschaft - das Gefuehl passt auf keine Postkarte und kann ich auch beim besten Willen nicht in Worte fassen. Das muss man einfach mal gemacht haben, ich werde das nie vergessen! Das war dermassen schoen, es liegt auf der Grenze zu ‘zu kitschig um wahr zu sein’. Das Opernhaus und Ayer’s Rock kommen einem auf den ersten Blick bekannt vor. Es ist fast schon nicht mehr aufregend, sie zum ersten Mal zu sehen. Zu oft hat man sie auf Bildern gesehen. Whitehaven Beach jedoch liess mein Herz hoeher schlagen und meine Kinnlade ne Weile gen Tiefsee klappen.

Natuerlich war ich hier auch tauchen, in der bekannten Mantaray Bay vor Hook Island. Mantarochen gabs zwar nicht, dafuer aber schoene Korallen, den ortsansaessigen Riesen-Napoleon Elvis, grosse Fledermausfische und viel netter Kleinkram. Leider war nur auch hier die Sicht - wie bisher ueberall wo ich am Great Barrier Reef war - recht schlecht.

Am naechsten Tag hab ich endlich das gemacht, was ich schon in Sydney machen wollte. Ne Segeltour konnte ich nicht mehr unterbringen, aber in ein Kajak hab ich mich begeben. Einen halben Tag lang sind wir in der Gegend rumgepaddelt, an den Inseln entlang, Mangroven und mit kleiner Pause an einem Ministrand. Es war anstrengend, beruhigend und entspannend zugleich und ich habe auch dies unendlich genossen.

Gerne waere ich mal wieder laenger geblieben, aber die Zeit lief und ich hatte noch etliche hundert Kilometer zurueck zu legen.

Infos zu den Touren:

Mantaray Tours: Tagestour mit einem Motorboot, angenehme Gaestezahl und sehr sympathische Crew. Man wird essenstechnisch gut versorgt, macht einen kleinen Buschwalk auf Whitsunday Island zum Lookout, verbringt ein paar Stunden ohne Programm am Strand (herrlich!!!), dann geht’s zur Hook Island, wo auf Wunsch geschnorchelt oder getaucht werden kann (Anfaengertauchgaenge werden auch angeboten). Hook Island gilt als eines der besten Tauchgebiete in den Whitsundays. Unbedingt Kamera und was zu trinken fuer den Strand mitbringen. Der Sand ist dermassen weiss, dass man ohne Sonnenbrille bald nix mehr sehen kann. Tolle Tour mit viel Freizeit. Perfekt, wenn man wenig Zeit hat und sowohl den weltberuehmten Strand ‘erbaden’ als auch Tauchen will. Alles Equipment ist inklusive. Tour bekommt ueberall positives Feedback und ist eco-zertifiziert. Schade nur, dass es kein Segler ist.

Salty Dog Kayaking: Halbtagestour (die fuer einen Anfaenger fand ich reicht) mit genuegend Verschnaufpausen und kleinem Picknick an einem abgelegenen Ministrand. Fuer 70 Dollar fand ich nicht grad billig. Es werden auch ganztaegige Touren angeboten, man kann sich als Erfahrener Kayaks ausleihen und kann sogar 6-taegige Kayak- und Campingtouren machen.

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SS Yongala - Adrenalin pur (Aktualisiert am 23.4.08: Fotos!)

Donnerstag, April 19, 2007

Es gibt einen Ort an Australiens Ostkueste, da ist unter Wasser alles groesser als an anderen Orten. Mitten im Ozean, von der Oberflaeche aus nur durch eine Boje zu erahnen, liegt das Wrack der SS Yongala. Das Schiff ist 1911 auf dramatische Weise gesunken, bis heute gibt es unterschiedliche Versionen, wie das passiert ist. Fest steht, dass die Yongala mit ueber 120 Passagieren an Board in einen Zyklon geraten und so schnell gesunken ist, dass es keine Ueberlebenden gab. Da die Toten nie geborgen wurden, umgibt die Yongala eine unglaublich mystische, unheimliche Atmosphaere und schon alleine deswegen hatte ich ordentlich Respekt vor dem Tauchen dort. Beim Briefing sagte man uns, wenn man etwas sieht, das wie ein Knochen aussieht, dann sei es auch einer.

