… wie viel Spaß es nach zweieinhalb Wochen ohne Heizung machen kann, mit kobolartigem Kichern von Zimmer zu Zimmer zu hüpfen und mit spitzen Fingern und Zunge im Mundwinkel an den Heizungsreglern zu drehen. Ein herrrrliches Gefühl! Rrrrrrrr!
Archiv für die Kategorie ‘Alltagsblubb’

Kinners…
Freitag, November 13, 2009… wie die Zeit vergeht! Meine sechs Wochen Praktikum in Mainz sind tatsächlich schon vorbei. Ich freu mich auf meine Wohnung, auf mein Sofa, auf beheizte Zimmer, auf mein eigenes Bett, überhaupt auf Möbel, denn ich hab ja hier mehr gecampt als gewohnt. Aber es tut mir wirklich richtig leid darum, die netten Kollegen, an die ich mich in den letzten Wochen so gewöhnt habe und die ich teilweise richtig dolle ins Herz geschlossen habe, zu verlassen. Ich denke nicht, dass ich schonmal zuvor eine so gute, lockere, sympathische und dennoch hoch professionelle Atmosphäre in einer Redaktion erlebt habe. Und ich habe ein paar sehr schöne Arbeitsproben, ein nettes Angeot und gutes Feedback im Gepäck, das ist wesentlich mehr als ich im Vorfeld erwartet hatte.
Ich könnte mich jetzt ebenfalls in einer ellenlangen Tirade darüber aufregen, wie marode ein System sein muss, in dem junger, gut ausgebildeter Nachwuchs für lau arbeiten darf – mit einer Selbstverständlichkeit, die einfach nur noch unfassbar ist. Aber das ist ein anderes Thema und dafür können die Leute nichts, von denen ich gerade geschrieben habe.
Ich verlasse Mainz am Sonntag beeindruckt – vom Dom, von der Altstadt, vom Markt, von einzelnen Medien-Menschen, von einer ganzen Redaktion und von einem bemitleidenswerten Arschloch von Vermieter. Und ich kehre zurück nach Dortmund in der Hoffnung auf einen möglichst baldigen, kompletten Neuanfang. Woanders. Wo auch immer das liegt.
Veröffentlicht in Alltagsblubb | 4 Kommentare »

Das klingt jetzt wie ein Witz…
Donnerstag, Oktober 29, 2009… ist aber keiner:
Das mit der Waschmaschine war nur ein kleiner Vorgeschmack. Nicht, dass die Sache schon komplett beendet wäre, aber lassen wir das mal beiseite. Der Silberwal und der Tausenstiefel? Pah! Alles Kinderkram, nicht der Rede wert eigentlich. Worüber genau hab ich mich da eigentlich aufgeregt?
Jetzt, jahaaa, jetzt ist die Heizung kaputt.
Wollt ihr raten, was von Vermieterseite zu hören war?
Was bleibt, sind 40 Quadratzentimeter Heizkissen. Ich mach mich mal klein…
Veröffentlicht in Alltagsblubb | 11 Kommentare »

Silberwal und Tausendstiefel
Mittwoch, Oktober 21, 2009„Es ist absolut erstaunlich, wie riesengroß Silberfische werden können! Von jetzt an hab ich Angst, nachts aufs Klo zu gehen.“
So sollte dieser Beitrag eigentlich lauten und dann auch schon enden. Ich hatte ihn vorprogrammiert. Nun ist mir aber etwas weiteres Großes dazwischen gekommen und somit füge ich hinzu:
„Es ist absolut unglaublich, wie riesengroß Tausendfüßer in diesen Breitengraden werden können! Zu hoch, um unter der Türe her zu krabbeln und so lang wie ein Zeigefinger. Und ich hab ihn vor zwei Tagen aus den Augen verloren, bevor ich mich entscheiden konnte, mit was ich da drauf haue! Seitdem fühle ich mich beobachtet.“
Veröffentlicht in Alltagsblubb | 14 Kommentare »

