Archiv für die Kategorie ‘Australienreise’

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Manniac in Australia

Samstag, Juni 6, 2009

Manniac, den mir vor allem von Twitter bekannt ist, hat sich seinen (und dummerweise auch meinen) Traum erfüllt und war 2007 / 2008 für ein Jahr in Australien. Ich hätte bei meiner Abreise dafür sorgen sollen, dass der da nicht so einfach hin kann für so lange. Unverschämt und dreist find ich das. *unverständlich irgendwas von Gerechtigkeit und Ponyhof fluch*

Manniac hat jedenfalls sehr sympathische Videos von seiner Reise gedreht, die man bis vor Kurzem bei You Tube bestaunen konnte. Ein paar hatte ich schon gesehen, aber eben nur ein paar. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass er diese noch einmal ganz von vorne in seinem Blog zeigt, sogar in besserer Qualität.

Los geht’s heute mit einer Zusammenfassung der Reise, die bereits erahnen lässt, was einen erwartet. Ich freue mich, noch einmal gedanklich mitreisen zu können, auch wenn’s weh tut. ;) Danke dafür!

Die Videos gibt’s demnächst in seinem (auch sonst ganz lustigen) You Tube Kanal.

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Die Gestohlenen Generationen: Info-Material

Sonntag, Mai 31, 2009

Seitdem ich in diesem Blog über die so genannten Gestohlenen Generationen (manchmal auch Geraubte Generationen, auf Englisch jedenfalls „Stolen Generations“ genannt) gebloggt habe, finden erstaunlich häufig Interessierte über Suchmaschinen und entsprechende Suchbegriffe zu meinen Beiträgen. Wir mir scheint, sind einige davon auf der Suche nach Material für den Unterricht oder für Referate.

In einem meiner Texte hatte ich bereits das Buch „My Place“ von Sally Morgan (auf Deutsch „Ich hörte den Vogel rufen“) empfohlen. Heute empfehle ich zwei Zeitschriften, die sich dem Thema Gestohlene Generationen teilweise widmen und die für alle Australien-Fans interessant sein dürften:

- Das deutsche Magazin „Australien“ behandelt in der aktuellen Ausgabe die Frage, wie es gut ein Jahr nach dem „Sorry“ von Australiens Regierungschef Kevin Rudd, welches vor allem den Gestohlenen SorryGenerationen galt, aussieht: Welche Maßnahmen hat es seitdem gegeben, die der Diskriminierung und Benachteilung der australischen Aborigines entgegen wirken? Hat sich nachweislich schon etwas an deren Lage geändert? Welche Schritte sind noch notwendig und vor allem: Wird den Aborigines heute wirklich endlich einmal zugehört? Besonders interessant ist das Interview mit Michael Anderson, einem Aborigine-Führer aus New South Wales. Die beiden Beiträge geben einen guten Überblick über die Frage, was ein Jahr nach dem „Sorry“ von eben diesem zu halten ist. Ich hatte schon länger nach Infos darüber gesucht, bisher vergeblich. Und würde mir wünschen, dass weitere, tiefere Berichte mit positiven und negativen Beispielen folgen… (Am liebsten würde ich direkt selbst hinfliegen und losrecherchieren.)