Menschliche Ueberreste haben wir zum Glueck nicht gesehen, aber auch der Rest des Briefings versprach wahre Wunder. Die Aufzaehlung, was man dort alles sehen koenne, war der pure Wahnsinn - es ging von Schildkroeten ueber Mantarochen bis hin zu drei Meter langen Bullenhaien (Aaahhh! Mit denen wollte ich niemals tauchen, die sind doch so aggressiv!!) und Napoleonfischen in gigantischen Ausmassen. Einer davon soll so gross sein wie ein VW. Der Grund, warum sich alles Meeresleben dort versammelt ist einfach: Die Yongala ist das einzige Riff in der Gegend! Die massive Stroemung kann einem buchstaeblich die Maske vom Gesicht reissen. Bloss nicht die Ankerleine loslassen, sonst ist man in Windeseile meilenweit vom Boot entfernt. Und, auf Grund der Tiefe muss man ausserdem aufpassen, dass man sich nicht massenweise Deko einfaengt und das Wrack ist extrem geschuetzt, nichtmals des Tauchers Luftblasen duerfen das Wrack beruehren, weil sie rostigen Schaden anrichten koennen.

Schon beim Abtauchen wird man von riesigen Stachelmakrelen, Schildkroeten und Barrakudas begleitet. Die Yongala liegt ziemlich schraeg, umgeben von in unterschiedliche Richtungen ziehenden Stroemungen und ist zum Teil fast bis zur Unkenntlichkeit mit Korallen, Gorgonien und Schwaemmen bewachsen. Sie liegt zwischen 14 und 27 Metern. Nach wenigen Metern angestrengtem Paddeln sieht man die ersten Kaiserfische - natuerlich ungewoehnlich gross. Ein Adlerrochen schlummert in einer geschuetzten Ecke nahe des Schiffsmotors. Neben mir schwimmt ein Barrakuda. Auf dem Sandboden sehen wir die erste Olivgrüne Seeschlange, hoch giftig aber einfach wunderschoen. Massige Zackenbarsche schieben sich ins Bild, verschwinden dann in ihren Schlupfwinkeln im Wrack. Die Cargobereiche sehen wie riesige dunkle Loecher aus, unheimlich. Hinter einer Gruppe blauer Gorgonien liegt eine Schildkroete in unglaublichen Ausmassen! Ich hab ja schon ein paar grosse gesehen am Great Barrier Reef, aber diese hier ist der Turbo unter den Schildkroeten - der Panzer ist groesser als ein kompletter Taucher und wunderschoen gemustert. Da sind auch die Napoleonfische, riesig. Auf der anderen Seite des Wracks lassen wir uns in der Stroemung treiben. Dichte Schwaerme bunter Fische versperren die Sicht aufs Blau. Ploetzlich drehen alle um, so abrupt und monoton, wie es nur Schwaerme koennen, und kommen uns entgegen, fluechtend. Mehrere kraeftige Makrelen jagen ihnen nach, knapp an uns vorbei. Der Tauchgang endet mit Schildkroeten und fast zahmen Fledermausfischen groesser als Autoreifen beim Auftauchen.

Beim zweiten Tauchgang haenge ich ne viertel Stunde an der Boje und warte auf meine langsamen Buddies, die aus irgendeinem Grund nicht ins Wasser kommen. Mein Oktopus blaest in der Stroemung ab, meine Maske rutscht, meine Haende sind innen noch Tage spaeter vom Seil total aufgerauht, wie eine Fahne im Sturm haenge ich am Seil und frage mich, wie lange meine Arme mich noch halten koennen. So ein duennes Seil ist ja nun nicht grad der beste Ort zum Festhalten. Unglaublich, wie sehr viel staerker die Stroemung waehrend der Pause geworden ist! Den Tauchgang verbringen wir auch unter Wasser am Seil. “Too strong” schreibt der Guide auf sein Schreibbrett. Ich denke, das will was heissen. Und da man ja nun wirklich auch vom Seil aus gut bedient wird, ist das halb so schlimm. Alles in allem war das echt mal spannendes Tauchen (und Boot fahren, denn mal wieder war die See rauh wie sonst was), und es tat mir mal wieder leid, abzureisen.