„Ein Herz für Blogs“
Sonntag, Oktober 18, 2009Ich bin keine Präsidentin, nicht mächtigste Person der Welt (noch nicht!!) und ich habe keinen Nobelpreis erhalten (pöh, Pulitzer wäre mir eh lieber), aber ich muss auch ganz deutlich sagen: „Ich bin zutiefst demütig.“ Und das meine ich zur Abwechslung mal wirklich ernst.
Ich hab eine ganze Weile überlegt, wie ich reagiere. Kommentieren oder drüber bloggen? Das Risiko eingehen, dass es mir als unpassende Selbstbeweihräucherung angelastet wird? Ich habe mich für „Ja, Risiko eingehen“ entschieden. Vor ein paar Tagen war zweiter „Ein Herz für Blogs“-Tag. Die Aktion kommt vom Stylespion und soll dazu dienen, vor allem kleinere Blogs stärker miteinander zu verlinken und neue Lese-Empfehlungen auszutauschen. Ich hab die erste Aktion vor einem halben Jahr verpasst und die zweite nun auch. Ich Banausin!! Ich vernachlässige mein Blog in letzter Zeit wie selten zuvor, komme einfach nicht mehr so zum Bloggen wie früher, weil sich mein Tagesrhythmus wieder einmal verändert hat (wie so oft in diesem Jahr) und komme erst recht überhaupt nicht mehr dazu, andere Blogs zu lesen, was mir nicht nur leid tut, sondern fehlt.
Und ausgerechnet in dieser Phase der Vernachlässigung wird mein Blog zur zweiten „Ein Herz für Blogs“-Aktion empfohlen. Von vier Bloggern. Ihr Lieben! Ich hab wirklich ein bisschen ein schlechtes Gewissen, aber vor allem freue ich mich! Danke sehr, was ihr geschrieben habt, ist wirklich nett und freut mich sehr, erst Recht in dieser Zeit.
Danke @Quadratmeter - Ich freue mich immer über neue Gesichter im Blog und finde das ähnlich spannend wie du. Ich kann leider momentan nicht viel sagen, wie gesagt, ich komme kaum dazu, andere Blogs zu lesen und tue jetzt auch nicht so, als wäre das anders. Aber wer „Kackschippe“ in der Überschrift stehen hat, ist einen genaueren Blick wert.
Danke @Wortteufel - für’s Mitfiebern, für’s Angebot, da zu sein, als so viele Menschen sich abgewendet haben (das hat mich sehr schwer beeindruckt), für ebenfalls absolut lesens- und lachenswerte Blogbeiträge (meine Empfehlung vom Jahresanfang und in der Blogroll hat an Gültigkeit nichts eingebüßt). Ich hoffe, wir sehen uns. Ich hab nämlich noch nie ein Blogger-Treffen oder ähnliches mitgemacht und lasse mich gerne von dir „entjungfern“.
Danke @Danyo – Soso, du landest also gerne bei mir, hä? Das wollen wir doch erst noch sehen.
Nee, im Ernst: Danke für die Empfehlung, ich lande ja seit geraumer Zeit auch öfter mal bei dir im Blog und bei deinen Tweets und finde es schade, dass das Treffen (wenn auch aus absolut verständlichen Gründen) nicht stattgefunden hat. Viele Grüße auch an Stuart!
Danke @Nachtwächter - für die anrührenden Worte! Ich glaube zu wissen, dass du schon sehr lange mitliest und freue mich über dieses meist stille Augenpaar. Ich rätsle zwar auf Lebenszeit, welche Blogs alle zu dir gehören – und hätte nie gedacht, dass du ein Stöckchen-Blog führen wirst (das ich bisher nicht kannte), allerdings sagt ein Blick in die „Erklärung“, dass ich mit der Verwunderung richtig lag und es gar nicht „so ein“ Stöckchen-Blog ist.
Einige, unkonventionelle Denkanregungen habe ich von dir mit der Zeit schon bekommen (hierher), meistens ebenfalls als stille Leserin und ich bin froh, dass es solche Gedanken im Internet gibt.
Der Rest darf sich gerne durch diese Blogs und die dort verlinkten weiteren Empfehlungen wühlen, lesen, denken. Viel Spaß dabei!
Veröffentlicht in Alltagsblubb | Verschlagwortet mit Ein Herz für Blogs | 7 Kommentare »