- Als eingefleischter GEO- und Australien-Fan habe ich mir natürlich gleich die aktuelle GEO EPOCHE gekauft – ein ganzes Heft nur über die Geschichte Australiens! Und obwohl ich den Film bereits gesehen habe, habe ich mir für 14,95 Euro die Sonderausgabe inklusive DVD „Long Walk Home“ gekauft. Dieses Magazin habe ich tatsächlich Wort für Wort von vorne bis hinten komplett durchgelesen – und viele neue, interessante Blickwinkel, Fakten und Geschichten gefunden, von denen ich noch nichts wusste. Selbst die Artikel über die Beteiligung der Australier an den beiden Weltkriegen und den australischen Gold Rush habe ich entgegen meiner eigenen Erwartung (weil mich diese Themen bisher nicht so sehr interessiert haben) verschlungen. Der Film, der eine wahre Geschichte behandelt, ist absolut empfehlenswert für alle, die sich mit den Gestohlenen Generationen beschäftigen – ideal auch für den Unterricht (ich habe ihn selbst in Australien in der Sprachschule gesehen; außerdem gibt es dazu ein gleichnamiges Buch, welches ich schon hier liegen habe) – und natürlich gibt’s im Magazin auch einen gedruckten Artikel zum Thema Gestohlene Generationen. Unter jedem Beitrag sind Quellenangaben mit weiterführenden Informationen, zum Teil Originalquellen, die auch im Internet abrufbar sind, enthalten (wie zum Beispiel zum Bericht „Bringing them home„, der 1997 zum ersten Mal das Ausmaß und die psychischen und sozialen Folgen des staatlichen Kinderraubes bekannt machte). Ein wirklich tolles und gelungenes Heft! Das einzige was mir fehlte, war ein Hinweis auf die von mir bereits „verbloggte“ und unglaublich beeindruckende Serie „The First Australians“ über die Geschichte der Aborigines - die ebenfalls für den Unterricht geeignet ist (in Folge 5 geht es um die Gestohlenen Generationen).

Ich hoffe, potenziell Interessierten damit ein paar hilfreiche Tipps gegeben zu haben.

Das Foto zeigt Kinder, die am Redfern Community Centre Banner hochhalten, nachdem sie die Liveübertragung der offiziellen Entschuldigung an die Gestohlenen Generationen im vergangenen Jahr gesehen haben. Das Foto steht zur freien Verfügung. Welche Emotionen diese Entschuldigung ausgelöst hat, kann man übrigens an diesen tollen Fotos ablesen und in diesem Video von ABC sehen (in dem es auch darum geht, dass nicht alle Regierungsmitglieder mit der Entschuldigung einverstanden waren…).

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Wolf Rock Dive – Eigentlich sollte es ja ein Geheimnis bleiben…

Donnerstag, August 23, 2007

Es gibt einen einzigen Tauchbericht aus Australien, den ich nicht geschrieben, sondern nur angedeutet habe. Weil es ein Geheimtipp ist und ich es dabei belassen wollte und weil die Erlebnisse dort für mich so unglaublich waren, dass ich das niemals in die richtigen Worte fassen könnte. Nun habe ich vergangene Woche ganz tolle Post bekommen. Sam aus Belgien, mit dem ich an diesem allerletzten Urlaubstag in Australien hai7.jpgtauchen war, hat bei allen drei Tauchgängen Unterwasserfotos gemacht. Und wie versprochen hat er mir eine Cd mit allen Fotos drauf geschickt. Da diese Fotos klasse sind und neben den Fotos aus Sydney und dem Liveaboard ab Cairns die einzigen Unterwasserfotos sind, die ich habe, will ich sie euch nicht vorenthalten. Sie sind einfach eine tolle Erinnerung und mir läuft noch heute eine dicke Gänsehaut über den Rücken, wenn ich sie angucke.

Da das jetzt vollkommen unvollständig wäre ohne die Nennung des Tauchreviers, verrate ich nun dieses Geheimnis. Wer tauchbegeistert ist und sich in die Nähe von Fraser Island wagt, dem sei geraten, sich in Rainbow Beach einzuquartieren. Schon alleine dieser Ortsname lässt einen einen Gang runter schalten (wenn man das nicht eh schon längst getan hat in Down Under). Dort gibt es eine Tauchbasis, Wolf Rock Dive, die sowohl das Wrack der HMAS Brisbane, als auch den so genannten Wolf Rock ansteuert. Dieser liegt unweit der Basis, zehn Bootsminuten vom weißen Sandstrand entfernt, von dem aus man Delfine beobachten kann. Das Besondere daran: Ähnlich wie der Fish Rock in South West Rocks handelt es sich um ein geschütztesmanta1.jpg Gebiet, in dem die weltweit, aber vor allem an der australischen Ostküste stark bedrohten Sandtiger-Haie vorkommen – ohne Anfütterung oder sonstigen Touri-Schnickschnack. Mit denen bin ich ja schonmal getaucht und war mehr als begeistert. Deshalb stand für mich sobald ich vom Wolf Rock erfahren hatte (ich bekam einen Insidertipp an einer anderen Tauchbasis) fest, da will ich hin!