Fotos: alle © Creative Commons License / Lukes Flickr bei Flickr. Alle Fotos sind an der Yongala gemacht worden und entsprechen meinem Eindruck von dort. Ich hatte leider keine andere Möglichkeit, an Fotos heranzukommen.

→ Infos:

Townsville: Magnetic Island liegt ebenfalls direkt vor Townsville, es lohnt sich also, hier zu stoppen.

Tauchbasis: Adrenalin Dive, Townsville. Die Bootsfahrt dauert 3 Stunden, one way. 2 Tauchgaenge kosten inklusive Equipment 235 AUS-Dollar - und ja, es lohnt sich! Man sollte früh buchen und muss einen Tag vor der Ausfahrt nochmal gegenchecken, ob sie wirklich planmäßig stattfindet. Auf Grund der heftigen See auf dieser Fahrt kann sich das nämlich schonmal verschieben. Die Yongala kann man auch von Ayr, suedlich von Townsville mit einer anderen Basis betauchen. Die Anfahrt von dort aus ist kuerzer. Weitere Infos dazu unter diesem Link.

Tipps: Die Yongala sollte nur von erfahrenen Tauchern betaucht werden. Wer weniger als 15 geloggte Tauchgaenge hat, muss mit einem Guide tauchen. Ich wuerde aber einiges mehr an Erfahrung empfehlen, damit man diesen Spot richtig geniessen kann. Ich persönlich hätte mit 15 Tauchgängen arge Probleme bekommen bei den Bedingungen. Unbedingt vor der Ausfahrt Tabletten gegen Seekrankheit nehmen! Ich hab mehrere Leute gesehen, die noch nie seekrank waren und dann ueber der Reling hingen. Und diese Bootsfahrt ist garantiert mit heftigem Seegang verbunden.

Infos zur Yongala: Gibts zum Beispiel auf der Website von Adrenalin Dive, hier oder natuerlich massenweise über die Suchmaschinen. Bei YouTube gibt’s außerdem etliche Videos. ;)

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Magnetic Island - Gruener Tropenjuwel vor Townsville

Dienstag, April 17, 2007

Das, was mir in den Atherton Tablelands in meiner alles-auf-einmal Tour zu kurz kam, hab ich ihn vollen Zuegen auf Magnetic Island vor Townsville genossen. Anstatt mich irgendwo einzubuchen, hab ich einen Teil der Insel alleine erkundet - und den fuer mich schoensten Tag bisher erlebt. Die Insel ist in 25 Minuten per Faehre von Townsville aus zu erreichen und bietet alle moeglichen Aktivitaeten: Tauchen, Schnorcheln, am Strand liegen, Bushwalking, Kajaking, Reiten am Strand und Schwimmen auf dem Pferderuecken, mit lustigen bunten dachlosen Autos cruisen… Da faellt die Wahl gar nicht so einfach. Da mir aber ja noch ne richtig intensive Regenwald / Busch-Erfahrung fehlte, hab ich mich auf Wanderschaft begeben. Schon das Rumlaufen auf den normalen Inselstrassen ist lustig: viele sind gar nicht richtig asphaltiert, die Haeuser stehen relativ ungeordnet und von wild wuchernden Pflanzen mit bunten Blueten umgeben am Waldrand, Kakadus und Papageien zwitschern ueberall. Man hat automatisch das Gefuehl, isoliert zu sein, in einer kleinen alternativen Gemeinschaft, und verlangsamt all seine Bewegungen, bis nur noch ein exotisches Schlurfen und flip-floppen uebrig bleibt.