Möp II – Die Lösung
Sonntag, Oktober 18, 2009Bevor ich über irgendetwas anderes blogge, hier erst einmal die Auflösung zum Waschmaschinen-Terror der letzten Woche. „Möp II“ sozusagen.
Nachdem die Vermieterin im Laufe der Woche angekündigt hatte, sich Mittwoch Abend, dann lieber doch erst Samstag, drum zu kümmern – also „zu gucken“, aber auf keinen Fall zu zahlen – und nichts geschah, hab ich am Mittwoch selber nen Kundendienst gerufen. Der sollte dann auch kommen, aber erst Freitag. Ich sagte, dass es wirklich dringend sei, weil ich Angst hätte vor Stockflecken und meine kompletten Klamotten schon seit fünf Tagen feucht in der Maschine lägen. Darauf meinte die Frau am Telefon furztrocken „Na, die Stockflecken können ja schon seit Samstag drin sein“ – und sie wolle „jetzt bitte den Freitag terminieren“. Meine Nerven!!
Der Kundendienst kam. Meine Wäsche lag zu dem Zeitpunkt seit 7 Tagen in der WaMa. Ich hatte aber brav jeden Abend alles nochmal gewaschen. Plus zwei Durchgängen am Samstag (Tag 1) machte das 9 Waschgänge. Von Tag zu Tag ging mir der Mist mehr auf den Keks. Meine Klamotten durch das mittlerweile ständig geschlagene WaMa-Fenster zu sehen, entwickelte sich zum Psycho-Terror, die Küche betrat ich nur noch mit einem tiefdunkel gebrummten „Grmmmmlpfpfpfgrmmm“. Mir abends was zum Anziehen für den nächsten Arbeitstag zusammen zu klauben ähnelte einem textilen Puzzle-Spiel, Handwäsche inklusive.
Der Kundendienst-Mann versuchte, eine Notentriegelung zu finden… Vergeblich, denn wie schon angedeutet ist die Maschine voll im Küchenschrank integriert und laut Anleitung im WWW gibt’s ohnehin keine Notentriegelung. Als er mit den Worten „Sie müssen dem Vermieter sagen, er muss die komplette Küchenverkleidung abnehmen“ anfing, seine sieben Sachen wieder einzupacken, entschied ich, den auf überhaupt gar keinen Fall so aus der Wohnung zu lassen. „Können Sie die Maschine nicht aufbrechen“, fragte ich nach einem heftigen, inneren Hin und Her von nutzlosen Argumenten und Fragen. Ja, dann würde aber vermutlich einiges kaputt gehen und er könne das nur mit meinem expliziten Einverständnis machen, weil er sonst selber Ärger bekäme. Egal, sach ich so, ich kann nicht länger warten.
Und dann ging es ganz schnell. Mit nem Schraubenzieher hebelte er gezielt ein bissken rum, nicht einmal sonderlich brutal und – „klack“ – sprang die Tür auf. Erleichterung pur, Weihnachten und Geburtstag zusammen, glückliche Muschelschubserin! Das Aufspringen der Tür werde ich noch ewig in Zeitlupe immer wieder erleben, in Momenten, in denen es mir schlecht geht.
Dabei hat er nur kleine Spuren auf der Plastikverkleidung der Türe hinterlassen. Das Schloss sei kaputt – „eindeutig Verschleiß, kann schonmal vorkommen“, teilte er mir auf Anfrage mit. Und entschwand. Samt neuem Schloss wird das ca. 160 Euro kosten, die ich bar bezahlen muss. Aber ich denke, wir ziehen das einfach von der nächsten Monatsmiete ab (die ohnehin die letzte Miete ist, weil meine Mitbewohnerin auszieht) und fertig.
Und: Meine Sachen waren nicht stockfleckig, müffelten aber ohne Ende und unangenehm (so eine Art Geruch, der an einem selbst kleben bleibt war das), die Jeans sogar noch nach erneutem Waschgang im Salon mit doppelter Menge Waschpulver und Weichspüler. Nach einer Nacht auf dem Balkon und ein Mal tragen, ist aber auch das weg. Aber die Sache mit dem Waschsalon, das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte.
Veröffentlicht in Alltagsblubb | 6 Kommentare »


RSS - Posts