Mir hätten ja schon die Sandtiger gereicht, um mich unendlich glücklich zu machen. Aber es gab noch so viel mehr! Nicht alles davon ist auf den Bildern zu sehen, aber die absoluten Höhepunkte. Drei Tauchgänge waren es, jeder davon steigerte sich noch im Vergleich zum vorangegangenen. Und als hätte Neptun meinen heimlichen Wunsch gehört, sah ich bei meinem bis heute letzten Tauchgang die einzigen Tiere, die ich auf meiner Reise noch nicht gesehen hatte, aber unbedingt sehen wollte: Manta-Rochen, mit vier Metern haiundich.jpgSpannweite. Nichts hat mich unter Wasser jemals mehr berührt. Ich war gerade so begeistert von all den anderen Dingen, dass ich dachte „Scheiß auf die Mantas, besser als das hier geht’s gar nicht“ als die Teufelsrochen um die Ecke kamen. Ich konnt’s nicht fassen!

Aber nun die Liste: Schwarmfische ohne Ende (zum Teil auch auf den Bildern zu sehen), Sandtiger-Haie (zwei bis drei Meter lang und wahnsinnig nah), vier Meter große Mantas, nur wenige Meter von uns entfernt, ein klitzekleiner Steinfisch, Wobbegongs, Stachelrochen, ein riesiger Queensland Groper, Napoleon, ein ich schätze drei Meter langer wunderschöner Leopardhai, ein Adlerrochen, der minimum drei Meter Spannweite hatte, eine Schildkröte und und und… Das erstaunliche daran ist, dass dieser Tauchplatz weit ab des Great Barrier Reefs liegt und recht nahe am Strand. Landschaftlich erinnert er ans Mittelmeer, auch ist es hier etwas kühler als im Norden. Ich war und bin absolut begeistert und beeindruckt und hoffe, dass ich eines Tages noch einmal dort hin komme.

Mehr Bilder gibt’s bei Flickr – es lohnt sich! Mein Dank geht an Samuel. :)

Weitere Infos:

Anreise: Rainbow Beach ist bequem mit dem Greyhound Bus oder natürlich dem Auto erreichbar, denn es liegt nicht allzu weit abseits des Bruce Highway, etwa drei Autostunden nördlich von Brisbane. Es liegt am Festland gegenüber des südlichsten Zipfels von Fraser Island.

Tauchen: Wolf Rock Dive ist die einzige Tauchbasis, die den Wolf Rock betaucht. Wolf Rockschildi.jpg selber wird als einer der zehn Top Spots des Tauchens in Australien angesehen. Trotzdem ist dieser Spot recht unbekannt. Die Basis wird von einem sehr netten australischen Ehepaar geführt, welches am liebsten Taucher bewirtet, die wirklich tauchbegeistert und bereits erfahren sind. Aber auch Anfänger kommen voll auf ihre Kosten (wenn auch nicht unbedingt am Wolf Rock selber). Wenn ich mich recht erinnere, habe ich für drei Tauchgänge inklusive Equipment etwa 215 AUS-Dollar bezahlt (Mittagssnack am Strand inbegriffen). Das Equipment ist gepflegt, das Briefing ausführlich, trotzdem hat die Basis einen irgendwie alternativen Hauch, nicht zuletzt weil der Besitzer Berufstaucher ist und diese Tätigkeit auch beim Militär ausgeübt hat. Man packt selber ein bisschen mit an beim Be- und Entladen des Bootes und beim ins Wasser lassen und wieder rausholen und es wird erwartet, dass man mitdenkt und weiß, was man tut.

Unterkunft: Ich war im Backpacker Resort Dingo’s. Der Greyhound hält direkt vor der Türe, es gibt eine Bar, einen Pool, sehr saubere Zimmer mit tollen Badezimmern, die Preise sind normal, es gibt tolle Angebote zum Frühstück, ein Reisebüro (spezialisiert natürlich auf Campingtouren auf Fraser Island), Internet… Allerdings ist es das absolute Partyhostel und massenweise belagert von jungen Reisenden. Wer das nicht mag, sollte lieber ein anderes Hostel oder eine Pension nehmen. Neben dem Dingo’s sind noch zwei Hostels, die mir etwas ruhiger vorkamen. Auf der Website der Tauchbasis gibt es auch ein paar weitere Adressen.