Fast vier Stunden lang bin ich auf der Insel rumgewandert und hab doch ganz schoene Hoehen erreicht, nicht ohne Kraftanstrengung und nen hochrot ueberhitzten Schaedel. In den vier Stunden sind mir lediglich fuenf bis zehn Leute entgegen gekommen, ansonsten war ich mit der Wildnis alleine. Zwar hab ich keine wilden Koalas entdeckt, dafuer aber einiges anderes: kleine und grosse Echsen (inklusive Goanna), riesige Seeadler direkt ueber mir, tropische Voegel… Und wie der Zufall es will, hab ich sogar eine ganz besondere Begegnung gehabt. Ich lese derzeit Bill Bryson’s “Down Under” und am Abend vor Magnetic Island las ich, wie er sich nen Ast abgefreut hat, als ihm in einem staedtischen Park zufaellig ein Ameisenigel ueber den Weg gelaufen ist. Das ist neben dem australischen Schnabeltier ein Exemplar von nur zwei Arten, die zwar wie Reptilien Eier legen, ihre Jungen aber wie Saeugetiere saeugen. Und, ihr ahnt es, ich wandere so nichts ahnend durch den Busch, als mir so ein kleiner Bursche ueber den Weg spaziert. Toll! Hab natuerlich direkt mit der Kamera drauf gehalten und er hat auch brav rein geguckt.

Waehrend man dort immer groessere Hoehen erklimmt, veraendert sich auch die Vegetation. Von dichtem Wald ueber Eukalyptuswaelder, Palmen und Farnen hin zu mannshohen Graesern und Felsen. Dabei bot jede Ecke neue faszinierende Aus- und Einblicke. Jeder einzelne Schritt aufwaerts hat sich gelohnt, oben wurde ich von beeindruckenden tropischen Aussichten ueber die huegelige und satt gruen bewachsene Insel, einsame Straende und das Meer belohnt. Es war einfach traumhaft und das tollste ist, es ist meins. Meine Bilder, meine Eindruecke, meine Gefuehle waehrend dessen. Ich konnte das so geniessen, es war himmlisch! Einmal bin ich zu einem Aussichtspunkt abgebogen und fand mich auf einer kleinen Plattform wieder mit Blick ueber ALLES, was mich umgab. Ganz alleine, keine Menschenseele weit und breit, nur tropisches Gezwitscher - der perfekte Platz fuer mein Picknick. :)

Ich haette gerne noch mehr Zeit auf der Insel verbracht - wie bisher an jedem Ort meiner Reise. Was fuer ein toller Ort, der nun einen warmen Platz in meinem Herzen hat.

Mehr Fotos wie immer bei Flickr, indem ihr hier klickt.

Infos:

Erreichbarkeit: Die Insel wird mehrmals taeglich von den “Sun Ferries” angefahren ab dem “Breakwater Terminal” in Townsville (wo auch die Greyhound Busse halten). Hin- und Rueckfahrt kosten ingesamt 26 Dollar.

Buschwandern: Umsonst, ungefuehrt, mehrere Wanderwege stehen zur Verfuegung, auch welche, die nur 30 Minuten dauern. Ich bin von Nelly Bay nach Arcadia gelaufen und es hat mich statt der angegebenen zwei bis zweieinhalb Stunden fast vier gekostet. Aber ich hab viel fotografiert, gepicknickt und genossen. Wenn man will, kann man anschliessend am Strand schnorcheln oder baden. Allerdings je nach Jahreszeit nur mit Schutzanzug, da hier die toedlichen Seewespen (auch als Würfelquallen bekannt) unterwegs sind (wie ueberall an der noerdlichen Ostkueste). Unbeaufsichtigtes Baden würde ich persönlich nicht empfehlen. Ich hab mich komplett aus dem Wasser rausgehalten, obwohl ich die ganze Zeit meine Flossen mitgeschlört hab. Aber auf ne Begegnung mit diesen Quallen kann ich echt verzichten.

