Kimberley Region (1): Boab Prison Tree & Windjana Gorge

28 Aug

Von Broome aus sind Sabine und ich weiter nach Derby gefahren. Kurz vor der Ortseinfahrt kommt man am Boab Prison Tree vorbei, einem Boab, der trauriger Weise um die Jahrhundertwende herum als “natuerliches” Gefaengnis fuer entfuehrte Ureinwohner missbraucht wurde. Boabs sind die Markenzeichen der Kimberley Region, mir sind sie immer als besonders freundliche und anschauliche Baeume vorgekommen. Besonders schoen anzusehen ist ihre Silhouette waehrend einem orange-lila farbenen Sonnenuntergang. Der Boab Prison Tree hat einen besonders umfangreichen, ausgehoehlten Stamm und eignete sich daher als Gefaengniszelle. Noch heute spielt er fuer die Ureinwohner eine wichtige Rolle. Daher wird um einen respektvollen Umgang mit dem Baum gebeten, der ubersaeht ist von eingeritzten Graffitis. Wie so oft bei Sehenswuerdigkeiten, die fuer die Ureinwohner wichtig waren und sind, scheren sich die wenigsten Touristen um diese Bitten. So leider auch hier (als wir ankamen raekelte sich gerade ein Teenie im Baum, waehrend Paps stolz fotografierte).

Auf unserem Campingplatz in Derby klaut mir jemand eine Unterhose von der Waescheleine. Schon vorher, in Denham, hatte ich einen Rentner um unsere frisch gewaschene Waesche schlawinern sehen. So auch in Derby. Den ersten hatte ich dabei erwischt, der zweite kam mir verdaechtig vor. Und ich bin sicher, dass er dann spaeter zugegriffen hat. Nach einer Nacht Weiterfahrt zur Windjana Gorge, ein Stueckchen ueber die beruehmte Gibb River Road, deren legendaerer Name allen hier Reisenden bekannt ist. Sie ist etwa 660 Kilometer lang, nur kleine Abschnitte sind asphaltiert und sie ist eine Art Wahrzeichen fuer das wahre Outback und Zufahrtstrasse fuer die noerdlichen Kimberleys. Und sie hat eine eigene Website.

Wir haben unseren Campervan immer bis aufs aeusserste gepeinigt, aber bei der Gibb River Road war vor allem wegen dem oestlichsten Abschnitt mit einer grossen Flussdurchquerung und fehlenden Alternativrouten, falls man nicht weiterkommt, klar, dass wir sie nicht befahren koennen. Troestlich, dass mein Reisefuehrer meinte, sie waere ueberbewertet und die Route ueber den Highway sei mindestens ebenso schoen. Aber auf die Windjana Gorge wollten wir nicht verzichten.

Im Windjana Gorge Nationalpark fanden wir ein schoenes, schattiges Plaetzchen zum Campen.

Direkt dahinter ragt wie aus dem Nichts kerzengerade eine steile Felswand aus dem Boden. Dabei handelt es sich um Ueberbleibsel eines uralten Riffs.

Durch eine Felsspalte gelangt man in die dahinter gelegene Schlucht.

Und wenige Meter weiter entdeckt man das, was man hier so entdecken hofft: Suesswasser-Krokodile. Direkt neben dem Wanderweg und somit hautnah erlebbar. Allerdings sind diese australischen Exemplare eher klein und “harmlos”, wenn man sie nicht gezielt aergert. Einen Arm oder ein Bein koennten sie einem aber trotzdem locker abreissen.

Es geht ueber die Sandbank am Fluss entlang durch die Schlucht, bevor man durch schattiges Ufer-Gestruepp weiterlaeuft.

Zu hoeren ist nichts ausser tropischem Vogelgezwitscher. Wir schwitzen wahnsinnig, selbst das Laufen durch den Schatten ist anstrengend. Noch immer kaempfen wir damit, uns an die deutlich gestiegenen Temperaturen zu gewoehnen.

Ich finde einen kleinen Abzweig zu einem Felsueberhang, von dem aus man einen schoenen Ausblick ueber die Schlucht hat. In Bodennaehe befinden sich ein paar mehr oder weniger gut erhaltene Aborigine-Malereien.

Dann ist der Wanderweg ploetzlich zu Ende und man kann nur noch umkehren. Mit von der Hitze stark geschwollenen Haenden und leer getrunkenen Wasserflaschen kommen wir zurueck zum Campingplatz. Richtige Erfrischungsfantasien hatte ich unterwegs entwickelt, von ein paar Minuten Aufenthalt in der kuehlen Felsspalte am Eingang der Schlucht, von nassen Haaren, laufendem, kaltem Wasser. Zeit, sie Wirklichkeit werden zu lassen, bevor wir den Rueckweg nach Derby antreten…

Weitere Fotos wie immer im Album. Auch meine Reisepartnerin Sabine hat die Windjana Gorge verbloggt.

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2 Antworten to “Kimberley Region (1): Boab Prison Tree & Windjana Gorge”

  1. Marco Sonntag, September 12, 2010 at 17:17 #

    Es ist wirklich traurig, wie wenig Respekt den Einwohnern und den Dingen, die sie mit Australien bverbinden, entgegengebracht wird. Leider werden da auch bitten nicht viel helfen. Diese Menschen denken nicht viel weiter (wenn das jeder machen würde,…) und meinen halt, ach, wird schon nicht schaden, wenn nur ich das jetzt mache. Nun aber zum Bericht: Imposante Krokodilchen und sehr nette Landschaftsaufnahmen!

  2. Muschelschubserin Dienstag, September 14, 2010 at 11:23 #

    Danke schoen! :) Ich glaube es ist genau so, wie du geschrieben hast!
    (Ich weiss nicht genau warum, aber der Kommentar war in der Spam-Schublade gelandet. Hab ich vorhin erst gesehen, sorry!)

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