Fotos: © Sam

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Fraser Island – Sandige Angelegenheit

Mittwoch, Mai 2, 2007

Ich glaube zu Fraser Island brauche ich gar nicht viel zu schreiben, sondern lasse einfach mal Bilder sprechen. Es ist die größte Sandinsel der Welt und der ideale Ort, um dort ein paar Tage in der Wildnis zu campen. Ich hatte nicht so viel Zeit, weil ich mal wieder den Fokus aufs Tauchen gelegt habe, aber für eine ausgiebige Tagestour hat’s gereicht.

Obwohl die Insel nur aus Sand besteht, ist sie unglaublich grün und sogar von Regenwald bewachsen. Sie hat also sehr abwechslungsreiche Landschaften zu bieten, von unzähligen Süßwasser-Seen über Frischwasserbäche und Flüsse, Regenwaldgebiete, Sanddünen und farbige Sandsteingebilde bis hin zu Wracks und nem über 20 Kilometer langen Strand, auf dem man mit Allradantrieb direkt am Wasser entlang fahren kann, wenn man drauf achtet, dass dort auch Flugzeuge landen. Was wir natürlich getan haben, unter fachkundiger Leitung eines Tourguides und mit einem für diese widrigen Verhältnisse bereiften Bus.

Und während wir uns während der gesamten Tour in der Sicherheit wägten, dass wir ja so gut ausgestattet nicht Gefahr laufen, stecken zu bleiben, und schon entsprechende Witze die Runde machten („Heute ist Frauentag, das heißt, die Frauen müssen anschieben.“), blieben wir kurz vor Ende der Tour gleich massenweise stecken, die zwei auf der Insel rumkurvenden Tourbusse mussten sich gegenseitig aus dem Sand ziehen und zusätzlich blieben noch andere Leute stecken und waren auf uns als Retter angewiesen. Gesteigert wurde die Spannung noch durch steigende Flut direkt neben dem im Sand versunkenen Bus und mehreren fehlgeschlagene Ausgrabversuche.

Was für ein Spaß – hätte nur noch einer der wilden Dingos gefehlt, als wir ausgestiegen sind und unseren Guides bei den Bus-Befreiungsversuchen zugesehen haben! :)

Weitere Fotos – ihr ahnt es – gibt’s bei Flickr. Von nun an kann man dort auch kommentieren. Die Fotos sind, wie immer, © Muschelschubserin.


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Das war’s erstmal

Samstag, April 28, 2007

Ich schulde euch noch zwei erstklassige Erlebnisse in schriftlicher Form und ein lustiges Erlebnis in 1770. Ich war auf Fraser Island, der groessten Sandinsel der Welt, und hatte die drei besten Abschiedstauchgaenge am allerletzten Urlaubstag, die man sich jemals vorstellen kann. Aber ich schreibe da erst von Deutschland aus drueber, denn ich bin gerade in Brisbane, meinem Abflugsort, angekommen und fuehle mich entsprechend demotiviert.

Ob ich ueber die Tauchgaenge ueberhaupt schreibe, weiss ich allerdings noch gar nicht. Denn erstens ist der Tauchspot absoluter Geheimtipp und es waere schoen, wenn er es bleibt, und zweitens fehlen mir dafuer die Worte. „Neptun“ gehoert von nun an quer ueber meinen Allerwertesten oder meine Stirn taettowiert. Sowas geniales, drei Mal am Tag, sogar mit Steigerung, hab ich noch nie erlebt und ich kann einfach nicht fassen, dass ich tauchenmaessig so dermassen viel Glueck hatte. Ich kann gar nicht mehr sagen, welcher von den Top-Tauchgaengen hier an erster Stelle steht. Fest steht, keiner davon war am Great Barrier Reef und das ist nun wirklich ne Ueberraschung.