Tipps: Unbedingt Kamera und Trinkwasser mitnehmen und mit Sonnenschutz eincremen. Es ist zwar meist schattig, aber die Sonne brennt, wenn sie einen trifft. Ich hab meine eineinhalb Liter Wasser wie nix weggesoffen, bin aber auch nicht die erfahrene und trainierte Wanderin.

Broschuere: Am Breakwater Terminal gibt’s kostenlos eine informative Broschuere zur Insel mit Adressen, Karten, Fahrplaenen, Ausflugstipps, Aktivitaeten etc. Hier stehen auch die unterschiedlichen Wanderwege drin. Die sollte man sich sofort mitnehmen, wenn man zum Beispiel mit dem Greyhound Bus dort ankommt.

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Drei Tage leben auf dem Great Barrier Reef

Samstag, April 14, 2007

Drei Tage auf ‘nem Boot haben so ihre Nachwirkungen. Eine davon haelt bis heute an: Ich schwanke durch die Gegend und sobald ich einen geschlossenen Raum betrete, dreht sich alles. Das gipfelte darin, dass ich heute morgen, beim ueblichen halb verschlafenen Griff nach dem weckenden Handy, gepflegt ausm Bett gekullert bin! Ich war noch nie so froh, nicht oben in einem Doppelbett gelegen zu haben. Zum Glueck waren auch meine Zimmergenossen die ganze Nacht nicht da. Das waere sonst ein wenig peinlich gewesen, wenn mich jemand wild rudernd mit Wuselfrisur und dicken Augen neben dem Bett liegen gesehen haette. Hat naemlich ein paar Sekunden gedauert, bis ich die Orientierung wieder hatte. :)


Ich ziehe nun nach einer Woche Urlaub ein erstes Fazit und muss sagen: Ich bin platt! Platt getourt, platt getaucht, platt geshippert! 10 Tauchgaenge in zweieinhalb Tagen, von sechs Uhr morgens bis zehn Uhr abends, das hat’s in sich! Aber es hat sich gelohnt, wenn ich auch vom Great Barrier Reef mehr erwartet hatte und auf der Hinfahrt durch die Hoelle gegangen bin! Ich war so dermassen seekrank, dass ich diesen Trip fuer die groesste Fehlentscheidung meines Lebens gehalten habe und mich schon fragte, wie ich das drei Tage und vor allem Naechte durchstehen soll! Allerdings liess das “schon” nach 3 Stunden Fahrt nach und sobald wir geankert hatten an einem ruhigen Plaetzchen war ich bereit fuer die ersten vier Tauchgaenge.

Das Wetter an sich war sehr durchwachsen, von Regen ueber Sturm bis zu Sonnenschein war alles dabei. Da ist es wohl nur logisch, dass die Sicht darunter leidet. Die ersten Tauchgaenge waren ziemlich enttaeuschend - schlechte Sicht, wenige Fische und alles so gar nicht wie in den Buechern. Mir hat’s natuerlich trotzdem Spass gemacht, aber ich hoffte doch auf eine Steigerung. Und diese kam dann auch langsam. Zwar nicht bis zum absoluten ober-WOW, aber doch so weit, dass wir ein paar richtig schoene Tauchgaenge hatten. Vor allem die beiden Nachttauchgaenge, mitten auf dem Ozean mit weder Land noch anderen Booten in Sicht, bleiben mir in Erinnerung. Schon bevor wir ins Wasser sprangen, konnten wir die durch das Licht angezogenen zahlreichen Grossfische und Haie sehen - Wahnsinn! Unter Wasser ging es dann natuerlich so weiter. Haie, Rochen, viel Kleinkram, unglaublich bunte Fische, Schildkroeten… Bei einem der Tagtauchgaenge haben wir unseren Sicherheitsstopp direkt neben einer riesengrossen Schildkroete gemacht, die voellig unbeeindruckt Korallen mampfte. Keinen Meter davon entfernt schwebte eine grosse, beige-braun gestreifte Sepia und fuchtelte mit ihren Armen in den Korallen rum. Das war der tollste Sicherheitsstopp meines Lebens! Was wir alles gesehen haben kann ich gar nicht sagen, es waren eindeutig zu viele bunte Fische, als dass wir sie anschliessend haetten bestimmen koennen.

