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Mit dem Skalpell gegen die Migräne – Ich bin bereit für den Versuch

Montag, Juni 9, 2008

Wie angekündigt war ich am Freitag erneut im Migräne-Chirurgie-Zentrum in Düsseldorf und hab mir zum vierten und letzten Mal Botox-Injektionen abgeholt. Der Arzt und ich sind uns mittlerweile einig, dass mir die so genannte Migräne-OP, bei der der Corrugator-Muskel über den Augenbrauen heraus operiert wird, vermutlich helfen wird. Zwar sieht es nicht so aus, als werde sie mich auch nur annähernd heilen, aber die Botox-Tests, die die OP sozusagen simulieren und als Indikator gelten, ob die OP sinnvoll ist oder nicht, haben doch am Ende eine deutliche Besserung der Schmerzen gezeigt.

Ich hatte im Gegensatz zu vorher in den vergangenen sechs Monaten mit Botox vor allem weniger starke Schmerzen (bis maximal 7 auf einer Skala von 1 bis maximal 10) und konnte mich auf eher leichte Schmerzmittel (Ibuprofen und davon allerhöchstens 800 mg, oft aber wesentlich weniger) fast immer gut verlassen. Außerdem hatte ich auch keine Anfälle mehr, die mehrere Tage oder gar Wochen am Stück gedauert haben. All das kehrte sich sofort um, als das Botox nachgelassen hat – und genau das beseitigte dann meine letzten Zweifel. Ich hab zwar noch immer sehr häufig Schmerzen, aber diese sind bisher wesentlich leichter zu kontrollieren und auszuhalten.

Daher werde ich in drei Wochen für drei Tage nach Berlin fahren, um dort operiert zu werden. Die OP ist für den Arzt mittlerweile Routine. Sie findet allerdings unter Vollnarkose statt und daher muss ich einen Tag vorher zur Anästhesie-Besprechung. Einen Tag nach der OP kommt dann noch eine Nachuntersuchung. Dr. Muehlberger versicherte mir am Freitag leider, dass ich bei meiner Krankenkasse „null Chance“ habe, dass die OP-Kosten übernommen werden und bestätigte somit meine Befürchtungen. Es stellt sich aber scheinbar nicht jede Krankenkasse so an wie meine.

Ich muss gestehen, dass ich eine ziemliche Angst habe, und zwar vor der Vollnarkose. Die hab ich zwar schon öfter bekommen, aber das macht es auch nicht angenehmer. Ich steh eigentlich nicht so drauf, wenn ich keine Kontrolle mehr habe. Aber ich habe auf der anderen Seite auch keine Zweifel mehr, dass es den Versuch wert ist und hoffe sehr, dass all die Hoffnung dieses Mal nicht umsonst war. Vielleicht ist das ja wirklich der Ausbruch aus dem Schmerz-Gefängnis.

→ Weitere Infos und meine bisherigen Erfahrungen (von oben nach unten in chronologischer Reihenfolge):

9 Kommentare

  1. Als Migränikerin seit früher Kindheit kann ich diesen Schritt nachvollziehen. Bei mir haben zum Glück andere Therapien angeschlagen, bzw. den Schmerz so gelindert (und die Attacken verringert), dass ich damit gut leben kann.

    Ich drücke Dir von ganzem Herzen die Daumen und wünsche Dir, nie wieder diese unerträglichen Schmerzen erleben zu müssen und nie wieder in dunklen, stillen Räumen vor Schmerzen „den Verstand“ verlieren zu müssen.

    Und ich bin gespannt auf Deinen Bericht.

    (Attacke! Schlimmer als die Schmerzen kann die Narkose nie werden…)


  2. Ich freu mich, dass eine Besserung (in welchem Ausmaß auch immer) in Sicht ist! Die OP wirst du meistern, wir sind in Gedanken alle bei dir!!


  3. ich versteh einfach nicht, dass die krankenkassen sowas nicht bezahlen.

    wann biste denn genau in berlin? vielleicht kann ich dich ja besuchen kommen und dir mut zusprechen ;)


  4. *TOI TOI TOI*
    Das wird schon gut gehen und dann biste auch schwupp wieder wach!

    Keine Angst mehr haben sollst du *gutzured*, genauso wenig wie Schmerzen… danach wird alles gut :-)


  5. @wortteufel
    Danke! Du sprichst mir aus der Seele.

    @Brandenburgerin
    Dass die Krankenkassen sich da wehren, liegt daran, dass diese Methode in Deutschland noch nicht anerkannt ist. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft zB rät auch von der OP ab. Denen reichen die bisherigen Studien nicht aus.

    Ich hab letzte Tage einen Fernsehbericht von 2007 gesehen über diese Behandlungsmethode. Der war extrem negativ. Ich muss sagen, dass ich fast alle dort gemachten Vorwürfe aus meiner persönlichen Erfahrung nicht bestätigen kann. Und ich glaube bei mir auch nicht an einen Placebo-Effekt (den die Kritiker dieser Methode nachsagen), denn ich war von Anfang an sehr skeptisch, ob mir das helfen kann und hatte nie die ganz große Hoffnung. Außerdem hat mich der Arzt im Gegensatz zur Aussage in der Sendung sehr wohl und direkt darauf hingewiesen, dass diese Methode höchst umstritten ist.

    Die fünfminütige Sendung gibt’s hier zu sehen: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/WISO_ermittelt_Der_Sorgenmuskel/63228 (der Vollständigkeit halber – ich bin anderer Meinung als sie hier vertreten wird).


  6. hoffe auch, dass die OP gut verläuft und die Schmerzen danach weniger häufig und weniger schwer auftreten … kann die Angst vor der Voll-Narkose verstehen – hatte das ‘vergnügen’ zum Glück erst einmal bei der obligatorischen Weisheitszahn OP – war danach aber einfach nur froh, dass ich diese 1 Stunde komplett weg war und nix mitbekommen habe …. wie lang ist denn die OP?
    Das wird schon alles gut gehen – mach dir nicht zuviele Sorgen und freu dich darauf, dass nach der OP ein hoffentlich schmerzfreieres Leben fuer dich beginnt.
    Gruss R.
    p.s. demnächst mal wieder ne längere mail mit Fotos von dem big day :-)


  7. Hab noch gar keine Ahnung, wie lange die OP dauert. Hab vergessen das zu fragen. Ist vielleicht auch besser so. :D


  8. [...] Juni 29, 2008 Es ist soweit. Morgen früh fahre ich nach Berlin, um mich dort am Dienstag operieren zu lassen. Drückt mir die Daumen, dass meine Nervosität nicht noch größer wird und alles schön [...]


  9. [...] OP-Bericht (1) Montag, Juli 7, 2008 Nun ist beinahe eine Woche vergangen seit meiner “Migräne-OP“, ich kann wieder ganz gut sehen und somit endlich davon berichten. Hier in etwa der [...]



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