Meine vier Monate jedenfalls waren der totale Erfolg. Ich hatte ein super geniales Praktikum, bin heilfroh, dass ich mich letzten Endes fuer Sydney als Praktikumsort entschieden habe. Meine Arbeitskollegen haben mir vor allem am Ende ganz toll gezeigt, wie die Australier drauf sind! Sydney ist toll und wird immer in meinem Herzen sein. Aber Sydney ist – wie ich mir schon dachte, als ich noch da war – nicht typisch Australien. Wirklich das Land kennen lernen kann man nur ausserhalb der Grossstadt.

Der Urlaub war einfach nur ein Volltreffer, ich hab so viele einzigartige Orte gesehen, vor allem was das Tauchen angeht gerne mal abseits der normalen Touristroeme, hab mir selbst vertraut und auf mein Bauchgefuehl gehoert und konnte mich immer gut darauf verlassen. Ich bin auf jedes Boot, das ich finden konnte, draufgehopst, bin bei jeder Gelegenheit ins Wasser gesprungen und abgetaucht, bin mit jedem Buddy klargekommen, mit den wildesten Stroemungen, Hoehlen und Tieren und hab unter Wasser ALLES gesehen, was ich sehen wollte – in einer Art, wie ich es mir schoener nicht vorstellen kann. Ich habe es genossen, alleine zu reisen, wenn ich auch gerne mal zu zweit wiederkommen moechte.

Ich hab mich selbst besser kennen gelernt, vor allem in der Hinsicht, meinem Bauchgefuehl zu vertrauen. Ich wusste, dass ich dieses Land lieben werde, bevor ich es je gesehen habe. Und ich hatte Recht, trotz einiger Tiefen, die ich hier auch durchgemacht habe. Ich hab es einfach gewusst.

Ich bereue keine einzige Entscheidung, die ich hier getroffen habe. Mir blutet das Herz, dass ich morgen abfliege, aber ich nehme unendlich viel mit – und last but not least freue ich mich wahnsinnig auf Sven und meine Familie. Das ist das, was mich jetzt aufrecht haelt vor der Abreise.

See you soon & NO WORRIES!

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Bin ich schon drin im Wasser oder was? – Tauchen vor Lady Musgrave Island

Mittwoch, April 25, 2007

Endlich, endlich hab ich sie gefunden – die Unterwassersicht, wie sie im Bilderbuch steht! Bisher waren die Sichtweiten am gesamten Great Barrier Reef, die ich so gesehen habe (oder auch nicht, hehe) ja eher bescheiden. Wenn man unter Wasser 15 Meter weit sehen konnte, war das schon bald ne Sensation. Zwar war das, was man sehen konnte, toll. Aber irgendwie erinnerte das Wasser doch recht stark ans Mittelmeer, teilweise sogar an schlechte Tage im Mittelmeer. Doch jetzt hab ich sie gefunden, die Bilderbuchsicht!


Versteckt hat sie sich vor Agnes Waters / Town of 1770, genauer gesagt am suedlichsten Great Barrier Reef, vor Lady Musgrave Island. Ich sag nur 35 Meter weite Sicht, kein einziges Schwebeteilchen! Das ist der absolute Hammer, und das hab ich in zehn Tauchjahren so noch nicht gesehen! Das Wasser war wie Luft, als sei es gar nicht da – Wahnsinn! Es fuehlt sich beinahe gar nicht nass an, bei all der Durchsichtigkeit. Von unseren knapp 20 Metern Tauchtiefe aus konnten wir noch locker die Wasseroberflaeche sehen. Und das haetten wir auch noch ganze zehn Meter tiefer!

Dazu kommt, dass Lady Musgrave Island schon von oberhalb der Wasseroberflaeche einfach beeindruckend aussieht! Die Insel ist umgeben von einer leuchtend tuerkisen Lagune, die von beinahe bis zur Oberflaeche reichendem Riff umrahmt und mit Sandboden gefuellt ist. DAS ist Postkartenidylle vom allerfeinsten! Schnorchel- und Taucherparadies (ja, die Prospekte sprechen hier tatsaechlich die Wahrheit!) und daneben gibt’s noch die Moeglichkeit, die Unterwasserwelt per Glasbodenboot zu erkunden oder die Insel zu erlaufen. Eine Umrundung dauert etwa suesse 20 Minuten. Spaetestens jetzt sollte klar sein, wovon ich hier rede – Paradies!