Die Crew war super nett und lustig und hat sich wunderbar um alle gekuemmert. Was einem als bereits zertifizierter Taucher allerdings bewusst sein muss auf so einer Tour ist, dass viele Anfaenger dabei sind und daher nicht super anspruchsvolle Spots angefahren werden - was aber ja nicht unbedingt was schlechtes heisst. Ich war die erfahrendste Taucherin an Board (Crew vermutlich ausgenommen), was einen Nachteil hatte: Alle potenziellen Buddies haben viel mehr Luft verbraucht als ich. Ich bin mit minimum 90 Bar aus dem Wasser gekommen, eher mit 100 oder 110 und nach 35 bis 50 Minuten. Wenn man dann ueberlegt, was man noch alles haette sehen koennen, wenn der andere weniger Luft verbraucht haette… Aber Tauchen ist Teamsport und von daher war das schon ok so. Es hat sich jedenfalls gelohnt und war eine ganz besondere Erfahrung, denn neben dem vielen Tauchen war ueberhaupt das Leben auf dem Boot mal erlebenswert.

(UW)-Fotos von mir gibt’s bei Flickr.

→ Infos zum Liveaboard:

Veranstalter: PRO DIVE Cairns. Pro Dive ist spezialisiert auf mehrtaegige Rifftouren und einer der wenigen Veranstalter, die diese Liveaboards durchfuehren. Preislich ist es meiner Meinung nach die beste Wahl und Pro Dive hat allgemein einen ausgezeichneten Ruf. Buchen ist Pflicht, die Touren sind sehr beliebt! Es koennen uebrigens auch Schnorchler mitfahren und alle moeglichen Scheine gemacht werden (wofuer mir persoenlich das Great Barrier Reef zu schade waere, aber das muss jeder selber wissen). Es passen etwa 30 Gäste auf das Boot. Übernachtet wird in 2-er Kabinen mit Doppel- oder Etagenbett.

Zeit, Ort und Kosten: 3 Tage, 2 Naechte auf dem aeusseren Great Barrier Reef (Milln und Flynn Reef in unserem Fall) fuer 560 AUS-Dollar (ca. 375 Euro). Essen, Uebernachtungen, Ausruestung, Ausfahrt und 11 Tauchgaenge (davon 2 Nachttauchgaenge) inbegriffen. Dazu kommen 25 Dollar Reef Tax, Getraenke und Souvenirs, die man an Board kaufen kann. Ausfahrt ist drei Mal pro Woche.

Sonstiges: Das Programm am ersten und dritten Tag ist recht strikt. Muss es allerdings auch sein, denn sonst liessen sich keine vier Tauchgaenge durchfuehren, zumal die Ausfahrt ca. 3 Stunden dauert. Die Briefings sind sehr gut, ebenso Essen und Unterkunft. Die Crew war jung, dynamisch, lustig, immer gut drauf und hilfsbereit. Pro Dive holt Gaeste an ihrer Unterkunft ab und passt auf Wunsch auch aufs Gepaeck auf waehrend man auf dem Boot ist. Der Service auf dem Boot ist genial, man muss einzig seine erste Stufe von der Flasche ab- und wieder anschrauben und sich an- und ausziehen. :)

Von mir gibt’s als Gesamtnote ne zwei, wobei eine eins das beste waere. Auszusetzen hatte ich folgendes: Die Kabinen waren eisig kalt, auch nachts. Hab mich gefuehlt wie Gemuese im Kuehlschrank und wirklich richtig gefroren. Es gab keine Seekrankheits-Pillen an Board, fand ich “schade”, wenn man das so nennen kann.

Weitere, nicht nur aber zumeist positive Bewertungen gibt’s im Deutschen Taucher-Net, hier klicken!