
Wolf Rock Dive - Eigentlich sollte es ja ein Geheimnis bleiben…
Donnerstag, August 23, 2007Es gibt einen einzigen Tauchbericht aus Australien, den ich nicht geschrieben, sondern nur angedeutet habe. Weil es ein Geheimtipp ist und ich es dabei belassen wollte und weil die Erlebnisse dort für mich so unglaublich waren, dass ich das niemals in die richtigen Worte fassen könnte. Nun habe ich vergangene Woche ganz tolle Post bekommen. Sam aus Belgien, mit dem ich an diesem allerletzten Urlaubstag in Australien
tauchen war, hat bei allen drei Tauchgängen Unterwasserfotos gemacht. Und wie versprochen hat er mir eine Cd mit allen Fotos drauf geschickt. Da diese Fotos klasse sind und neben den Fotos aus Sydney und dem Liveaboard ab Cairns die einzigen Unterwasserfotos sind, die ich habe, will ich sie euch nicht vorenthalten. Sie sind einfach eine tolle Erinnerung und mir läuft noch heute eine dicke Gänsehaut über den Rücken, wenn ich sie angucke.
Da das jetzt vollkommen unvollständig wäre ohne die Nennung des Tauchreviers, verrate ich nun dieses Geheimnis. Wer tauchbegeistert ist und sich in die Nähe von Fraser Island wagt, dem sei geraten, sich in Rainbow Beach einzuquartieren. Schon alleine dieser Ortsname lässt einen einen Gang runter schalten (wenn man das nicht eh schon längst getan hat in Down Under). Dort gibt es eine Tauchbasis, Wolf Rock Dive, die sowohl das Wrack der HMAS Brisbane, als auch den so genannten Wolf Rock ansteuert. Dieser liegt unweit der Basis, zehn Bootsminuten vom weißen Sandstrand entfernt, von dem aus man Delfine beobachten kann. Das Besondere daran: Ähnlich wie der Fish Rock in South West Rocks handelt es sich um ein geschütztes
Gebiet, in dem die weltweit, aber vor allem an der australischen Ostküste stark bedrohten Sandtiger-Haie vorkommen - ohne Anfütterung oder sonstigen Touri-Schnickschnack. Mit denen bin ich ja schonmal getaucht und war mehr als begeistert. Deshalb stand für mich sobald ich vom Wolf Rock erfahren hatte (ich bekam einen Insidertipp an einer anderen Tauchbasis) fest, da will ich hin!
Mir hätten ja schon die Sandtiger gereicht, um mich unendlich glücklich zu machen. Aber es gab noch so viel mehr! Nicht alles davon ist auf den Bildern zu sehen, aber die absoluten Höhepunkte. Drei Tauchgänge waren es, jeder davon steigerte sich noch im Vergleich zum vorangegangenen. Und als hätte Neptun meinen heimlichen Wunsch gehört, sah ich bei meinem bis heute letzten Tauchgang die einzigen Tiere, die ich auf meiner Reise noch nicht gesehen hatte, aber unbedingt sehen wollte: Manta-Rochen, mit vier Metern
Spannweite. Nichts hat mich unter Wasser jemals mehr berührt. Ich war gerade so begeistert von all den anderen Dingen, dass ich dachte “Scheiß auf die Mantas, besser als das hier geht’s gar nicht” als die Teufelsrochen um die Ecke kamen. Ich konnt’s nicht fassen!
Aber nun die Liste: Schwarmfische ohne Ende (zum Teil auch auf den Bildern zu sehen), Sandtiger-Haie (zwei bis drei Meter lang und wahnsinnig nah), vier Meter große Mantas, nur wenige Meter von uns entfernt, ein klitzekleiner Steinfisch, Wobbegongs, Stachelrochen, ein riesiger Queensland Groper, Napoleon, ein ich schätze drei Meter langer wunderschöner Leopardhai, ein Adlerrochen, der minimum drei Meter Spannweite hatte, eine Schildkröte und und und… Das erstaunliche daran ist, dass dieser Tauchplatz weit ab des Great Barrier Reefs liegt und recht nahe am Strand. Landschaftlich erinnert er ans Mittelmeer, auch ist es hier etwas kühler als im Norden. Ich war und bin absolut begeistert und beeindruckt und hoffe, dass ich eines Tages noch einmal dort hin komme.
Viel Spaß beim Bilder gucken, mehr davon gibt’s bei Flickr - es lohnt sich! Mein Dank geht an Samuel.
Weitere Infos:
Anreise: Rainbow Beach ist bequem mit dem Greyhound Bus oder natürlich dem Auto erreichbar, denn es liegt nicht allzu weit abseits des Bruce Highway, etwa drei Autostunden nördlich von Brisbane. Es liegt am Festland gegenüber des südlichsten Zipfels von Fraser Island.
Tauchen: Wolf Rock Dive ist die einzige Tauchbasis, die den Wolf Rock betaucht. Wolf Rock
selber wird als einer der zehn Top Spots des Tauchens in Australien angesehen. Trotzdem ist dieser Spot recht unbekannt. Die Basis wird von einem sehr netten australischen Ehepaar geführt, welches am liebsten Taucher bewirtet, die wirklich tauchbegeistert und bereits erfahren sind. Aber auch Anfänger kommen voll auf ihre Kosten (wenn auch nicht unbedingt am Wolf Rock selber). Wenn ich mich recht erinnere, habe ich für drei Tauchgänge inklusive Equipment etwa 215 AUS-Dollar bezahlt (Mittagssnack am Strand inbegriffen). Das Equipment ist gepflegt, das Briefing ausführlich, trotzdem hat die Basis einen irgendwie alternativen Hauch, nicht zuletzt weil der Besitzer Berufstaucher ist und diese Tätigkeit auch beim Militär ausgeübt hat. Man packt selber ein bisschen mit an beim Be- und Entladen des Bootes und beim ins Wasser lassen und wieder rausholen und es wird erwartet, dass man mitdenkt und weiß, was man tut.
Unterkunft: Ich war im Backpacker Resort Dingo’s. Der Greyhound hält direkt vor der Türe, es gibt eine Bar, einen Pool, sehr saubere Zimmer mit tollen Badezimmern, die Preise sind normal, es gibt tolle Angebote zum Frühstück, ein Reisebüro (spezialisiert natürlich auf Campingtouren auf Fraser Island), Internet… Allerdings ist es das absolute Partyhostel und massenweise belagert von jungen Reisenden. Wer das nicht mag, sollte lieber ein anderes Hostel oder eine Pension nehmen. Neben dem Dingo’s sind noch zwei Hostels, die mir etwas ruhiger vorkamen. Auf der Website der Tauchbasis gibt es auch ein paar weitere Adressen.




































