Da ist ein Ort im Dortmunder Hafen, dem größten Kanalhafen Europas und einem der größten Binnenhäfen
Deutschlands, den muss man im Sommer einfach regelmäßig besuchen. Die Rede ist natürlich von der Strandbar Solendo. Sand in den Schuhen, Sonnenbrand auf der Nase und Cocktail in der Hand – wer Lust auf spontanes Urlaubs- und Strandfeeling hat, begibt sich einfach ins Solendo und genießt. Während sich die im Hafen liegenden Firmen, dort wohnenden Anwohner und auch die Stadt schwer tun mit dem Gedanken, den Dortmunder Hafen als Freizeitangebot zu erschließen, wird jeder, der einmal das Solendo besucht hat, ahnen, welche Möglichkeiten sich dort noch eröffnen würden.
Wenn ich am Eingang die 50 Cent Eintritt (plus 2,50 Getränkegutschein) bezahle, entspannte Strandmusik die Ohrmuscheln massiert und ich meine Schuhe ausziehe, den Sand zwischen den Zehen spüre und mir durch diesen tollpatschig watschelnd einen Tisch suche, macht sich automatisch Urlaubsgefühl breit. Sonnenbrille auf, Cocktail abgeholt, rein in die Abendsonne und zugucken, wie sie hinter Dortmunds schönem alten Hafenamt untergeht. Am besten natürlich in einem der Strandkörbe. Dort einen Platz zu bekommen, ist allerdings Glückssache. Zugegeben, blickt man genauer hin, landen die Augen auch auf schnöden Fabrikgebäuden, Blech und Stahlcontainern – aber: Ist dies nicht bei Caipirinha, Mochito oder Tequila Sunrise oder auch ner
Bratwurst mit „Pommes Schranke“ irgendwie genau die Ruhrgebiets-Romantik, die viele Ruhrpottler mit der Zeit so lieben lernen?
Wenn die Sonne dann verschwunden ist, das Hafenwasser tief schwarz und scheinbar dickflüssig wie Öl wabert, das Hafenamt in warmem Orange aufleuchtet und die erste Gänsehaut sich breit macht, ist es Zeit ins urgemütliche Solendo-Zelt zu wechseln. Näher an die Cocktail- oder Bierbar, näher zu den Chill-Out-Klängen und näher an mein liebstes Solendo-Stück, das schöne alte Segelboot, das dekorativ im Sand liegt. Wer da nicht
zwischen gemütlichem Am-Strohhalm-Nuckeln, netten Gesprächen und Gelächter kurzzeitig ins tagträumen gerät, ist selber Schuld.
Einmal im Monat finden im Solendo spezielle Parties statt. Außerdem werden Fußballspiele übertragen, Theaterstücke aufgeführt, Modenschauen veranstaltet, und ab und an gibt es Live-Musik. Ich hoffe, das alles geht auch in Zukunft weiter, trotz Problemen mit den Nachbarn und fehlendem Lärmschutz. Und was ich unbedingt mal ausprobieren muss ist das sonntägliche Frühstücksbuffet. Die Bilder davon lassen mir
das Wasser im Munde zusammenlaufen! Da ich da scheinbar nicht die einzige bin, sind Reservierungen Pflicht. Wann das Solendo geöffnet ist, steht immer aktuell auf der Homepage, denn es hängt natürlich vom Wetter ab.
Update, 10.7.2008: Brunch ist getestet und für spitze befunden (s. Kommentar).
Zu guter Letzt: Ja, das hier darf man gerne als Werbung verstehen, auch wenn ich dafür nichtmal ein popeliges Freigetränk oder sonstige Annehmlichkeiten bekomme, sondern das Geäußerte einfach meiner bescheidenen Meinung entspricht.
→ Eine Übersicht über weitere Stradtstrände und Beach Clubs in der Umgebung gibt’s übrigens beim Ruhr Guide.
Fotos: © Muschelschubserin



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