Auf geht’s durch die südliche Mainzer Altstadt, durch die ich am Sonntag nach einem tollen Frühstück geschlendert bin. Ich zeig’s euch:
Frühstück gab’s im Eisgrub Bräu, das mir meine Mitbewohnerin empfohlen hatte. Es ist ein sehr uriger Laden, trifft genau meinen
Geschmack, und man kann dort vorzüglich frühstücken. Für nicht zu schlagende 6,90 Euro gibt’s wirklich alles, was das Frühstücker-Herz begehrt, inklusive warmen Speisen wie Nudeln, Rührei, Suppe – alles vom Buffet, sprich: so viel man möchte, inklusive beliebig viel Kaffee und Tee. Das Eisgrub Bräu ist oder war eine Brauerei und so befinden sich einige Stühle und Tische neben alten Brauerei-Kesseln. Die kleinen Räume sind alle unter einem alten Gewölbe untergebracht, die Möbel dunkel und abgewetzt, das Licht schummrig und überall hängen alte Relikte. Frühstück gibt’s von 9-12 und noch eine halbe Stunde vor Schluss fand ich trotz prall gefülltem Laden frisch belegte Platten vor. Das “Eisgrub Bräu” ist ein idealer Startpunkt für eine anschließende Altstadt-Tour zu Fuß. Hier geht’s zur Homepage.
Das Frühstück hab ich anschließend vor allem auf der noch sehr gut und original (oder originalgetreu) erhaltenen und autofreien Augustinerstraße und ihrer
Umgebung abgelaufen. Wer ein bisschen Zeit mitbringt, kann viele Details entdecken wie Madonnenfiguren, schiefe Dachgiebel, schmiedeeiserne Laternen, schnuckelige al
te Fachwerkhäuser, Brunnen, Asphaltierungen, Malereien an den Häuserwänden, Gässchen. In der Badergasse zum Beispiel gibt es einen kleinen Spielplatz, der hauptsächlich aus riesigen Badezuber-Teilen besteht (s. Foto). Bei der Orientierung helfen die Mainzer Straßenschilder: Blaue verlaufen parallel zum Rhein, rote führen zum Wasser. Dadurch wird ein Blick in den Stadtplan beinahe überflüssig.
Hier einige Fotos von Details und Straßenansichten (zum Beispiel Haus zum Spiegelberg, Kirschgarten). Ich find’s herrlich. Sollte ich nicht auswandern, möchte ich in sowas wohnen, mit einer knarzenden, uralten und durchgetretenen Holztreppe drin.
Etwas abseits der Augustinerstraße, aber fußläufig zu erreichen, steht der Fastnachtsbrunnen (seht ihr auf dem Foto auch Neptun und eine Meerjungfrau oder bilde ich mir das ein?). Außerdem geht es einen kleinen Hügel hinauf zur
Kirche St. Stephan, die für ihre Kirchenfenster bekannt ist. Diese wurden nämlich vom Künstler Marc Chagall gestaltet, sind in Blautönen gehalten und vereinen christliche und jüdische Symbole und Szenen als Zeichen der Verständigung zwischen den Völkern und Religionen. Und sie sehen einfach geil aus.
Ich bin wirklich kein Kirchenmensch, aber diese Fenster haben mir richtig gut gefallen, weil sie den Innenraum der ansonsten recht schlichten Kirche in blaues Licht hüllen und wunderschön leuchten.
+++ Über den
Mainzer Dom St. Martin, unbedingter Anlaufpunkt, habe ich an dieser Stelle separat gebloggt. Gleiches gilt für Nachtaufnahmen von Mainz. +++
→ Meine Tour entsprach in etwa der Altstadt-Tour im Stadtführer “Mainz zu Fuß” von Stefanie Jung (Societäts Verlag, ISBN 978-3-7973-1075-0). Wer sich ausführlich für die Gebäude (Grundrisse, Geschichte, Architektur) interessiert, dem sei der Stadtführer “Mainz” von Baedecker (ISBN 978-3-87954-074-7) empfohlen. Er enthält keine Fotos und nur eine unübersichtliche Auflistung der Highlights, dafür aber Grundrisse der Gebäude und sehr detaillierte Infos zu den architektonischen und geschichtlichen Besonderheiten.
Fotos: © Muschelschubserin



Moin;
boah echt schön da! War zwar schonmal zur Übernachtung bei Bekannten in Mainz, habe aber leider die Altstadt nicht kennengelernt. Der Preis für das Frühstück ist wirklich unschlagbar – genialer Laden, schöne Innenstadt – wäre auch was für mich, auch wenn Franka dann viel Gerappel im Kinderwagen ertragen müsste wegen dem Altstadtpflaster!
Weiterhin neben dem Job (auch da freuen wir uns auf Ausführungen, wie es so ist), auch noch ein bissel Zeit für Unternehmungen!
Dickes Bussi aus der Heimat,
Franka & Mel
Na wenn du hier Bekannte hast, dann kannst du die Altstadt ja nächstes Mal nachholen.
Ich hab nur am Wochenende Zeit, die ich dann auch irgendwie alleine rumkriegen muss. Aber ein paar Ideen hab ich schon. Vielleicht schlaf ich auch einfach zwei Tage und Nächte durch.
Ganz schön anstrengend alles noch.
huhu! wie schön mal ein paar bildchen von daheim zu sehen
ich bin auch bei den medien in mainz und ich hab noch einen tipp: unbedingt mal ins heiliggeist gehen (urgs wie ist denn die adresse? rheinstrasse? hinterm p&c jedenfalls). ist ein altes kloster, das irgendwann mal zur besserungsanstalt für böse mädchen wurde und nach dem krieg war es ein amerikanisches etablissement. tolle architektur, leckeres essen!
lg von busybee
Heee, habe Mainz gar nicht so schön in Erinnerung!?
Muß ich doch glatt nochmal hinfahren. Danke!!
@busybee
Danke für den Tipp! Hab’s im WWW gefunden, denke ich: http://www.heiliggeist-mainz.de/ Das liest sich wirklich nett.
@AppleJünger
Bitte.
Hallo Muschelschubserin.
Der Tipp für das Frühstück in Mainz klingt gut: Werde ich demnächst wohl mal in Anspruch nehmen & mir das Eisbräu “live” anschauen
Gruß
Winni