Wir haben einige Schildkroeten und nen Hai gesehen, neben dem ueblichen sonstigen bunten Kleinkram und den ortsansaessigen Groaper George, aber das Tauchen hier waere auch ohne jegliches Tierleben ein Highlight. Wobei Lady Musgrave Island auch für Manta-Sichtungen bekannt ist. Berge von Korallen, unterschiedlichste Formen, massenweise Schlupfwinkel, Dächer, Terassen und das alles ohne jegliche Schwebeteilchen, die die Sicht trueben. Bei so viel Bilderbuch-Unterwasserwelt wurde zumindest mir im ersten Moment schwindelig! Ich konnt’s den ganzen Tauchgang lang nicht fassen.

Die Rueckfahrt hab ich in der Kabine mit der Tauchcrew verbracht. Sehr nette und entspannte Leute, darunter die lokale Tauchikone Don, die mich zu allem Ueberfluss gerne da behalten haetten als zukuenftiges Crewmitglied. Kein Scherz. Das tut weh, so wenige Tage vor Abreise!!!

Mehr Fotos wie immer bei Flickr.

→ Infos zur Tour:

Veranstalter: „Spirit of 1770″ / Undersea Adventures. Man wird in einem recht grossen Boot mit recht vielen Leuten drauf (ich glaube, 130 waren’s) rausgefahren. Ein Weg dauert eineinhalb Stunden. Geankert wird an einem kleinen Pontoon mitten in der Lagune mit Blick auf die Insel. Pontoon ist hier aber nicht so schlimm, wie es sich anhoert – kein Wellnesscentre oder Shopping auf dem Pontoon. Es ist nur eine kleine Plattform mit Tischen und Baenken und Einstiegstreppchen. Angeboten werden Bushwalking, Schnorcheln, Tauchen (auch Anfaengertauchen), Glasbodenboot, tolles Lunch Buffet. Man kann aber auch gar nix machen und in der Sonne sitzen (nen Sonnendeck gibts allerdings nicht). Fische werden ein bissl angefuettert und koennen dann aus aller Naehe erschnorchelt werden. Das Riff geht fast bis zur Oberflaeche, keine Haie, keine Stinger, keine Stroemung oder Wellen. Beste Sicht. Auch fuer Kinder sehr gut geeignet, Schwimmwesten werden verteilt. Die Tour kriegt ueberall nur positives Feedback.

Preis: 150 Dollar fuer die Tour, inklusive alles. Zwei Tauchgaenge fuer zertifizierte Taucher kosten 75 Dollar extra (Equipment und Tauchguide inklusive). Einer davon findet ausserhalb der Lagune statt, wo die Sicht und Landschaft am besten sind. Der zweite findet moeglicher Weise in der Lagune statt (zeitabhaengig je nachdem, wie sich die Anfaenger anstellen), nicht allzu spannend und nicht ganz so tolle Sicht, aber dafuer umso entspannender. Von den 130 Leuten wollten genau zwei Tauchen gehen, eine davon war ich. :) Ihr könnt euch vorstellen, wie herrlich das war, das Pontoon zu verlassen und mit dem fast leeren Boot auf dem Foto ein Stück wegzuschippern und ins Wasser zu hüpfen! Das war Gold wert!

Tipps: Kamera mitnehmen, am besten sogar ne kleine Unterwasser-Einwegkamera. Kraeftig mit Sonnenschutz eincremen, die Sonne brennt ohnehin und wird noch vom Wasser reflektiert. Alles Equipment wird gestellt. Wenn man zwei Tauchgaenge macht, hat man allerdings nicht mehr so die Zeit fuer Bushwalking oder viel Geschnorchel. Es sind viele Leute auf dem Boot, aber da alle was anderes machen zu unterschiedlichen Zeiten, kommt es einem nicht ganz so voll vor. Die Bootsfahrt war die ruhigste, die ich am gesamten Riff gemacht habe, dennoch wurden einige Leute seekrank. Pillen dagegen kann man auf dem Boot kaufen, aber da diese nicht sofort wirken, sollte man im Zweifel seine eigenen zum Fruehstueck nehmen.

Guckt doch einfach mal auf die Website der Veranstalter (hier klicken), da seht ihr direkt ein tolles Foto von oben. :)